Gewerbe und Handwerk: 2006 war Langzeitrekordjahr

24.000 Facharbeiter fehlen - Export zog merklich an - Weiter fehlende öffentliche Aufträge und Druck durch Preiskonkurrenz

Wien (OTS) - Über ein Rekordjahr 2006 freut sich die Bundessparte Gewerbe und Handwerk: "Mehr als ein Drittel der Betriebe konnten ihren Jahresumsatz steigern. Das Gewerbe konnte 15.000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und auch bei den Investitionen hatten wir mit einem Plus von 20 Prozent eine Trendwende", unterstreicht der Obmann der Bundessparte Gewerbe, Georg Toifl die Ergebnisse, heute, Freitag, im Rahmen der Konjunktur-Pressekonferenz. Auch für 2007 erwarte man eine durchaus positive Entwicklung. Hauptprobleme sind - trotz sich verringender Bedeutung - die Preiskonkurrenz und der Fachkräftemangel der Betriebe. "27 Prozent der Betriebe sind durch Fachkräftemangel in ihrer Geschäftstätigkeit beeinträchtigt. Hochgerechnet fehlen damit zumindest 24.000 Fachkräfte im Gewerbe und Handwerk", so der Obmann.

Das Gewerbe, so Toifl, sei in der Ausbildung seines Facharbeiternachwuchses nicht nachlässig gewesen, das Verhältnis zwischen Arbeiter und Lehrling betrage 1:10, sodass auf rund 600.000 Beschäftigte 60.000 Lehrlinge kommen. In den Betrieben zwischen 10 und 49 Mitarbeitern bilden 70 Prozent der Firmen Lehrlinge aus. "Wir würden auch mehr Lehrlinge ausbilden, wenn nicht teilweise wesentliche Ausbildungsziele bei jungen Menschen nicht erreicht würden und damit die Lehrvertragsreife nicht erreicht sei", betonte der Gewerbe-Obmann.

Insgesamt sieht Toifl die Facharbeiterproblematik als Problem, das es gelte "gemeinsam zu lösen". Die ersten 800 in Aussicht gestellten Facharbeiter seien ein erster Schritt, könnten aber angesichts des Bedarfs nicht die endgültige Lösung sein. Vielmehr müsse man zu einer weiteren Öffnung kommen. Eine kurzfristige Umschulung von Arbeitlosen sei nur bedingt möglich: "In drei Wochen bekommen sie keinen qualifizierten Schweißer, die Ausbildung hierfür dauert zumindest 2 Jahre", so der Gewerbe-Obmann. Das österreichische Gewerbe und Handwerk biete daher eine gleichberechtigte Zusammenarbeit für eine Qualifizierungsoffensive an: Während das Unternehmen die aktive Auf-und Umschulung von zukünftigen Facharbeitern übernimmt, sollen die Kosten der Aufschulung vom AMS gegenfinanziert werden. Es entsteht eine Win-Win-Situation: Fachkräfte, die länger arbeitslos waren oder angelernte Arbeitnehmer werden zu qualifizierten Fachkräften ausgebildet.

Walter Bornett, Leiter der KMU Forschung Austria, sah die Prognosen in den Vorquartalen nun bestätigt: "Wir haben 2006 ein Rekordjahr mit fast 60 Mrd. Euro im Umsatz erlebt. Real ist der Umsatz im Gewerbe um 2 Prozent gewachsen." Der Anteil der Exporterlöse am Gesamtumsatz lag bei 7 Prozent (Vorjahr: 6 %). Auch bei den Unternehmensgründungen (Anteil Gewerbe 33,5 %) und bei den Lehrlingen (1.100 zusätzliche Lehrlinge) verzeichnete man ein Rekordjahr. Auch 2007 habe bisher sehr gut begonnen, die Erwartungen für den weiteren Jahresverlauf seien optimistisch, das Stimmungsbarometer zeige mit + 22 Prozentpunkten steil nach oben. Hauptproblem sei - wenn auch mit abnehmender Tendenz die Preiskonkurrenz - die Ertragslage sei mit Prozent Gewinn vom Umsatz nicht berauschend. Und auch bei den öffentlichen Aufträgen müsse man einen weiteren Rückgang hinnehmen. (us)

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