Ettl: EP fordert bessere Information bei Betriebsveränderungen

Wien (SK) - Die mangelhafte Kommunikation zwischen europäischen Konzernen und deren Arbeitnehmern wird zu einem immer größeren Problem. Die jüngsten Fälle von Massenentlassungen in europäischen Großbetrieben, etwa bei Airbus oder Volkswagen, haben diese Schwierigkeiten deutlich gemacht. Gleichzeitig wurden Arbeitnehmer und deren Vertretungen aus verschiedenen Mitgliedstaaten gegeneinander ausgespielt. Aus diesem Grund hat das Europäische Parlament in seiner heutigen Plenarsitzung in Form eines Entschließungsantrags eine rasche Revidierung der Richtlinie zu den Europäischen Betriebsräten gefordert. Diese soll dafür sorgen, dass Probleme rechtzeitig besprochen und sozial verträgliche Lösungen in den Betrieben und nicht auf der Straße gefunden werden. "Die derzeit gültige Richtlinie zu den Europäischen Betriebsräten stammt aus dem Jahr 1994, seit 1999 warten wir auf eine Revision, denn die europäische Betriebslandschaft hat sich in den letzten 13 Jahren gewaltig geändert", so der SPÖ-Europaabgeordnete Harald Ettl. ****

"Die in jüngster Zeit aufgetretenen Fälle haben vor allem die mangelnde Kommunikation zu Tage gebracht. Während die Kommunikation zwischen Betrieben und Konzernleitungen immer schneller und intensiver von statten geht, hat sich diese für die Belegschaft nicht weiterentwickelt. Die Entschließung fordert nun, dass die Arbeitnehmer zeitgerecht informiert, sowie konsultiert und gemeinsame Lösungen erarbeitet werden. Es kann nicht sein, dass Arbeitnehmer über einen geplanten Stellenabbau aus den Medien erfahren. Die EU-Kommission muss hier rasch tätig werden", fordert Ettl.

"Die Rechtsunsicherheiten müssen verringert werden und die Möglichkeiten zum sozialen Dialog zwischen der europäischen und der nationalen Ebene erhöht werden", meint der SPÖ-Europaabgeordnete. "Rechtstexte gibt es mittlerweile viele. Diese bleiben aber insgesamt zu zahnlos und brachten bisher oftmals nicht den gewünschten Effekt." (Schluss) js/mp

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