- 09.05.2007, 14:56:50
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Arbeiten am Bau darf nicht krank machen!
Einzigartiges Gesundheitsprojekt der steirischen Sozialpartner
Graz (GBH/ÖGB) - Ein einzigartiges Gesundheitsprojekt wurde heute
von den steirischen Sozialpartnern in der Bauwirtschaft -
Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) und Landesinnung Bau - mit Unterstützung
der Arbeiterkammer, des Landes Steiermark, der Gebietskrankenkasse,
der AUVA und des Krankenhauses Theresienhof präsentiert. Ziel dieses
Projektes ist es, sämtliche jugendliche Maurerlehrlinge in ihrer
dreijährigen Ausbildung arbeitsmedizinisch zu begleiten. ++++
Die Initiative zu diesem Projekt kam bereits 1998 von Josef
Muchitsch, Stv. GBH-Bundesvorsitzender, steirischer Landessekretär
und mittlerweile Nationalratsabgeordneter: "Tatsache ist, dass
jugendliche Lehranfänger nicht in optimalem gesundheitlichen Zustand
aus der Schule kommen. Es gilt daher, bereits vorhandenen
körperlichen Defiziten mit Eintritt in die Lehre zu entgegnen und
diese zu verbessern. Auch die Koordination und Reaktion im
Bewegungsprozess soll gesteigert werden. Mit den geringen, aber
effizienten Maßnahmen des Gesundheitsprojektes Fit4work wird es
möglich sein, bis zu 80 Prozent Verbesserungen bei den körperlichen
Defiziten zu erreichen."
Auch der steirische Gesundheitslandesrat Mag. Helmut Hirt ist über
diese neue Form der Gesundheitspolitik begeistert und sichert daher
der Projektleitung eine langfristige Unterstützung zu. Für die
Gebietskrankenkasse mit Obmann Josef Pesserl ist diese Initiative
unter dem Motto: "Vorbeugen statt Heilen" zielführend. Seit September
2006 werden alle neuen Maurerlehrlinge in der Steiermark medizinisch
betreut und erhalten ein begleitendes, auf sie angepasstes
Trainingsprogramm zur Vorbeugung von Erkrankungen am Stütz- und
Bewegungsapparat. Insgesamt wurden 209 Lehranfänger während ihrer
Ausbildung in der Bauakademie Steiermark und in der Berufsschule
Murau untersucht. Mittels verschiedener Gesundheitstests ist der
körperliche Ist-Zustand festgestellt und dokumentiert worden.
Verantwortlich dafür zeichnet der Projektleiter Prim. Dr. Klaus
Engelke.
"Die Einführung von "Fit4Work" ist als interventionelles Projekt
konzipiert und bezieht alle an der Maurer-Ausbildung beteiligten
"Lehrpersonen" ein. Dazu zählen die Ausbilder an der Berufsschule,
den Lehrbauhöfen, in den Betrieben und die im Rahmen dieses Projektes
beteiligten Sportwissenschafter und Ärzte," berichtet
Landesinnungsmeister Ing. Werner Frömmel. Auch die AUVA, vertreten
mit Dir. Stellv. Ing. Wolfgang Umgeher, ist Projektpartner, da durch
Schulungsprogramme zur Förderung der individuellen
Koordinationsparameter eine verbesserte Unfallverhütung ausgelöst
wird. AK-Präsident Walter Rotschädl ist überzeugt, dass es über die
Förderungsmaßnahmen zur Verbesserung der berufsbedingten Ergonomie zu
einer Verringerung der berufsbedingten frühen degenerativen
Veränderungen des Stütz- und Bewegungsapparates, einer Verlängerung
der individuellen Arbeitsfähigkeit und damit einer Verringerung der
krankheitsbedingten Frühpensionierungen kommen wird.
Die Evaluierung bzgl. der Ergebnisorientierung und Nachhaltigkeit
erfolgt durch das wissenschaftliche Team des COE des orthopädischen
Krankenhauses Theresienhof in Abgleichung mit den Verfahren und
Ergebnissen des Vorprojektes "Fit4Work".
Eine zehn Jahre anhaltende Verlaufsbeobachtung mit entsprechender
Evaluierung der Langzeitergebnisse wird im Rahmen dieses Projektes
gesichert.
Chronologie des Projektes Fit4work:
Das Sozialpartnerprojekt Fit4work ist nach einem Pilotversuch mit
28 steirischen Maurerlehrlingen in den Jahren 2000 bis 2004 nun in
einer breiten Umsetzungsphase. Ziel dieses Projektes ist es, eine
präventivmedizinische Reihenuntersuchung und eine Verlaufsbeobachtung
der Lehrlinge über den Zeitraum der gesamten drei Lehrjahre zu
machen.
Den steirischen Sozialpartnern Gewerkschaft Bau-Holz und
Landesinnung Bau ist es in Zusammenarbeit mit dem Orthopädischen
Krankenhaus "Theresienhof" Frohnleiten schon in der Pilotphase
gelungen, weitere Partner für dieses Projekt zu gewinnen: die
steirische Landesregierung, die AUVA, die GKK und die Arbeiterkammer.
In der ersten Stufe des Programms wurde der aktuelle
Gesundheitszustand der Lehrlinge erhoben, und dabei ist festgestellt
worden, dass Jugendliche bereits mit zahlreichen körperlichen
Defiziten in den Lehrberuf eintreten und diese nicht - wie
ursprünglich vermutet - erst im Laufe ihres Berufes auftreten.
Am Ende der dreijährigen Testzeit konnte man sogar wesentliche
Verbesserungen der körperlichen Voraussetzungen der Jugendlichen
feststellen. Dieser Pilotversuch wurde 2005 auch mit dem
"Anton-Benya-Einzelpreis zur Arbeitnehmerförderung" ausgezeichnet.
Durch die äußerst erfolgreichen Ergebnisse aus dem Pilotprojekt
waren die Sozialpartner fest entschlossen, ein relevantes
Gesundheitsschulungsprogramm in die Ausbildung an Lehrbauhöfen und in
steirischen Betrieben zu implementieren.
Nach intensiven Verhandlungen ist es nun gelungen, alle
beteiligten Partner wiederum "ins Boot zu holen" und die Finanzierung
dieser Aktion für die nächsten 13 Jahre für alle Maurerlehrlinge zu
sichern.
ÖGB, 9. Mai 2007
Nr. 305
Rückfragehinweis:
Projektkoordination: Gewerkschaft Bau-Holz Abg. z. NR Josef "Beppo" Muchitsch Mobil: 0664/614 55 42 E-Mail: [email protected] Pressetexte und Pressefotos: tt&k communications Thomas Trabi Mobil: 0664/8409 630 E-Mail: [email protected] www.josef-muchitsch.at www.bau-holz.at
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