• 19.04.2007, 09:31:52
  • /
  • OTS0061 OTW0061

Schwarzböck: Bauern erhalten wieder Energie-Kompetenz zurück

Aktuelle Umfrage bestätigt Öko-Energie-Weg der Bauern

Güssing (AIZ) - "Energie aus Bauernhand" lautet der Schwerpunkt
der heurigen "Woche der Landwirtschaft", die in ganz Österreich vom
06. bis zum 12.05. stattfinden wird. "Mit diesem Motto sind die
Landwirtschaftskammern am Puls der Zeit. Denn die Bauern erhalten
gerade neben den Kernkompetenzen Ernährung, Erholung und Wasser auch
ihre vierte Kompetenz, nämlich die Erzeugung von erneuerbaren
Energien, wieder zurück. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Das
Erdölzeitalter geht zu Ende, sein Höhepunkt ist bereits
überschritten. Fast zwei Drittel der Vorräte liegen in Krisen-, ja
Kriegsregionen und der Klimawandel mit all seinen negativen Folgen -
auch das wird jetzt deutlich sichtbar - geht rascher voran, als
angenommen. Hier können die Bauern der Gesellschaft mit
nachwachsenden Rohstoffen und erneuerbarer Energie ein
klimafreundliches Angebot machen: Wir können Wärme, Strom und
Treibstoff zur Verfügung stellen", erklärte Rudolf Schwarzböck,
Präsident der LK Österreich, gestern anlässlich der Ankündigung der
"Woche der Landwirtschaft 2007".

Umfrage bestätigt Landwirtschaft

"Dieser neue Weg unserer Bauern sichert und schafft tausende neue
Arbeitsplätze in Industrie, Handwerk, Handel und Landwirtschaft und
kommt letztlich auch der heimischen Handelsbilanz zugute, da
einerseits weniger fossile Rohstoffe importiert, andererseits
hochwertige Umwelt-Technologieprodukte exportiert werden können. Auch
die Ergebnisse der nun präsentierten Umfrage des Instituts Oekonsult
bestätigen voll und ganz den Weg der heimischen Land- und
Forstwirtschaft", ergänzte Schwarzböck.

Konkret sprechen sich 85% der mehr als 1.200 Befragten in ganz
Österreich dafür aus, dass die Bauern "einen maßgeblichen Beitrag zu
einer nachhaltigen, ökologischen und klimabewussten Energieversorgung
aus regenerativen Rohstoffen leisten" und gleichzeitig dabei eine
"Vorreiterrolle in der EU" einnehmen. Mehr als 84% der Bevölkerung
zeigen sich bereit, diese Leistungen auch finanziell zu honorieren.
85% der Interviewten sehen keine Konkurrenz zwischen der Erzeugung
von Lebensmitteln und jener von Rohstoffen beziehungsweise Energie
und sind der Ansicht, dass "unsere Bauern beiden Aufgaben gerecht
werden". Das führt auch über 90% zur Überzeugung, dass eine von
"unseren Bauern gepflegte Kulturlandschaft für meine Heimat
Österreich wichtig" sei. Die Befragten orten auch den sozialen
Effekt, den die Erzeugung von Öko-Energie und -Rohstoffen im
ländlichen Raum mit sich bringt, denn sie sind bereit, "Maßnahmen und
Strategien" zu unterstützen, die "möglichst vielen Menschen Arbeit
und Lebensperspektiven durch landwirtschaftliche Energieproduktion"
bringen. Die hier dazu passende Tatsache, dass die energieautarke
Stadt Güssing in wenigen Jahren mit seiner Energiepolitik etwa 2.000
neue Arbeitsplätze geschaffen hat, finden daher 92% "großartig und
beispielgebend".

Diese Untersuchungs-Ergebnisse können auch unter
http://woche-der-landwirtschaft.at oder unter
www.oekonsult.at/oekonsultportal aus dem Internet kostenfrei bezogen
werden.

Forderungen der LK Österreich

"Die Land- und Forstwirtschaft ist bekanntlich der von der
Klimaänderung am stärksten betroffene Wirtschaftsbereich. Die
Auswirkungen sind direkt und unmittelbar zu spüren. Die Bauern haben
daher ein massives Interesse an effizienten Klimaschutzmaßnahmen auch
auf globaler Ebene. Dies verlangt aber einer Einbeziehung aller
Staaten, insbesondere der USA und Entwicklungsländer, für die
Post-Kyoto-Periode", stellte Schwarzböck den Forderungskatalog der
bäuerlichen Interessenvertretung vor und ergänzte:
"Klimaschutzaspekte müssen auch in den aktuellen WTO-Verhandlungen
berücksichtigt werden."

Weiters, so die LK-Forderungen, ist der Absatz österreichischer
Lebensmittel zu forcieren: Durch den verstärkten Kauf heimischer
Lebensmittel können die Konsumenten zur Reduktion der Treibhausgase
und überdies zur spürbaren Erhöhung der regionalen Wertschöpfung
beitragen, wie eine Studie der Österreichischen Hagelversicherung
gezeigt hat. Auch der Einsatz von biogenen Treibstoffen sowie die
Verwendung von Biomasse bei der Strom- und Wärmeerzeugung sind als
wirkungsvollste Klimaschutzmaßnahmen zu forcieren. Eine nationale
Biokraftstoffstrategie unter Einbindung insbesondere der
Rohstofflieferanten, der Verarbeitungsindustrie und der
Mineralölwirtschaft ist notwendig, um die im Regierungsprogramm
enthaltenen Ziele erfüllen zu können.

Darüber hinaus wird im Forderungskatalog der Bauernvertretung auf
die verstärkte Verwendung von Holz als Baustoff hingewiesen, was
jedoch entsprechende Anpassungen der Bauordnungen voraussetzt. Das
Instrument dafür sei eine Adaption der Voraussetzungen für die
Wohnbauförderung, die durch die Länder vorzunehmen seien, so der
LK-Präsident. Schließlich müssten Forschungsaktivitäten für die
politischen Entscheidungsträger entsprechende Grundlagen liefern.
Schwarzböck zusammenfassend: "Dass Maßnahmen im Inland auch
volkswirtschaftlich sinnvoll sind, sieht man an dem in Österreich
rasch wachsenden Wirtschaftszweig der Umwelttechnologie."
(Schluss)

Rückfragehinweis:
AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, mailto:[email protected]
http://www.aiz.info
FAX: (01) 535-04-38

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIZ

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel