• 03.05.2007, 12:05:49
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AUGE/UG: "Die Arbeitszeitflexibilisierung ist da - wo bleibt die Arbeitszeitverkürzung?"

Kritik der Alternativen und Grünen GewerkschafterInnen an Sozialpartnereinigung zu Arbeitszeiten: "Ziel Vollbeschäftigung einmal mehr konterkariert!"

Wien (OTS) - Auf weitgehende Ablehnung stößt die
Sozialpartnereinigung zur Arbeitszeit bei den Alternativen und Grünen
GewerkschafterInnen. "Mit der möglichen Ausweitung von
Überstundenarbeit im Ausmaß von 12 Stunden täglich, 60 Stunden
wöchentlich von 12 auf bis zu 24 Wochen im Jahr steigt der Druck auf
die einzelnen Beschäftigten länger und mehr zu arbeiten. Das geht auf
Kosten von Gesundheit, Freizeit und Lebensqualität der Beschäftigten.
Dadurch werden auch keinerlei Anreize geschaffen, neue Jobs in den
Betrieben zu schaffen. Und das konterkariert klar das Ziel der
Vollbeschäftigung und widerspricht auch allen bisherigen
Gewerkschaftsbeschlüssen, Arbeitszeitflexibilisierung gegen
Arbeitszeitverkürzung abzutauschen - was tatsächlich zu mehr
Arbeitsplätzen führen würde," kritisiert Markus Koza, Bundessekretär
der Alternativen und Grünen GewerkschafterInnen (AUGE/UG) und
Vertreter der Unabhängigen GewerkschafterInnen (UG) im ÖGB
Bundesvorstand die heute präsentierte Sozialpartnereinigung.

Kritik an Öffnung von Einzelvereinbarungen und Stärkung der
betrieblichen Ebene

Auf besondere Kritik stößt die Möglichkeit, die wöchentlichen
Höchstarbeitszeiten (12/60) in Betrieben ohne Betriebsrat auch in
schriftlichen Einzelvereinbarungen zu verankern: "Damit wird der
Druck auf einzelne ArbeitnehmerInnen, noch mehr Überstundenarbeit
abzuleisten, erhöht. Aufgrund der kleinunternehmerischen
Wirtschaftsstruktur hat die Mehrzahl der Betriebe keine
BetriebsrätInnen. Damit nimmt die von den Gewerkschaften stets
kritisch beurteilte Verbetrieblichung der Arbeitszeitpolitik immer
konkretere Formen an. Dabei sind die österreichischen
ArbeitnehmerInnen schon heute EU-Überstundenmeister, arbeiten
Vollzeitbeschäftigte bereits durchschnittlich 44,1 Stunden
wöchentlich. 'Arbeitsmedizinische Unbedenklichkeit' als Voraussetzung
ist dabei ein durchaus schwammiger Begriff, angesichts der
arbeitsmarktpolitischen Realitäten, wo die Angst vor dem Verlust des
Arbeitsplatzes bei vielen Beschäftigten dominiert wird dieser wohl
sehr weit ausgelegt werden," so Koza weiter.

Mehrstundenzuschläge bei Teilzeitarbeit - richtiger Schritt aber
zu wenig

Prinzipiell begrüßt wird die Mehrstundenzuschlagsregelung für
Teilzeitbeschäftigte. "Der Zuschlag von 25 % kann allerdings nur ein
erster Schritt sein. Mittelfristig müssen Mehrstunden bei
Teilzeitbeschäftigten wie Überstunden behandelt werden, um die
flexibel eingesetzte Teilzeitarbeit tatsächlich einzuschränken und zu
verteuern und damit die Zerlegung von Vollzeitarbeitsplätzen im
billigere Teilzeitjobs einzudämmen," fordern die Alternativen und
Grünen GewerkschafterInnen.

"Vom Ziel einer gerechteren Verteilung von Arbeit über eine
umfassende Arbeitszeitverkürzung, über den Abbau von
Überstundenarbeit sind wir jedenfalls wieder einmal mehr entfernt.
Die Stärkung der betrieblichen Ebene für Arbeitszeitregelungen wird
dagegen den Druck auf die Belegschaften noch einmal erhöhen,
insbesondere, wenn es keine starken BetriebsrätInnen gibt. Weiteren
Flexibilisierungsmaßnahmen sind damit Tür und Tor geöffnet. Dass die
Arbeitgeberseite sich begeistert zeigt, ist kein Wunder. Von einer
win-win Situation für beide Seiten zu sprechen erscheint uns in
diesem Zusammenhang geradezu grotesk," schließt Koza.

Rückfragehinweis:
Alternative und Grüne GewerkschafterInnen
Markus Koza, Bundesekretär, Tel: 0676/951 27 82
Internet: www.auge.or.at

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