• 27.04.2007, 12:10:32
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Rauchen in Lokalen: "Katastrophale Evaluierungsergebnisse"

Laut Ärztekammer droht Österreich zum "Schlusslicht in Sachen Nichtraucherschutz" zu verkommen

Wien (OTS) - Für Ärztekammerpräsident Walter Dorner hat die
Evaluierung der Nichtrauchersituation in der Gastronomie ein
erschreckendes Ergebnis gebracht. Statt der von der Wirtschaft
großspurig angekündigten 90-prozentigen Abdeckung durch
Nichtraucherbereiche hätten österreichweit lediglich 58 Prozent der
Lokale auf freiwilliger Basis Nichtraucherzonen eingeführt, in Wien
sogar nur 41 Prozent. "Das ist ein katastrophales Ergebnis
hinsichtlich der Mitarbeit und dem Verständnis der Gastronomen für
die nichtrauchenden Gäste", so Dorner. ****

Was den Ärztechef besonders stört: "Trotz der
Evaluierungsergebnisse weicht man vom Ziel eines kompletten
Rauchverbots in den Lokalen ab." Halbherzige Kompromisse jedoch
dienten nicht den Gesundheitsinteressen der Menschen: "Hier erwarte
ich mir von der Gesundheitsministerin ein deutlicheres Signal in
Richtung Nichtraucherschutz."

Laut Dorner habe die Evaluierung eindeutig gezeigt, dass mit
Freiwilligkeit nichts zu erreichen sei. Er gibt auch zu bedenken,
dass selbst in jenen Lokalen, wo es auf freiwilliger Basis eine
Trennung zwischen Raucher- und Nichtraucherbereichen gäbe, diese oft
nicht wirklich im Sinne eines effizienten Nichtraucherschutzes
umgesetzt würde. Dorner: "Was nützt es mir, wenn ich in einem Raum
ein paar Tische zu Nichtraucherzonen erkläre, und daneben keine zwei
Meter entfernt weiterhin lustig die Teerstoffe jedem Gast ins Gesicht
geblasen werden?" Umso erschreckender sei es daher, dass in Wien
nicht einmal die Hälfte aller Gastronomen bereit gewesen sei, auch
diese minimalen Anforderungen zu erfüllen.

Er sei jedenfalls davon ausgegangen, dass auch bei "weniger
dramatischen Evaluierungsergebnissen" hier klare Linien gezogen
würden. Gesundheitsministerin Kdolsky solle nun "mit ihrer typischen
Handschlagqualität" klare Entscheidungen treffen, nämlich: ein
Rauchverbot in Österreichs Lokalen und ohne Freistellung von
kleineren Gaststätten. Staaten wie Italien und Irland hätten dies mit
großem Erfolg schon vorgezeigt.

Das Argument von möglichen Umsatzeinbußen lässt Dorner jedenfalls
nicht gelten: "Aus Studien wissen wir, dass ein für alle Lokale
gültiges Rauchverbot keineswegs zu weniger Umsatz führen muss." Und
selbst im Falle kurzfristiger Einbußen müsse Gesundheit immer noch
vor Ökonomie und Profit gehen.

Die Ärztekammer werde jedenfalls weiterhin und vehement für ein
komplettes Rauchverbot in den Lokalen eintreten. "Das sind wir den
Menschen unseres Landes einfach schuldig", so Dorner abschließend.
(hpp)

Rückfragehinweis:

Ärztekammer für Wien - Pressestelle
   Dr. Hans-Peter Petutschnig
   Tel.: (++43-1) 51501/1223 od. 0664/1014222
   Fax: (++43-1) 51501/1289
   mailto:[email protected]
   http://www.aekwien.at

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