- 12.04.2007, 12:41:07
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Biomasse als Teil der europäischen Klimastrategie
Bioenergie kann die Hälfte der erforderlichen CO2-Reduktionen aufbringen - Österreichischer Biomasse-Verband präsentiert Energiekonzept im EU-Parlament.
Wien (OTS) - "Die Entscheidung des Europäischen Rats vom 9. März
2007, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 20 % zu senken,
erfordert eine dramatische Umstellung im Energiesystem Europas",
betont Heinz Kopetz, Vorsitzender des Europäischen und
Österreichischen Biomasse-Verbandes, anlässlich des "Fair Energy
Round Tables" im Europaparlament in Brüssel, einer Veranstaltung des
Ökosozialen Forums Europa, des Europäischen Biomasse-Verbandes AEBIOM
und des Energy Globe. "Das bedeutet, dass wir den Verbrauch von
Kohle, Öl und Gas um rund 300 Millionen Tonnen Öläquivalente (Mtoe)
senken müssen. Biomasse kann die Hälfte dieser Bringschuld erfüllen",
erklärt Kopetz. Der Bioenergieeinsatz müsste dafür bis 2020 von
derzeit 74 Mtoe auf etwa 220 Mtoe erhöht werden. "Biomasse ist das
größte erneuerbare Energiepotenzial, das wir in Europa haben. Um
diesen grünen Schatz zu heben, brauchen wir allerdings politische
Rahmenbedingungen, die den Biomasseeinsatz optimieren."
Wärme aus Biomasse energetisch am sinnvollsten
Um den maximalen Klimaeffekt zu erreichen, müssen folgende
Prinzipien beim energetischen Biomasseeinsatz unbedingt eingehalten
werden:
- Hohe Hektarerträge
- Effiziente Umwandlungstechnologie
- Maximale CO2-Einsparung
"Je nachdem welche Energiepflanzen verwendet werden und mit
welcher Technik die darin enthaltene Energie zu Endenergie
umgewandelt wird, variiert der Ertrag an Endenergie zwischen 1 und 5
Tonnen Öläquivalenten pro Hektar", so der Vorsitzende weiter. "Gerade
hinsichtlich unserer limitierten Flächenressourcen - besonders in
Österreich, aber genauso in der Europäischen Union - und der
Flächenkonkurrenz mit der Nahrungs¬mittel¬produktion müssen wir also
sehr gut überlegen, wie wir die Biomassepotenziale nutzen." Die
Wärmenutzung der Biomasse schneidet hier eindeutig am besten ab. Eine
Million Hektar, auf denen feste Biomasse zum Heizen angebaut wird,
reduzieren den CO2-Ausstoß um bis zu 12 Millionen Tonnen, ein
deutlich höherer Wert als er bei Biotreibstoffen zu erreichen ist.
Flüssige Biotreibstoffe sind allerdings ein wichtiger Bestandteil
einer Strategie zur Erhöhung der Versorgungssicherheit in Europa und
werden daher in Zukunft eine wichtige Rolle im Bioenergiemix
einnehmen.
Wärme aus Biomasse bedeutet nicht nur hohe Hektarerträge gepaart
mit sehr hoher Energieausbeute, sondern ist auch der größte "Markt"
in der Europäischen Union. "50 % des europäischen Endenergiebedarfs
entfallen auf Wärme. Und diese Wärme wird teilweise sehr ineffizient
- z. B: elektrisch - erzeugt. Hier schlummert ein gewaltiges
Treibhausgas-Reduktionspotenzial", erinnert Kopetz. Nach der
Wärmenutzung sind auch die kombinierte Strom- und Wärmeerzeugung bzw.
Biogas als Treibstoff sehr klimaeffektive Biomassenutzungen. Mit
Abstand am schlechtesten ist die reine Stromerzeugung, wo zwei
Drittel der Energie als Abwärme in die Luft geblasen wird. Das
Gleiche gilt übrigens für kalorische bzw. atomare Kraftwerke.
"Biomasse kann einen gewaltigen Beitrag zur Erreichung der Ziele
der EU-27 leisten. Hohe Effizienz, hohe Hektarerträge und hohe
CO2-Reduktionseffekte müssen die bestimmenden Kriterien für die
anstehenden nationalen Aktionspläne zur Umsetzung der Ratsbeschlüsse
sein", fordert Kopetz abschließend. "Dann kann Europa ein weltweites
Vorbildmodell im Bioenergiebereich werden."
Rückfragehinweis:
DI Stephan Grausam Österreichischer Biomasse-Verband Franz Josefs-Kai 13, A-1010 Wien Tel: +43-1-533 07 97-32 Mobil: +43-664-855 68 01 Fax: +43-1-533 07 97-90 E-Mail: [email protected]
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