Studiengebühren-Refundierung: Broukal erfreut über Verhandlungsbereitschaft der ÖVP

Tutoren auch an den Unis einsetzen

Wien (SK) - Erfreut über die Verhandlungsbereitschaft der ÖVP in Sachen Refundierungsmodell für die Studiengebühren zeigt sich SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal. Broukal hatte kritisiert, dass in dem von Wissenschaftsminister Hahn präsentierten Entwurf der Beginn des Modells erst für das Wintersemester 2008/2009 geplant ist. Die ÖVP ist nun bereit zu prüfen, ob eventuell notwendige gesetzliche Voraussetzungen nicht schon bis kommenden Herbst realisiert werden können. ****

"Ich habe immer gesagt, dass es möglich sein muss, in drei Wochen zu prüfen, ob Gesetze geändert werden müssen - dafür braucht man nicht ein dreiviertel Jahr", so Broukal. Konkret geht es darum, dass der geplante Tutoren/-Mentoren-Einsatz nicht zu einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit wird. "Innerhalb von wenigen Wochen sollte klar sein, ob die bestehende Gesetzeslage ausreicht oder es zu gesetzlichen Korrekturen kommen muss, damit diese freiwillige Arbeit nicht sozialversicherungs- oder einkommenssteuerpflichtig wird", so Broukal. Er sei froh, dass sich die SPÖ mit dem Wunsch nach einer raschen Prüfung hier durchgesetzt hat.

Die SPÖ habe außerdem einen weiteren Vorschlag in die Verhandlungen um den jetzt vorliegenden Beamten-Entwurf aus dem Wissenschaftsministerium eingebracht. Man habe die Idee von VP-Wissenschaftssprecherin Brinek aufgegriffen, das Refundierungs-Modell auch auf Tutoren-Tätigkeit an den Unis selbst auszuweiten. Schon derzeit gibt es, etwa auf der Haupt-Uni in Wien, solche Tutoren, die jüngere Studierende bei Lehrveranstaltungen, Seminaren und Übungen begleiten und unterstützen. Sie bekommen von der Uni dafür die Studiengebühren ersetzt und zusätzlich ein kleines Gehalt. Broukals Vorschlag: Die Republik sollte die Studiengebühren für diese Tutoren den Unis zurückgeben; das Geld, das sich die Unis damit ersparen, sollten diese verwenden, um neue Tutoren-Stellen zu schaffen, wo wieder der Staat die Studiengebühren refundiert. "Gerade an den überlaufenen Massenfächern kann das Tutoren-System ein wesentlicher Beitrag sein, Studierende zu unterstützen und zu informieren und drop-out-Raten zu senken", so Broukal.

Es sei jedenfalls notwendig, so Broukal, über das Refundierungsmodell aus dem Ministerium nun im Detail zu reden. Problematisch sei etwa, dass die Mentoren-Tätigkeit - also die Lernhilfe für SchülerInnen - nur auf Schulen mit Nachmittagsbetreuung beschränkt sein soll. "In Niederösterreich haben z.B. 87 Prozent der HauptschülerInnen keine Nachmittagsbetreuung; auch in Wien findet die Nachmittagsbetreuung zum Großteil in Horten statt. Hier muss man zu intelligenteren Lösungen kommen, sonst kann der Großteil der SchülerInnen überhaupt nicht von den Mentoren profitieren", so der SPÖ-Abgeordnete abschließend. (Schluss) ah

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