Arbeiten am Bau darf nicht krank machen!

Einzigartiges Gesundheitsprojekt der steirischen Sozialpartner

Graz (GBH/ÖGB) - Ein einzigartiges Gesundheitsprojekt wurde heute von den steirischen Sozialpartnern in der Bauwirtschaft -Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) und Landesinnung Bau - mit Unterstützung der Arbeiterkammer, des Landes Steiermark, der Gebietskrankenkasse, der AUVA und des Krankenhauses Theresienhof präsentiert. Ziel dieses Projektes ist es, sämtliche jugendliche Maurerlehrlinge in ihrer dreijährigen Ausbildung arbeitsmedizinisch zu begleiten. ++++

Die Initiative zu diesem Projekt kam bereits 1998 von Josef Muchitsch, Stv. GBH-Bundesvorsitzender, steirischer Landessekretär und mittlerweile Nationalratsabgeordneter: "Tatsache ist, dass jugendliche Lehranfänger nicht in optimalem gesundheitlichen Zustand aus der Schule kommen. Es gilt daher, bereits vorhandenen körperlichen Defiziten mit Eintritt in die Lehre zu entgegnen und diese zu verbessern. Auch die Koordination und Reaktion im Bewegungsprozess soll gesteigert werden. Mit den geringen, aber effizienten Maßnahmen des Gesundheitsprojektes Fit4work wird es möglich sein, bis zu 80 Prozent Verbesserungen bei den körperlichen Defiziten zu erreichen."

Auch der steirische Gesundheitslandesrat Mag. Helmut Hirt ist über diese neue Form der Gesundheitspolitik begeistert und sichert daher der Projektleitung eine langfristige Unterstützung zu. Für die Gebietskrankenkasse mit Obmann Josef Pesserl ist diese Initiative unter dem Motto: "Vorbeugen statt Heilen" zielführend. Seit September 2006 werden alle neuen Maurerlehrlinge in der Steiermark medizinisch betreut und erhalten ein begleitendes, auf sie angepasstes Trainingsprogramm zur Vorbeugung von Erkrankungen am Stütz- und Bewegungsapparat. Insgesamt wurden 209 Lehranfänger während ihrer Ausbildung in der Bauakademie Steiermark und in der Berufsschule Murau untersucht. Mittels verschiedener Gesundheitstests ist der körperliche Ist-Zustand festgestellt und dokumentiert worden. Verantwortlich dafür zeichnet der Projektleiter Prim. Dr. Klaus Engelke.

"Die Einführung von "Fit4Work" ist als interventionelles Projekt konzipiert und bezieht alle an der Maurer-Ausbildung beteiligten "Lehrpersonen" ein. Dazu zählen die Ausbilder an der Berufsschule, den Lehrbauhöfen, in den Betrieben und die im Rahmen dieses Projektes beteiligten Sportwissenschafter und Ärzte," berichtet Landesinnungsmeister Ing. Werner Frömmel. Auch die AUVA, vertreten mit Dir. Stellv. Ing. Wolfgang Umgeher, ist Projektpartner, da durch Schulungsprogramme zur Förderung der individuellen Koordinationsparameter eine verbesserte Unfallverhütung ausgelöst wird. AK-Präsident Walter Rotschädl ist überzeugt, dass es über die Förderungsmaßnahmen zur Verbesserung der berufsbedingten Ergonomie zu einer Verringerung der berufsbedingten frühen degenerativen Veränderungen des Stütz- und Bewegungsapparates, einer Verlängerung der individuellen Arbeitsfähigkeit und damit einer Verringerung der krankheitsbedingten Frühpensionierungen kommen wird.

Die Evaluierung bzgl. der Ergebnisorientierung und Nachhaltigkeit erfolgt durch das wissenschaftliche Team des COE des orthopädischen Krankenhauses Theresienhof in Abgleichung mit den Verfahren und Ergebnissen des Vorprojektes "Fit4Work".

Eine zehn Jahre anhaltende Verlaufsbeobachtung mit entsprechender Evaluierung der Langzeitergebnisse wird im Rahmen dieses Projektes gesichert.

Chronologie des Projektes Fit4work:

Das Sozialpartnerprojekt Fit4work ist nach einem Pilotversuch mit 28 steirischen Maurerlehrlingen in den Jahren 2000 bis 2004 nun in einer breiten Umsetzungsphase. Ziel dieses Projektes ist es, eine präventivmedizinische Reihenuntersuchung und eine Verlaufsbeobachtung der Lehrlinge über den Zeitraum der gesamten drei Lehrjahre zu machen.

Den steirischen Sozialpartnern Gewerkschaft Bau-Holz und Landesinnung Bau ist es in Zusammenarbeit mit dem Orthopädischen Krankenhaus "Theresienhof" Frohnleiten schon in der Pilotphase gelungen, weitere Partner für dieses Projekt zu gewinnen: die steirische Landesregierung, die AUVA, die GKK und die Arbeiterkammer.

In der ersten Stufe des Programms wurde der aktuelle Gesundheitszustand der Lehrlinge erhoben, und dabei ist festgestellt worden, dass Jugendliche bereits mit zahlreichen körperlichen Defiziten in den Lehrberuf eintreten und diese nicht - wie ursprünglich vermutet - erst im Laufe ihres Berufes auftreten.

Am Ende der dreijährigen Testzeit konnte man sogar wesentliche Verbesserungen der körperlichen Voraussetzungen der Jugendlichen feststellen. Dieser Pilotversuch wurde 2005 auch mit dem "Anton-Benya-Einzelpreis zur Arbeitnehmerförderung" ausgezeichnet.

Durch die äußerst erfolgreichen Ergebnisse aus dem Pilotprojekt waren die Sozialpartner fest entschlossen, ein relevantes Gesundheitsschulungsprogramm in die Ausbildung an Lehrbauhöfen und in steirischen Betrieben zu implementieren.

Nach intensiven Verhandlungen ist es nun gelungen, alle beteiligten Partner wiederum "ins Boot zu holen" und die Finanzierung dieser Aktion für die nächsten 13 Jahre für alle Maurerlehrlinge zu sichern.

ÖGB, 9. Mai 2007
Nr. 305

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Projektkoordination: Gewerkschaft Bau-Holz
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