• 18.04.2007, 13:40:56
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Neuer österreichischer Forschungs-Cluster für Geweberegeneration in Wien und Linz

LBG, MedUni Wien /Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik forschen mit finanzieller Unterstützung der AUVA unter Beteiligung des Oberösterreichischen Roten Kreuzes gemeinsam

Stellten heute gemeinsam den neuen Forschungscluster für Geweberegeneration vor: Clusterkoordinator Univ.-Prof. Dr. Heinz Redl, AUVA-Obmann Komm.-Rat Helmut Klomfar, Mag. Claudia Lingner, Geschäftsführerin der Ludwig Boltzmann Gesellschaft, und MedUni Wien-Rektor Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schütz

Wien (OTS) - Bereits Ende des Vorjahres wurde der
Kooperationsvertrag zur Gründung des Forschungsclusters für
Geweberegeneration unterzeichnet, der vor einigen Wochen seine Arbeit
aufgenommen hat. Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG), die
Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA), die Medizinische
Universität Wien (MUW) mit der Bernhard Gottlieb Zahnklinik stellten
heute ihre Zusammenarbeit bei einem Pressegespräch in Wien vor.

Ziele des Clusters sind ein besseres Verständnis der Regeneration
von Weichteilen, Knorpel, Knochen und Nerven und darauf aufbauend die
bessere therapeutische Unterstützung durch neue bzw. verbesserte
Behandlungsmethoden.
Die Forschungsaufgaben ergeben sich aus den therapeutischen
Notwendigkeiten und dem nachweislichen Nutzen für PatientInnen. Durch
die Clustergründung werden klinische ExpertInnen für Regeneration von
Knochen und Gelenken sowie für Neuroregeneration sowie
SpezialistInnen für bildgebende Verfahren wie Hochfeld Magnet
Resonanz in einer gemeinsamen Forschungsstruktur zusammengefasst.
Gleichzeitig wird diese Forschungstätigkeit durch ein
interdisziplinäres Team aus Biochemikern, Chemikern, Biophysikern,
Molekularbiologen, Biotechnologen, Elektronikern und
Veterinärmedizinern sowie Vertretern weiterer Fachbereiche ergänzt.

Fächerübergreifende Arbeit von mehr als 50 WissenschafterInnen

Das "Board" genannte Leitungsgremium des Clusters besteht aus den
Vertragspartnern und einem Vertreter der Blutbank des
oberösterreichischen Roten Kreuzes in Linz und trifft die
Grundsatzentscheidungen. Der Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts
für experimentelle und klinische Traumatologie, Univ.-Prof. Dr. Heinz
Redl, koordiniert den Cluster und die Arbeit der fünf
Programmlinienverantwortlichen. Alle Partner - auch die Blutbank des
Roten Kreuzes - sind in EU-Projekten vertreten, darunter gleich
dreifach im einzigen europäischen Network of Excellence für Tissue
Engineering "Expertissues".

Redl erklärt zur Arbeit im Cluster: "Durch die Zusammenführung der
verschiedentlich spezialisierten Forschergruppen im Cluster ist es
möglich, fächerübergreifend ein breites Spektrum an Methoden, von den
Grundlagen bis zur klinischen Anwendung, anzubieten. Insgesamt sind
für den Cluster mehr als 50 WissenschaftlerInnen tätig. Durch die
Partnerschaft mit der Blutbank des Roten Kreuzes Oberösterreich haben
wir zusätzlich die Möglichkeit, humane Zellen und Gewebe auch unter
für Patientenanwendung geeigneten Bedingungen zu präparieren."

Diese Techniken sind künftig für den klinischen Einsatz
vorgesehen. Verwendet werden vor allem Zellen aus Nabelschnurblut und
Plazenta, aber auch aus menschlichem Gewebe, das nach Fettabsaugungen
zur Verfügung steht.

Vorteile für Patient-Innen durch strategische Kooperation im Cluster

Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt leistet durch die
Finanzierung des LBI für experimentelle und klinische Traumatologie
einen beträchtlichen Anteil zur Verwirklichung des
Forschungsclusters. AUVA-Obmann Komm.-Rat Helmut Klomfar erklärte zur
Motivation der AUVA: "Die Unfallheilbehandlung mit allen geeigneten
Mitteln ist gemeinsam mit der Prävention, Rehabilitation und
Entschädigung nach Arbeitsunfällen eine unserer Kernaufgaben. Dabei
ist es der AUVA ein wichtiges Anliegen, die Forschung nach den
wirksamsten diagnostischen Methoden und therapeutischen Maßnahmen zur
bestmöglichen Behandlung von Unfallopfern zu unterstützen.
Fächerübergreifende Kooperationen wie diese erlauben es, die neuesten
gesicherten medizinischen Erkenntnisse zum Wohle der PatientInnen
sofort praktisch anzuwenden."

Mag. Claudia Lingner, Geschäftsführerin der Ludwig Boltzmann
Gesellschaft, betonte die strategischen Vorteile der Kooperation: "Im
Zuge unserer strategischen Neuorientierung ist die Idee zur Gründung
dieses Clusters entstanden, da wir größere Einheiten schaffen wollten
um die bisher aufgebaute Kompetenz besser nutzen zu können. Durch das
gemeinsame Auftreten der Partner, das gebündelte Know-how und das
Teilen der Forschungs- und Entwicklungsergebnisse schaffen wir auch
in diesem wichtigen Forschungsbereich eine kritische Masse, die uns
auch das Einwerben weiterer Drittmittel erleichtert. Gleichzeitig
vermeiden wir Doppelgleisigkeiten in der Forschungsarbeit und können
die Verwaltungskosten gering halten."

Wichtige Rolle in der Ausbildung von NachwuchsforscherInnen

Neben den Forschungsaktivitäten wird im neuen Cluster der
wissenschaftlichen Ausbildung große Bedeutung zugemessen. Diese ist
strukturiert und soll einen optimalen Zugang zu künftigen
wissenschaftlichen Aufgaben ermöglichen. Dies gilt vor allem für
Studierende und AbsolventInnen der Medizin. MedUni Wien-Rektor
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schütz erklärte dazu: Für die postgraduelle
Ausbildung ist der Cluster am Doktoratsstudium der Medizinischen
Wissenschaften mit dem Studienprogramm Regeneration von Knochen und
Gelenken der MUW maßgeblich beteiligt." Außerdem werden im Cluster
unter anderem StudentInnen der Universität Wien, der Technischen
Universität Wien und der Veterinärmedizinischen Universität Wien
betreut.

Schütz sieht die Beteiligung der MedUni Wien am Cluster auch in
einem direkten Zusammenhang mit deren Forschungsprofil, das durch die
aktuellen und zukünftigen medizinischen Herausforderungen geprägt
ist: "In Anbetracht der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung
ist mit einer deutlichen Zunahme der Knochen und Gelenkserkrankungen
zu rechnen. Der Häufigkeit der Erkrankungen des Stütz- und
Bewegungsapparates und den damit verbundenen hohen soziökonomischen
Folgekosten wird von Seiten der MedUni Wien somit Rechnung getragen."

Fünf Programmlinien bilden das Forschungsprogramm

In der ersten von fünf Programmlinien arbeitet ein Forscherteam an
der Verbesserung der Knorpel/Sehnen-Regeneration durch neue
Kombinationen von Zellen, Biomaterialien und Wachstumsfaktoren
beziehungsweise mechanischer Stimulierung. Ziel ist das Austesten
neuer Methoden und die Überführung in die klinische Anwendung, dabei
sollen vor allem bildgebende Verfahren zur Qualitätskontrolle
eingesetzt werden.

Das Team für Neuroregeneration beschäftigt sich mit Entwicklungen
zur Verbesserung der Regeneration des zentralen (Gehirn und
Rückenmark) und des peripheren Nervensystems nach Verletzungen und
sucht Möglichkeiten für die zukünftige Anwendung dieser Methoden bei
Patienten mit Erkrankungen des Gehirnes.

Ein weiteres interdisziplinäres Forschungsteam ist mit der
Entwicklung beziehungsweise Verbesserung von
Hämostase/Weichteiltherapieansätzen beschäftigt und hat ebenfalls die
klinische Anwendung als Ziel.

Die vierte Programmlinie entwickelt neue und verbesserte
Behandlungsverfahren für die Knochenregeneration (Ersatzmaterialien
und Implantatoberflächen) und untersucht aktuelle Therapiekonzepte im
Hinblick auf ihre Effizienz und ethische Vertretbarkeit in der
Praxis. Grundlagenforschung und optimierte biomechanische und
histologische Methoden unterstützen die Arbeit des Teams.
Diese Programmlinie wurde implementiert, weil durch die steigende
Lebenserwartung mit einer deutlichen Zunahme der Knochenerkrankungen
und damit verbundenen hohen sozioökonomischen Folgekosten zu rechnen
ist.

In einer fünften Programmlinie werden die Infrastruktur und das
Know-How der im Cluster kooperierenden Institutionen gemeinsam
genützt und in ein teilweise virtuelles Zentrum für präklinische
bildgebende Verfahren (Optisch, Röntgen, Magnetresonanz) eingebracht.
So können mehrere Aspekte eines Projektes gleichzeitig bearbeitet,
Langzeitprofile erstellt und die Anzahl der nötigen Versuchstiere
verringert werden.

Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Bild Service,
sowie im APA-OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:

Für inhaltliche Rückfragen zur Forschungsarbeit wenden Sie sich bitte an: 
   
   Ludwig Boltzmann Institut für experimentelle und klinische  
   Traumatologie
   Univ.-Prof. Dr. Heinz Redl
   mailto:[email protected] Tel.: 01-33110-462
   
   Für organisatorische Rückfragen wie Fotos, Texte, Kontaktdaten etc.
   wenden Sie sich bitte an: 
   
   Pleon Publico
   DI (FH) Mag. Thomas Goiser
   mailto:[email protected] Tel.: 01-71786-103
   
   Pressekontakt AUVA:
   Dr. Wilfried Friedl
   mailto:[email protected] Tel.: 01-33111-530
   
   Pressekontakt MedUni WIen:
   Mag. Nina Hoppe
   mailto:[email protected] Tel.: 01-40160-11 502

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