- 30.03.2007, 12:32:09
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Gewerbe und Handwerk: 2006 war Langzeitrekordjahr
24.000 Facharbeiter fehlen - Export zog merklich an - Weiter fehlende öffentliche Aufträge und Druck durch Preiskonkurrenz
Wien (OTS) - Über ein Rekordjahr 2006 freut sich die Bundessparte
Gewerbe und Handwerk: "Mehr als ein Drittel der Betriebe konnten
ihren Jahresumsatz steigern. Das Gewerbe konnte 15.000 zusätzliche
Arbeitsplätze schaffen und auch bei den Investitionen hatten wir mit
einem Plus von 20 Prozent eine Trendwende", unterstreicht der Obmann
der Bundessparte Gewerbe, Georg Toifl die Ergebnisse, heute, Freitag,
im Rahmen der Konjunktur-Pressekonferenz. Auch für 2007 erwarte man
eine durchaus positive Entwicklung. Hauptprobleme sind - trotz sich
verringender Bedeutung - die Preiskonkurrenz und der Fachkräftemangel
der Betriebe. "27 Prozent der Betriebe sind durch Fachkräftemangel in
ihrer Geschäftstätigkeit beeinträchtigt. Hochgerechnet fehlen damit
zumindest 24.000 Fachkräfte im Gewerbe und Handwerk", so der Obmann.
Das Gewerbe, so Toifl, sei in der Ausbildung seines
Facharbeiternachwuchses nicht nachlässig gewesen, das Verhältnis
zwischen Arbeiter und Lehrling betrage 1:10, sodass auf rund 600.000
Beschäftigte 60.000 Lehrlinge kommen. In den Betrieben zwischen 10
und 49 Mitarbeitern bilden 70 Prozent der Firmen Lehrlinge aus. "Wir
würden auch mehr Lehrlinge ausbilden, wenn nicht teilweise
wesentliche Ausbildungsziele bei jungen Menschen nicht erreicht
würden und damit die Lehrvertragsreife nicht erreicht sei", betonte
der Gewerbe-Obmann.
Insgesamt sieht Toifl die Facharbeiterproblematik als Problem, das
es gelte "gemeinsam zu lösen". Die ersten 800 in Aussicht gestellten
Facharbeiter seien ein erster Schritt, könnten aber angesichts des
Bedarfs nicht die endgültige Lösung sein. Vielmehr müsse man zu einer
weiteren Öffnung kommen. Eine kurzfristige Umschulung von Arbeitlosen
sei nur bedingt möglich: "In drei Wochen bekommen sie keinen
qualifizierten Schweißer, die Ausbildung hierfür dauert zumindest 2
Jahre", so der Gewerbe-Obmann. Das österreichische Gewerbe und
Handwerk biete daher eine gleichberechtigte Zusammenarbeit für eine
Qualifizierungsoffensive an: Während das Unternehmen die aktive Auf-
und Umschulung von zukünftigen Facharbeitern übernimmt, sollen die
Kosten der Aufschulung vom AMS gegenfinanziert werden. Es entsteht
eine Win-Win-Situation: Fachkräfte, die länger arbeitslos waren oder
angelernte Arbeitnehmer werden zu qualifizierten Fachkräften
ausgebildet.
Walter Bornett, Leiter der KMU Forschung Austria, sah die
Prognosen in den Vorquartalen nun bestätigt: "Wir haben 2006 ein
Rekordjahr mit fast 60 Mrd. Euro im Umsatz erlebt. Real ist der
Umsatz im Gewerbe um 2 Prozent gewachsen." Der Anteil der
Exporterlöse am Gesamtumsatz lag bei 7 Prozent (Vorjahr: 6 %). Auch
bei den Unternehmensgründungen (Anteil Gewerbe 33,5 %) und bei den
Lehrlingen (1.100 zusätzliche Lehrlinge) verzeichnete man ein
Rekordjahr. Auch 2007 habe bisher sehr gut begonnen, die Erwartungen
für den weiteren Jahresverlauf seien optimistisch, das
Stimmungsbarometer zeige mit + 22 Prozentpunkten steil nach oben.
Hauptproblem sei - wenn auch mit abnehmender Tendenz die
Preiskonkurrenz - die Ertragslage sei mit Prozent Gewinn vom Umsatz
nicht berauschend. Und auch bei den öffentlichen Aufträgen müsse man
einen weiteren Rückgang hinnehmen. (us)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Stabsabteilung Presse Mag. Ulrike Sporer Tel.: (++43) 0590 900-4161 Fax: (++43) 0590 900-263 mailto: [email protected] http://wko.at/Presse
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