• 21.05.2007, 13:45:59
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Für welche Lobby arbeitet IHS?

Zentralverband Spedition & Logistik kritisiert KURIER-Interview

Wien (OTS) - Die 218 größten privaten Speditions- und
Logistikunternehmen Österreichs sind Mitglied im Zentralverband
Spedition & Logistik, als dessen Präsident der Generaldirektor von
Kühne + Nagel, Friedrich Macher, fungiert. Er nimmt zu einem am 20.
Mai 2007 im KURIER abgedruckten Interview mit IHS-Chef Bernhard
Felderer wie folgt Stellung: "Aus Sicht des Zentralverbandes
Spedition und Logistik spricht das Interview ein grundsätzlich
diskussionswertes Thema an, das jedoch ungleich mehr an
Differenzierung benötigt als es in diesem Interview zum Ausdruck
kommt.

Gleich zu Beginn wird der Verkehr als 'Sorgenkind der Zukunft’
abqualifiziert und von Felderer in einem Kontext mit den verfehlten
Kyoto-Zielen gebracht. Hier wäre ein höheres Ausmaß an Detailanalyse
erforderlich gewesen. Da nicht anzunehmen ist, dass im IHS die
Faktenlage unbekannt ist, lässt sich fragen 'wes Lied' hier gesungen
wird. Evident ist, dass die "Verkehrsexplosion" einerseits von der
privaten Mobilität und andererseits durch die EU-Osterweiterung
verursacht ist. Der privatwirtschaftliche österreichische
Verkehrswirtschaftsbereich kann damit nicht als Verursacher
angesprochen werden, wie es Felderer unterschwellig versucht. Auch
wurde nicht auf die Auswirkungen des 'Tank-Tourismus' eingegangen.

Eine weitere Schlussfolgerung, die Felderer bei seiner an sich
überlegenswerten Anregung der Einführung einer PKW-Maut anspricht,
moniert, dass die Kosten aus Sicht der Frächter zu hoch seien. Auch
hier ist die Faktenlage im IHS mit Sicherheit bekannt, nämlich dass
die Kostenbelastung für LKW in Österreich eine der größten Europas
ist und diese geplagte Branche - wie auch die Insolvenzstatistik
zeigt - nicht einmal annähernd in der Lage ist, aus ihren Margen die
LKW-Mauten zu tragen. Diese werden daher del cel an die verladende
Wirtschaft weiter gegeben. Hier ist zu hinterfragen, wo jener Punkt
erreicht sein wird, an dem dies ein relevanter Konkurrenznachteil für
österreichische Betriebe und auch den Wirtschafts- und
Logistikstandort Österreich wird.

Bemerkenswert ist, dass Felderer eine Problembetrachtung fern vom
Einfluss von Lobbys fordert, selbst aber genaue deren Sprache
spricht. So bleibt völlig außer Beobachtung, dass die
privatwirtschaftlichen Verkehrsbetriebe längst die saubersten LKW -
verglichen mit anderen Verkehrsteilnehmern verschiedener Branchen -
haben.

Last, but not least bleibt der Umgang mit dem viel diskutierten
Thema 'Kostengerechtigkeit im Verkehr' bemerkenswert oberflächlich.
Auch hier folgt Felderer offensichtlich einschlägigen Lobbys und
lässt die Mineralölsteuer, unter deren korrekte Einrechnung das
System Strasse eine signifikante Überdeckung erzielt, völlig unter
den Tisch fallen. Auch mit seiner massiven Befürwortung
verschiedener Tunnel-Projekte bewegt sich der IHS-Chef auf sehr
einseitiger Basis.

Der Zentralverband Spedition und Logistik fordert zu mehr
Seriosität und differenzierter Auseinandersetzung mit dem für
Österreich höchst bedeutenden Fragen der Verkehrspolitik auf."

Rückfragehinweis:
Zentralverband Spedition & Logistik,
GF Mag. Andreas Demmer
Mariahilfer Gürtel 39, 1150 Wien, Tel.: 01/512 35 38,
email: [email protected]

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