Klimabericht: Neusiedlersee wird austrocknen

FPÖ-Umweltsprecher Hofer: Österreich muss auch vor der eigenen Türe kehren

Wien (OTS) - Aufgrund der dramatischen Fakten im UN-Klimabericht, ist davon auszugehen, dass ohne wirksame Gegenmaßnahmen der Neusiedlersee noch in diesem Jahrhundert völlig und vor allem endgültig austrocknen wird. Auch das Skifahren in Österreich wird der Vergangenheit angehören und Wasser wird mehr denn je ein unbezahlbarer Bodenschatz werden.

FPÖ-Umweltsprecher NAbg. Norbert Hofer: "Natürlich ist es notwendig, im Rahmen der Völkergemeinschaft an einem Strang zu ziehen und notwendige Maßnahmen zu setzen. Österreich ist aber aufgefordert, auch vor der eigenen Tür zu kehren. Kaum ein anderes Land der Erde ist in so reichem Ausmaß mit einem Schatz an erneuerbaren Energieträgern ausgestattet. Und trotzdem haben wir uns freiwillig in eine fossile Abhängigkeit begeben. Wir importieren Öl und Gas aus dem Ausland, meist handelt es sich bei diesen Ländern um demokratiepolitische Entwicklungsgebiete, oft sind es Kriegsgebiete."

Die FPÖ fordert die Bundesregierung auf, in Österreich folgende Maßnahmen zum Schutz der Umwelt und zur Erreichung einer Energieautonomie umzusetzen:

o Lebensmittel, die mehr als 500 km Transportweg zurückgelegt haben, sind zu kennzeichnen.

o Steuerliche Entlastung für alle Fahrzeuge, die weniger als 4 Liter Treibstoff auf 100 km verbrauchen.

o Sofortiger Austritt aus dem Euratom-Vertrag: Das Geld soll zweckgebunden für Forschung und Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energie in Österreich Verwendung finden.

o Aufhebung des "Anti-Ökostromgesetzes" und Vorlage eines Gesetzesentwurfes für ein Erneuerbare Energien Gesetz für Österreich.

o Ein generelles Verbot von Öl-, Erdgas-, und Elektrodirektheizungen im Neubau, nach umfassenden Sanierungen und im Falle von Heizungstausch: Wer heute eine derartige Heizung einbaut, präjudiziert die Abhängigkeit Österreichs von ausländischen Energieträgern für die nächsten drei Jahrzehnte. Ein Verbot des Einbaus derartiger Anlagen schränkt die Freiheit des einzelnen Bürger also weniger ein, als es sie erhöht.

o Erweiterung des Energie-Aufklebers im Elektrogerätebereich:
Einführung eines repräsentativen "Lebensbelastungszyklus" für alle Elektrogeräte (Leuchtmittel, Geschirrspüler, Waschmaschinen, Kühlschränke usw.). Über diesen Zyklus sollen für jedes Gerät die Stromkosten errechnet werden, die der Kunde bei durchschnittlicher Verwendung über die Lebensdauer der Maschine erwarten darf. Sie müssen neben dem "Energielabel" auf jedes Gerät deutlich sichtbar angebracht werden. So kann der Käufer auf einen Blick entscheiden, ob er lieber ein qualitativ hochwertiges Gerät (das noch dazu eine längere Nutzungsdauer haben wird) erwirbt, oder ein Gerät, dessen niedrigerer Kaufpreis nach wenigen Jahren von den höheren Stromkosten eingeholt werden wird.

o Beschleunigte Einführung des Gebäudeenergieausweises: Nur so kann ein Häuselbauer, Mieter oder Wohnungseigentümer sich ein Bild über ein Wohnobjekt machen. In einem solchen Ausweis müssen neben Heizkosten auch vorausberechnete Kosten zur Klimatisierung ausgewiesen werden. Ein Kunde, der nicht über künftige Betriebskosten informiert wird, kauft die Katze im Sack! Durch einen solchen Ausweis steigt der Anreiz für die Bauwirtschaft, Energie-, und Kosten sparend zu bauen.

o Wohnraumlüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung für alle öffentlichen Gebäude. Die zulässigen CO2-Werte, insbesondere in Schulklassen, werden regelmäßig überschritten. Gesunde Luft bei Fort-und Weiterbildungs-Einrichtungen aber auch allen anderen öffentlichen Gebäuden führt zu weniger Krankenständen und höherer Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter. Durch die Wärmerückgewinnung werden nebenbei die Heizkosten reduziert.

o Energieberatung - vor allem für Häuselbauer und Wohnungssuchende - per kostenlosem Beratungsscheck! Unbürokratische Abwicklung und direkte Abrechnung über die Länder. Die Beratung muss unverbindlich und firmenneutral sein und darf deshalb insbesondere nicht durch Energieversorgungsunternehmen erfolgen.

o Beendigung des behördlich verordneten Anschlusszwanges von fossil betriebenen Kraftwerken.

o Pendlerpauschale: Umtauschmöglichkeit für Pendler auf ÖBB-Jahreskarte für die ganze Familie. So kann sich der Pendler einen Zweitwagen sparen.

o Verpflichtender Einbau von Solaranlagen in mehrgeschossigen Familienwohnhäusern: Je größer eine Solaranlage ist, desto effizienter arbeitet sie und desto günstiger ist sie in ihrer Errichtung. Deshalb ist grundsätzlich in jedem Gebäude mit mehr als zwei Wohneinheiten eine Solaranlage zur Heizungsunterstützung zu verordnen. Derzeit wird im Gegensatz dazu aufgrund der Deckelung der Errichtungskosten für Gebäude im sozialen Wohnbau (ein bestimmter Betrag pro m2 Wohnnutzfläche darf dabei nicht überschritten werden) der Einbau von Solaranlagen, Dämmfassaden oder Biomasseheizungen oft verhindert. So werden gerade den sozial Schwachen in diesem Land langfristig hohe Betriebskosten aufgebürdet. Die Kosten, die durch die Errichtung von Systemen zur Energieeinsparung aller Art verursacht werden, dürfen deshalb in Zukunft nicht mehr in die Errichtungskosten mit eingerechnet werden.

o Die jeweilige Landes-Bauordnung muss festlegen, dass bei allen Wohnungen mit Warm- und Kaltwasseranschluss eine Anschlussmöglichkeit für Waschmaschinen und Geschirrspüler bestehen muss. Die Errichtung von Anlagen zur Regenwassernutzung (Hauswasserwerke) ist bei Neubauten und Sanierungen von Bauten öffentlicher Wohnbauträger ernsthaft zu prüfen. Im Falle einer solchen Errichtung ist auch ein Anschluss der Waschmaschinen an diese Anlagen zu ermöglichen.

o Einweisung der Beamten von Bundesdenkmalamt und anderen Instanzen in Fassadentechniken, die eine energetische Sanierung bei gleichzeitiger Wahrung des äußeren Erscheinungsbildes gewährleisten:
In sehr vielen Fällen werden vom Bundesdenkmalamt Objekte genehmigt, die Zweifel an der Geschmackssicherheit der entscheidungsbefugten Beamten aufkommen lassen. In Bezug auf Dämmfassaden oder Solaranlagen werden hingegen in der Praxis oftmals nicht nachvollziehbare Hürden aufgestellt. Und das, obwohl Dämmfassaden mit den heute verfügbaren Dekorelementen genauso aussehen können wie ihre historischen Vorbilder. Bei denkmalgeschützten Bauwerken ist es auch möglich, farbige Photovoltaikanlagen bzw. farbige thermische Kollektoren zu verwenden.

Norbert Hofer: "Das Regierungsprogramm beschäftigt sich nur in einigen wenigen und oberflächlichen Sätzen mit Energieautonomie und Klimaschutz. Konkrete Maßnahmen gibt es keine. Ich habe die Umsetzung obiger Punkte in einem Antrag im Parlament beantragt. Es liegt an den Regierungsparteien, ihre Mehrheit im Parlament zur Umsetzung dieser Initiative einzusetzen. Durch Sonntagsreden werden wir keinen Schritt weiter kommen."

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