Niederwieser zu Schul-Studie: Ganztagsschulen und individuelle Förderung ausbauen

Schnittstellen im Übergang zur Sekundarstufe entschärfen

Wien (SK) - Die gestern präsentierte Studie zur Situation an den heimischen Schulen bestätigt für SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser viele der schulpolitischen Forderungen der SPÖ und auch die im Regierungsprogramm verankerten Vorhaben. "Die Bildungspolitik muss die richtigen Schlüsse aus so wichtigen Studien ziehen"; einiges davon sei im Koalitionsabkommen vereinbart, aber auch darüber hinausgehend müsse auf den bedenklichen Druck, den die SchülerInnen verspüren und der zu Schul-Frust führt, reagiert werden. Niederwieser sieht im Ausbau ganztägiger Schulen und in neuen Unterrichtskonzepten wesentliche Ansätze. ****

"Der Ausbau ganztägiger Schulen hilft sicher, zeitlichen Stress abzubauen, weil man mit den Ressourcen der Schule (kompetente Lernunterstützung, Sportanlagen, Bibliothek) abwechselnde Phasen des Lernens und der Erholung realisieren kann." Dies führe zu besserer Motivation, und damit könne auch die private Nachhilfe eingedämmt werden", so Niederwieser am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

Die Entwicklung neuer Modelle zur individuellen Förderung und die Entschärfung der Schnittstellen seien ebenfalls bisher in der Öffentlichkeit wenig diskutierte Teile der Vereinbarung. Niederwieser spricht sich hier auch für die Einführung von Bildungsstandards aus; diese können zu mehr Fairness und einem "sanfteren" Übergang v.a. zur Sekundarstufe I führen.

Die vorliegende Studie über den hohen Arbeitsdruck auf die SchülerInnen rechtfertige auch die Skepsis, neue Unterrichtsfächer einzuführen, so der SPÖ-Bildungssprecher. "Das kann nur Hand in Hand gehen mit größeren Lehrplanveränderungen, sonst würde die wöchentliche Arbeitszeit der SchülerInnen noch weiter steigen. Ich finde, 62 Stunden sind schon mehr als genug!"

Ein oft vernachlässigtes Thema sei auch die unterschiedliche Zusammensetzung der Lehrerschaft in den verschiedenen Schultypen. Man dürfe es nicht ignorieren, wenn es an den Grundschulen 90 Prozent Lehrerinnen gibt, an den technischen höheren Schulen hingegen 90 Prozent männliche Lehrer. Sowohl für die Bubenförderung, als auch für die Förderung von Mädchen in nicht-traditionellen Ausbildungswegen wäre eine stärkere Durchmischung besser. Ein Ansatzpunkt dazu sei die Anhebung der Gehälter der Grundschullehrer und Zugangsquoten bei der Ausbildung. "Das ist ein längerdauernder Prozess, den andere Länder freilich schon vor Jahrzehnten gegangen sind", so Niederwieser abschließend. (Schluss) ah

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