• 12.04.2007, 13:45:36
  • /
  • OTS0214 OTW0214

Ettl: Flexicurity-Modell ist kein Allheilmittel

Wien (SK) - Anlässlich der gestrigen Aussprache des Ausschusses
für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten des Europäischen
Parlaments mit dem schwedischen Arbeitsminister Sven-Otto Littorin
warnte der SPÖ-Europaabgeordnete Harald Ettl am Donnerstag gegenüber
dem SPÖ-Pressedienst davor, das Flexicurity-Modell als Allheilmittel
für die sozialen und wirtschaftlichen Probleme der EU heran zu
ziehen. ****

"Der Begriff Flexicurity, der eine Verschmelzung der Dimensionen
Flexibilität und Sicherheit des Arbeitsmarktes zum Ausdruck bringt,
ist in letzter Zeit beinahe zum Un- bzw. Drohwort für
ArbeitnehmerInnen geworden. Konkrete Umsetzungskonzepte, die die
Balance zwischen Flexibilität des Arbeitsmarktes und dessen
Sicherheit gewährleisten, fehlen bislang. Die Diskussion über das
Konzept, mit dem die Wachstumschance Europas verbessert und neue
Arbeitsplätze geschaffen werden sollen, soll nun jedoch neu
aufgerollt werden", so Ettl heute gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

Der bevorstehende Gewerkschaftskongress in Sevilla werde sich
offensiv mit der Frage der Flexicurity auseinandersetzen. Im Zuge
dieser Auseinandersetzung werden auch europäische
Good-Practice-Modelle für ArbeitnehmerInnen diskutiert werden,
erklärte der Europaabgeordnete. "Fest steht allerdings, dass sich
aufgrund länderspezifischer Charakteristika weder das erfolgreiche
schwedische Modell noch jenes Dänemarks eins zu eins auf alle
Mitgliedstaaten ummünzen lassen und somit keine Allheilmittel
darstellen können."

Allerdings bestehe Handlungsbedarf. Ettl: "Eine Analyse der
'Europäischen Stiftung für die Entwicklung von Lebens- und
Arbeitsbedingungen' hat sowohl einen Bedarf an Flexibilität des
Arbeitmarktes als auch an sozialer Sicherheit bestätigt. Beides ist
nötig, um der Verarmung bestimmter Teile der Gesellschaft
entgegenzuwirken bzw. vorzubeugen und um den Bedürfnissen der jungen
Generation besser gerecht zu werden."

"Sowohl der konservative schwedische Sozialminister als auch der
Sozialausschuss des Europäischen Parlaments sprechen sich für ein
offensives Vorgehen in dieser Frage aus. Dieses muss vor allem die
Komponente der Sicherheit zum Inhalt haben." Eine schwierige Frage
hierbei bleibe jedoch jene, ob die Mitgliedstaaten, die entsprechend
den politischen Mehrheitsverhältnissen mehr oder weniger in Fragen
der sozialen Sicherheit aufgeschlossen seien, oder die EU als
Kollektiv federführend bei der Gestaltung der Zukunft der Flexicurity
sein sollten, wie Ettl betont. Letztendlich sollte es möglich sein,
die Zielsetzungen von Wirtschaft und Politik mit einem höchst
möglichen Maß an sozialer Sicherung umzusetzen, schloss der
Europaabgeordnete. (Schluss) up/mp

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | SPK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel