• 21.05.2007, 12:08:44
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Unfallprävention Inline-Skating: Tipps der Samariter-Rettungsprofis

Wien (OTS) - Inline-Skating hat sich zum Breitensport entwickelt.
Leider führen unzulängliche oder fehlende Ausrüstung sowie mangelnde
Grundkenntnisse oft zu schweren Verletzungen. Der Chefarzt des
Samariterbundes Wien, Primar Univ.-Doz. Dr. Helmut Seitz, gibt Tipps
zur Unfallprävention.

Inline-Skating hat sich zum beliebten Breitensport entwickelt und
wird auch von Kindern gerne betrieben. Leider kommt es immer wieder
zu Verletzungen, die nicht selten eine Spitalsbehandlung erfordern.

Beim Inline-Skating ereignen sich Unfälle am häufigsten auf
Gehsteigen. In weiterer Folge sind auch Straßen, Sportplätze,
Parkplätze und in seltenen Fällen der Kindergarten mögliche
Unfallorte der kleinen Freizeitsportler. Bei den Unfallursachen liegt
das Stolpern vor Kollisionen mit Autos, anderen Personen oder
Fahrrädern an der Spitze des unerfreulichen Rankings.

In 60% der Unfälle liegen Knochenbrüche vor, bei zwei Drittel sind
die oberen Extremitäten von einem Sturz betroffen; Brüche von Elle
und Speiche sind hier die am häufigsten gestellte Diagnose. 17% der
Unfälle ziehen Kopfverletzungen nach sich, die Hälfte davon sind
Gehirnerschütterungen.

"Auch erwachsene Anhänger des Inline-Skatings sind durch
potenzielle Verletzungen des Kopfes und der Halswirbelsäule mit oft
fatalen Folgen besonders gefährdet", weiß Primar Univ.-Doz. Dr.
Helmut Seitz, Chefarzt des Samariterbundes Wien aus langjähriger
Erfahrung zu berichten.

Ärzte führen den hohen Anteil an Armbrüchen auf die übliche
Abwehrbewegung bei Stürzen zurück, wobei reflexartig die Arme nach
vorne gerissen werden, um sich damit abzustützen. Bei einem Drittel
der Verunfallten war ein stationärer Aufenthalt nötig.

Die Verletzungsgefahr bei Stürzen kann durch den Gebrauch einer
Schutzausrüstung gemindert werden: Helm, Handgelenkschoner, Ellbogen-
und Knieschützer sind daher unerlässlich. Fahrradhelme bieten dabei
oft nur unzureichenden Schutz, da sie den Hinterkopf nicht zur Gänze
bedecken.

Eine Untersuchung ergab, dass von 126 befragten Kindern nur 20%
keine Schutzausrüstung besitzen. Allerdings benutzen lediglich 40%
der ausgestatteten Kids ihre Ausrüstung, wobei der Helm am wenigsten
häufig zum Einsatz kommt.

Nachdem beim Skaten rasch Geschwindigkeiten von 20 bis 30 km/h
erreicht werden, empfiehlt es sich, einen Einsteigerkurs zu besuchen.
Sind die grundlegenden Fahr- und Anhaltetechniken einmal erlernt,
sollte das Fahren auf öffentlichen Straßen trotzdem unbedingt
vermieden werden.

Erwachsene, die den Sport neu erlernen, sollten zusätzlich
folgendes bedenken: "Eine wesentliche Ursache für folgenschwere
Unfälle ist, dass Erwachsene neue Bewegungsabläufe grundsätzlich
langsamer und mühevoller erlernen als Kinder," so der Chefarzt des
Samariterbundes Wien. Aus diesem Grund rät der versierte
Unfallchirurg, dass auch Erwachsene auf jeden Fall Fahrkurse in
Anspruch nehmen und "keinesfalls auf eine vollständige, qualitativ
hochwertige Schutzausrüstung von Kopf bis Fuß verzichten sollten".

Prävention im Überblick:

- Schutzausrüstung anlegen
 - Anfängerkurs besuchen
 - "skate smart": achtsam und zuvorkommend fahren
 - So skaten, dass man die Situation unter Kontrolle hat
 - Immer auf der rechten Seite des Weges skaten
 - Überholen immer auf der linken Seite
 - Flächen mit starkem Fußgänger und Radfahrverkehr meiden
 - Fußgänger und Fahrradfahrer im Auge behalten und ihnen Vorrang 
   geben
 - Öffentliche Straßen und Fahrradwege meiden
 - Auf dem Bürgersteig Geschwindigkeit reduzieren, bremsbereit und
   vorausschauend fahren
 - Ölige, nasse, sandige und staubige Wege sowie Unebenheiten und 
   Schotter meiden

Rückfragehinweis:
Martina Vitek
Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs
Landesverband Wien
Tel.: 01 891 45/227 oder 0664/358 2386
E-Mail: [email protected]

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