• 27.03.2007, 13:50:04
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LEADER TOP: Vorbildliche Projekte im ländlichen Raum ausgezeichnet

Minister Pröll und Forum Land-Obmann Grillitsch prämieren Preisträger

Wien (AIZ) - Im Marmorsaal des Lebensministeriums wurden am
Montagabend die Preisträger des agrarischen Innovationspreises im
ländlichen Raum "LEADER TOP" ausgezeichnet. Für diesen von Forum Land
und der "Bauernzeitung" heuer erstmals ausgeschriebenen Preis wurden
51 Einreichungen verzeichnet. Die sechs besten Projekte erhielten
einen Preis. "Eigentlich hätte jedes eingelangte Projekt eine
Auszeichnung verdient, denn all diese Initiativen dokumentieren auf
individuelle Weise ein vorbildliches Engagement vor Ort und den
positiven Einfluss auf die jeweilige Region", zeigte sich der Obmann
von Forum Land, Fritz Grillitsch, erfreut. Bundesminister Josef Pröll
bedankte sich bei den Teilnehmern und bezeichnete die
EU-Gemeinschaftsinitiative LEADER als "wichtiges und bisher sehr
erfolgreich eingesetztes Werkzeug bei der Unterstützung der
Wirtschaft im ländlichen Raum".

Grillitsch unterstrich, dass es insbesondere dank der Bemühungen
von Minister Pröll auf EU-Ebene gelungen sei, eine Aufstockung der
LEADER-Mittel auf EUR 50 Mio. pro Jahr in der neuen Periode 2007 bis
2013 zu erreichen. Das bringe noch mehr Chancen und Wertschöpfung für
die Regionen. "LEADER ist durch die hervorragende Arbeit aller
Beteiligten vor Ort zu einem wichtigen Impulsgeber für unsere
Regionen geworden. Entgegen dem Trend zur Globalisierung wird damit
auch vermehrt für Beschäftigung am Land gesorgt", waren sich Pröll
und Grillitsch einig.

Pröll verwies in diesem Zusammenhang auf das Beispiel Irland, das
es geschafft habe, durch effiziente Nutzung von EU-Fördermitteln vom
Armenhaus Europas zu einer sehr erfolgreichen Region zu werden. Als
besonders wichtig bezeichnete der Minister den Grundsatz, dass
LEADER-Initiativen nicht von oben verordnet, sondern an der Basis
entwickelt und branchenübergreifend getragen werden.

1. Preis geht an steirisches "Almenland"

Der 1. LEADER TOP-Preis im Wert von EUR 4.000,- geht an das
steirische "Almenland". Die zwölf Gemeinden dieser Region schlossen
sich zusammen, um gemeinsam für einen attraktiveren Lebensraum
einzutreten. Zum Leitprojekt wurde das Almochsenfleisch "Almo". Heute
füttern 550 Bauern jährlich unter strengen Auflagen 4.600
österreichische Almochsen und erzielen damit einen Umsatz von etwa
EUR 5 Mio. Kooperationen zwischen Landwirten, Tourismus, Gemeinden
und Gewerbe wie der Firma Schirnhofer zeichnen diese erfolgreiche
Region aus. So bieten 22 Almenwirte regionale Produkte an. Weitere
Projekte wie das Almholz, die Bauernspezialitäten oder die ARGE
Landschaftspflege wurden entwickelt. Bis Ende der Förderperiode
wurden 55 Projekte mit rund EUR 20 Mio. umgesetzt. Steigende
Nächtigungszahlen sowie die Schaffung von 60 Voll- und 180
Teilzeitarbeitsplätzen sprechen für sich.

Innviertler Baumkronenweg mit 2. Platz ausgezeichnet

Der oberösterreichische "Baumkronenweg" landet auf dem zweiten
Platz und wird mit EUR 2.000,- belohnt. Interessierte Besucher können
im oberösterreichischen Sauwald durch Baumkronen wandern. Mit
pädagogisch wertvollen Konzepten, Schautafeln und Führungen wird
Wissen rund um das Thema Forstwirtschaft und Natur vermittelt. In
einer integrierten Jausenstation wird besonderer Wert auf den Verkauf
regionaler Produkte gelegt, und in den Baumhäusern können Besucher
sogar übernachten. Der Bekanntheitsgrad der Region wurde durch diese
touristische Attraktion enorm gesteigert. 21 Arbeitsplätze wurden
geschaffen, und bereits in der Investitionsphase wurden Aufträge
beinahe ausschließlich an heimische Betriebe erteilt. Anfang August
2006 konnte nach einjähriger Betriebszeit bereits der 250.000
Besucher begrüßt werden.

Erfolgreiche Markenentwicklung im Pielachtal

Weitere EUR 1.000,- gehen an den Drittplatzierten, die
"Markenentwicklung Pielachtal": Die Frucht des Dirndlstrauches
(Kornelkirsche) prägt die Pielachtaler Kulturlandschaft der
niederösterreichischen Voralpen. Die Entwicklung der Marken- und
Themenwelt "Pielachtal - das Dirndltal" führte zu einer gestärkten
Identifikation der Bevölkerung mit ihrer Region. Viele Ideen wie die
Wahl der Dirndlkönigin, der Dirndlkirtag und ein Fotowettbewerb
wurden bereits realisiert. Die Ernte der arbeitsintensiven, in
Vergessenheit geratenen Halbkulturpflanze hat wieder zugenommen und
die qualitativ hochwertigen Produkte (Dirndlbrand, Likör, Saft und
Marmelade) finden großen Absatz. Die Produktpalette wird stetig
erweitert, der durch die professionelle Vermarktung gesteigerte
Absatz ist ein zusätzliches Standbein für die Bergbauern.

Anerkennungsurkunden für weitere Projekte

Die Projekte "Bergholz" aus Vorarlberg, das burgenländische "Rund
um´s Moor" und das "Wanderreiten Mühlviertler Alm" aus Oberösterreich
erhalten jeweils eine Auszeichnung für ihr vorbildliches Engagement.

Eine hochkarätig besetzte Jury unter der Vorsitzführung von
Geschäftsführer Fritz Kaltenegger hatte die schwierige Aufgabe, aus
allen Einsendungen die sechs besten Projekte auszuwählen, welche dann
auf der Homepage von Forum Land und in der Österreichischen
Bauernzeitung vorgestellt wurden. Die Leser und User hatten zwei
Wochen die Möglichkeit, für ihr Lieblingsprojekt zu stimmen, um den
Sieger zu küren. 4.313 gültige Stimmen wurden per E-Mail, Fax oder
Postkarte abgegeben. Die endgültige Reihung ergab sich durch eine
Kombination aus Jurybewertung und Abstimmungsergebnis. Dieser
Innovationspreis soll ab sofort jährlich ausgeschrieben werden.

Bis zu 100 LEADER-Regionen in neuer Förderperiode erwartet

Wie berichtet, sieht der Entwurf für das neue Programm Ländliche
Entwicklung in der Periode 2007 bis 2013 mehr Mittel für die
Regionalförderung vor. Für die EU-Gemeinschaftsinitiative LEADER+
sind insgesamt rund EUR 350 Mio. vorgesehen, in der Periode 2000 bis
2006 waren es EUR 164 Mio. Diese Gemeinschaftsinitiative der EU ist
gewissermaßen eine Schnittstelle zwischen Agrar- und Regionalpolitik.
Das Programm läuft in Österreich seit dem EU-Beitritt 1995. Derzeit
gibt es im Land 56 LEADER-Regionen, die insgesamt 1.119 Gemeinden
beziehungsweise eine Fläche von rund 47.000 Quadratkilometer
umfassen. Für die neue Förderperiode geht man von einer Zulassung von
maximal 100 LEADER-Regionen aus.

LEADER muss über sogenannte "lokale Aktionsgruppen" in
abgegrenzten Regionen umgesetzt werden. Die Anerkennung der Regionen
erfolgt über ein Auswahlverfahren. Geförderte Projekte müssen
verschiedene EU-Vorgaben erfüllen. Dabei geht es um die Vernetzung
lokaler Partnerschaften und das Zusammenwirken verschiedener
Wirtschaftsbereiche (Land- und Forstwirtschaft, Gewerbe, Tourismus,
Gastronomie, Kultur usw.); gefragt sind besonders innovative
Konzepte. Im Lebensministerium erfolgt die Koordination dieser
EU-Initiative, hier geht man davon aus, dass im Frühsommer 2007 der
Aufruf zur Einreichung neuer LEADER-Projekte für die Periode 2007 bis
2013 erfolgt.
(Schluss) kam

Rückfragehinweis:
AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, mailto:[email protected]
http://www.aiz.info
FAX: (01) 535-04-38

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