• 15.05.2007, 09:00:00
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Verstärktes Wachstum im I. Quartal

Wien (WIFO) - Laut aktueller WIFO-Schnellschätzung wuchs die
österreichische Wirtschaft im I. Quartal 2007 gegenüber dem
Vorquartal um 0,8% und gegenüber dem Vorjahr um 3,2%. Warenexport und
Investitionen sind die tragenden Säulen des Konjunkturaufschwungs.
Derzeit ist die Stimmung in der Sachgüterproduktion so günstig wie
zuletzt im Jahr 2000. Der private Konsum zeigt jedoch kaum Anzeichen
einer Belebung. Der Einzelhandel setzte zwar im I. Quartal deutlich
mehr um als im Vorjahr, der schwache Pkw-Absatz und der Rückgang des
Brennstoffverbrauchs wegen des milden Wetters dämpften jedoch das
Ergebnis des privaten Konsums.

Die starke Konjunktur und das milde Wetter zu Jahresanfang ließen
Österreichs Wirtschaft im I. Quartal gegenüber der Vorperiode real um
0,8% wachsen. Im Vergleich mit dem I. Quartal 2006 ergibt sich eine
reale Zunahme von 3,2%.

Die heimische Exportwirtschaft bildete zu Jahresbeginn erneut die
wichtigste Stütze der Konjunktur. Nachdem das Wirtschaftswachstum im
IV. Quartal 2006 gemäß den revidierten Daten etwas an Dynamik
eingebüßt hatte (real +0,6% gegenüber der Vorperiode), war Anfang
2007 wieder eine Beschleunigung festzustellen (I. Quartal 2007
+0,8%). Im Vorjahresvergleich stieg das BIP real um 3,2%. Auch die
Ausweitung der Bauinvestitionen (real +9,3% gegenüber dem Vorjahr,
+1% gegenüber der Vorperiode) leistete einen wesentlichen Beitrag zum
Wirtschaftswachstum. Das gute Ergebnis ist jedoch zum Teil auf das
milde Wetter zurückzuführen.

Die Investitionen in Ausrüstungsgegenstände stiegen hingegen zu
Jahresbeginn etwas schwächer als in den Vorperioden (I. Quartal real
knapp +0,5%); das betraf sowohl Fahrzeuge als auch Maschinen und
Elektrogeräte.

Nach wie vor reagieren die Ausgaben der privaten Haushalte für
Konsumgüter nur verhalten auf die bereits seit einem Jahr andauernde
Konjunkturbelebung. Im I. Quartal betrug der Anstieg gegenüber der
Vorperiode real lediglich 0,3%. Allerdings wird die Veränderungsrate
durch die Verringerung der Ausgaben für Heizzwecke wegen des milden
Winters gedämpft, ohne dass die Ersparnis für andere Konsumzwecke
verwendet worden wäre. Der Geschäftsgang des Handels entwickelte sich
allerdings günstiger. Keine Aufwärtstendenz zeigen jedoch die
Neuanschaffungen von Pkw.

Kräftige Impulse kamen neuerlich vom Außenhandel. Nach einer
leichten Verlangsamung des Wachstums im III. Quartal zog der
Warenexport wieder verstärkt an. Im I. Quartal stieg die Warenausfuhr
saisonbereinigt gegenüber der Vorperiode real um 2,5%. Die Ausfuhr
von Dienstleistungen nahm ebenfalls weiter zu, allerdings drückte der
milde Winter das Ergebnis im Reiseverkehrsexport.

Der Warenimport verliert seit einigen Quartalen etwas an
Expansionskraft. Zu Jahresbeginn betrug der Anstieg real 1,1%. Weil
der Export rascher wächst, weitet sich der Außenbeitrag
kontinuierlich aus. Die Einfuhr von Dienstleistungen erhöhte sich
gegenüber der Vorperiode real um 0,6%.

Auf der Entstehungsseite verzeichneten die Sachgütererzeugung
(real +1,3% gegenüber der Vorperiode), das Banken- und
Versicherungswesen (+1,2%) sowie das Realitätenwesen (+1,3%) die
stärksten Wertschöpfungszuwächse, die Bauwirtschaft steigerte die
Produktion um 0,7%.

Die WIFO-Konjunkturumfrage vom April zeigt eine anhaltende
Hochstimmung in Industrie und Gewerbe. 43% der befragten Unternehmen
beurteilen ihre derzeitige Geschäftslage als gut; das ist der höchste
Wert seit der Aufnahme dieser Frage in den Konjunkturtest vor 25
Jahren. Die ausgezeichnete Stimmung in der Sachgütererzeugung strahlt
zunehmend auch auf die unternehmensnahen Dienstleistungen und den
Einzelhandel aus.

Übersicht 1: Ergebnisse der WIFO-Schnellschätzung der
vierteljährlichen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung - auf der
WIFO-Website (http://www.wifo.ac.at/presse)

Die Verbraucher erwarten eine weitere Entspannung auf dem
Arbeitsmarkt, aber nur eine leichte Verbesserung ihrer finanziellen
Situation. Bei größeren Anschaffungen wollen sie etwas weniger
sparsam sein als in den letzten Jahren. Der Einzelhandel verzeichnete
im I. Quartal deutliche Zuwächse, der schwache Pkw-Absatz und der
witterungsbedingte Rückgang des Brennstoffverbrauchs wirkten dem
jedoch entgegen.

Die Inflationsrate stieg im März geringfügig auf 1,8%, vor allem
weil die Preise von Energie, Nahrungsmitteln und Bekleidung anzogen.

Der Arbeitsmarkt reagierte relativ rasch auf den
Konjunkturaufschwung. Im April lag die Zahl der unselbständig
Beschäftigten um 64.700 über dem Vorjahresniveau. Die Unternehmen
boten auch zusätzliche Vollzeitstellen an. Dies schlug sich in einem
Abbau der Arbeitslosigkeit in den Wintermonaten nieder, der durch das
milde Wetter verstärkt wurde. Im April verlangsamte sich der Rückgang
der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich merklich (-13.000 nach
-33.000 im I. Quartal).

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht
5/2007!

Rückfragehinweis:
Mag. Marcus Scheiblecker oder Mag. Sandra Steindl
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung - WIFO
Tel. +43 1 798 26 01-245 bzw. 244 * Fax. +43 1 798 93 86
mailto:[email protected], [email protected]

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