• 25.04.2007, 14:18:53
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  • OTS0291 OTW0291

Caritas zur 24-Std-Betreuung: "Demenzkranke einbeziehen, damit Teillösung nicht zu Scheinlösung wird"

Generalsekretär Wallner fordert Evaluierung schon nach sechs Monaten

Wien (OTS) - "Die heute beschlossene Teillösung für die 24-Stunden
Betreuung lässt eine große Gruppe von betreuungs- und
pflegebedürftigen Menschen im Regen stehen", kritisiert der
Generalsekretär der Caritas Österreich, Stefan Wallner, die heutige
Einigung im Ministerrat. Denn demenzerkrankte Personen befänden sich
überwiegend in den Pflegegeldstufen 1 bis 4 und seien somit von der
geplanten Förderung, die erst ab Pflegestufe 5 vorgesehen ist,
ausgeschlossen.

Wallner: "Damit die Teillösung nicht zur Scheinlösung wird, muss
die Pflegegeldeinstufung für Demenzerkrankte rasch den realen
Anforderungen angepasst werden." Denn: "Gerade diese Personengruppe,
wird in den nächsten Jahrzehnten wachsen und verstärkt Hilfe
brauchen."

Zudem müsse eine Evaluierung der Förderung der
24-Stunden-Betreuung schon nach sechs Monaten und nicht, wie derzeit
geplant, nach eineinhalb Jahren erfolgen. Wallner: "Spätestens nach
einem halben Jahr kann man sagen, ob die Neuregelung greift oder
nachgebessert werden muss." Problematisch sei auch die Tatsache, dass
alle Bedenken von ExpertInnen zur geplanten Selbstständigen-Variante
offenbar ignoriert würden, so Wallner weiter.

Ein "wichtiger Schritt zur Qualitätssicherung" sei, so der
Caritas-Generalsekretär, dass die geplante Regelung für die
Pflegepersonen eine regelmäßige Pflegeberatung vorsehe. Positiv sei
auch, dass durch die ASVG-Novelle die selbstversicherten, pflegenden
Angehörigen nun wesentlich besser unterstützt würden.

Die Neuregelung der 24-Stunden-Betreung, die nur rund fünf
Prozent der Pflegebedürftigen betreffe, sei "freilich nur ein
Puzzlestein für die Sicherung einer menschenwürdigen und leistbaren
Betreuung und Pflege für alle", betont der Caritas-Generalsekretär:
"Der große Wurf in der Pflegefrage fehlt noch. Es braucht ein
Gesamtkonzept mit einer gerechten Lastenteilung, beispielsweise über
einen Pflegelastenausgleichsfonds", ist Wallner überzeugt.

Rückfragehinweis:
Caritas Österreich
Silke Ruprechtsberger
Tel.: (++43-1) 48831/417 od. 0664/82 66 909

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