- 17.05.2007, 09:30:00
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Umweltdachverband deckt auf: Kraftwerk im Nationalpark Gesäuse geplant!
Nationalpark verliert internationale IUCN-Anerkennung
Wien (OTS) - Am Johnsbach mitten im Nationalpark Gesäuse wird
unter höchster Geheimhaltung von der Firma Envesta GmbH an einem
Wasserkraftwerksprojekt gearbeitet. Auf einer rund 900 bis 1000 Meter
langen Fließstrecke soll der naturbelassene Johnsbach in eine
Druckrohrleitung umgeleitet werden, was ihn weitgehend trocknen
fallen ließe. "Wir protestieren aufs Schärfste gegen diesen Plan.
Offenbar ist nicht einmal mehr ein Nationalpark, der noch dazu auch
europarechtlich als Natura 2000-Gebiet verankert ist, vor der
E-Wirtschaft sicher", ist Mag. Franz Maier, Geschäftsführer des
Umweltdachverbandes, empört. "Wir fordern den zuständigen LR Manfred
Wegscheider und die Nationalpark-Verwaltung auf, dieses ruinöse
Projekt sofort im Keim zu ersticken. Ein Kraftwerk hat in einem
Nationalpark nichts verloren", so Maier.
Imageverlust und Naturschutzblamage für Österreich
"Die Errichtung eines Kraftwerkes im Nationalpark Gesäuse ist mit
geltendem österreichischen Nationalparkrecht und Europarecht
unvereinbar. Ein solches Projekt würde zu einer sofortigen
Aberkennung des Gebietes als Schutzgebiet der Kategorie II
("Nationalpark") durch die Weltnaturschutzorganisation IUCN führen.
Das wäre eine peinliche Naturschutzblamage für Österreich!", warnt
Maier.
Das Kraftwerk würde mit Sicherheit auch das Aus für das
Nationalpark LIFE-Programm bedeuten, das noch bis 31.7.2010 läuft und
von der Europäischen Kommission gefördert wird. Das Programm
beinhaltet als einen Schwerpunkt das
Revitalisierungsprojekt "Ökologische Neukonzeption und naturgemäßer
Umbau des Johnsbaches". Rückzahlungsverpflichtungen gegenüber dem
Bund und der EU wären die Folge. "Sollte das Projekt nicht binnen
kurzer Frist zurückgezogen werden, wird der Umweltdachverband
offiziell das für die Nationalparks zuständige Lebensministerium und
in weiterer Folge die Europäische Kommission sowie die IUCN
einschalten", sagt Maier.
Der Fall Johnsbach zeigt einmal mehr die Rücksichtslosigkeit der
E-Wirtschaft und den Druck, dem unsere letzten natürlichen
Flussabschnitte ausgesetzt sind. "Energiesparmaßnahmen und
Effizienzsteigerung an bestehenden Kraftwerken statt fortgesetzter
Naturzerstörung sind dringend angesagt", sagt Maier.
Fotos vom bedrohten Johnsbach zum Download auf:
http://www.umweltdachverband.at/service/presse/johnsbach_170507.htm
Rückfragehinweis:
Umweltdachverband - Mag. Franz Maier, Geschäftsführer Tel.: 0664/335 95 32 Dr.in Sylvia Steinbauer, Öffentlichkeitsarbeit Tel.: 01/40 113-21 mailto:[email protected] http://www.umweltdachverband.at
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