- 10.05.2007, 12:53:08
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Niederwieser zu Schul-Studie: Ganztagsschulen und individuelle Förderung ausbauen
Schnittstellen im Übergang zur Sekundarstufe entschärfen
Wien (SK) - Die gestern präsentierte Studie zur Situation an den
heimischen Schulen bestätigt für SPÖ-Bildungssprecher Erwin
Niederwieser viele der schulpolitischen Forderungen der SPÖ und auch
die im Regierungsprogramm verankerten Vorhaben. "Die Bildungspolitik
muss die richtigen Schlüsse aus so wichtigen Studien ziehen"; einiges
davon sei im Koalitionsabkommen vereinbart, aber auch darüber
hinausgehend müsse auf den bedenklichen Druck, den die SchülerInnen
verspüren und der zu Schul-Frust führt, reagiert werden. Niederwieser
sieht im Ausbau ganztägiger Schulen und in neuen Unterrichtskonzepten
wesentliche Ansätze. ****
"Der Ausbau ganztägiger Schulen hilft sicher, zeitlichen Stress
abzubauen, weil man mit den Ressourcen der Schule (kompetente
Lernunterstützung, Sportanlagen, Bibliothek) abwechselnde Phasen des
Lernens und der Erholung realisieren kann." Dies führe zu besserer
Motivation, und damit könne auch die private Nachhilfe eingedämmt
werden", so Niederwieser am Donnerstag gegenüber dem
SPÖ-Pressedienst.
Die Entwicklung neuer Modelle zur individuellen Förderung und die
Entschärfung der Schnittstellen seien ebenfalls bisher in der
Öffentlichkeit wenig diskutierte Teile der Vereinbarung. Niederwieser
spricht sich hier auch für die Einführung von Bildungsstandards aus;
diese können zu mehr Fairness und einem "sanfteren" Übergang v.a. zur
Sekundarstufe I führen.
Die vorliegende Studie über den hohen Arbeitsdruck auf die
SchülerInnen rechtfertige auch die Skepsis, neue Unterrichtsfächer
einzuführen, so der SPÖ-Bildungssprecher. "Das kann nur Hand in Hand
gehen mit größeren Lehrplanveränderungen, sonst würde die
wöchentliche Arbeitszeit der SchülerInnen noch weiter steigen. Ich
finde, 62 Stunden sind schon mehr als genug!"
Ein oft vernachlässigtes Thema sei auch die unterschiedliche
Zusammensetzung der Lehrerschaft in den verschiedenen Schultypen. Man
dürfe es nicht ignorieren, wenn es an den Grundschulen 90 Prozent
Lehrerinnen gibt, an den technischen höheren Schulen hingegen 90
Prozent männliche Lehrer. Sowohl für die Bubenförderung, als auch für
die Förderung von Mädchen in nicht-traditionellen Ausbildungswegen
wäre eine stärkere Durchmischung besser. Ein Ansatzpunkt dazu sei die
Anhebung der Gehälter der Grundschullehrer und Zugangsquoten bei der
Ausbildung. "Das ist ein längerdauernder Prozess, den andere Länder
freilich schon vor Jahrzehnten gegangen sind", so Niederwieser
abschließend. (Schluss) ah
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493
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