• 23.03.2007, 15:47:12
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Wiener Stadtlandwirtschaft: Neue Chancen durch Produktinnovationen

Experten diskutieren alternative Energie- und Stoffproduktion

Wien (AIZ) - Die Frage, welche Chancen und Möglichkeiten sich der
Wiener Stadtlandwirtschaft durch neue Produkte eröffnen, stand
gestern im Mittelpunkt einer Tagung von Forum Land Wien und dem
Ökosozialen Forum. Der inhaltliche Schwerpunkt der Veranstaltung
wurde in den Bereichen Energie- und Stoffproduktion gesetzt.
Univ.-Prof. Gerlind Weber, Präsidentin des Ökosozialen Forums Wien,
und Franz Windisch, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Wien,
konnten zahlreiche Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik
begrüßen.

Narodoslawsky: Biogene Wende schaffen

Univ.-Prof. Michael Narodoslawsky vom Institut für
Ressourcenschonende und Nachhaltige Systeme der Technischen
Universität Graz zeigte in seinem Einstiegsreferat die Ausgangslage
und die Chancen der Landwirtschaft in unmittelbarer Nähe zur Stadt
auf: "Erdöl wird in den nächsten Jahren das Fördermaximum
überschreiten. Eine starke Schwankung bei den Preisen weist bereits
jetzt auf die Notwendigkeit hin, auf andere Energieträger
umzusteigen", analysierte Narodoslawsky. Der Biomasse komme in dieser
Frage nicht die Rolle des Ersatzes von fossilen Rohstoffen zu,
sondern sie stelle einen wichtigen Bestandteil eines zukünftigen,
nachhaltigen Ressourcensystems dar. "Ein erster, notwendiger Schritt
ist, dass sich die Landwirtschaft selbst mit Energie versorgt und
damit mit gutem Beispiel vorangeht", betonte der Experte.

Stadtlandwirtschaft ist Schaufenster

"Die Nähe zum Konsumenten zeichnet die Stadtlandwirtschaft aus.
Ihr kommt die Rolle eines Schaufensters für die Gesellschaft zu",
beschrieb Narodoslawsky die stadtnahe Produktion. Die Rolle des
Landwirtes umfasse dabei mehrere Dimensionen. Der Aufbau nachhaltiger
Versorgungskonzepte und die Etablierung einer langfristigen
Stoffflusswirtschaft müssten Ziele der Stadtlandwirtschaft sein, so
der Wissenschafter.

Innovationen schaffen Vorsprung

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden von den Teilnehmern
Beispiele und Herausforderungen beschrieben, die aus den einzelnen
Aufgabenfeldern resultieren. Wolfgang Löser, Landwirt aus
Niederösterreich, präsentierte sein Konzept des ersten
energieautarken Bauernhofes Österreichs. Andreas Eigenbauer, Leiter
des Dezernates "Energie" in der MA 27, stellte das
Energieeffizienzprogramm der Stadt Wien vor, das deutliche
Einsparungen bringen soll. Georg Patak vom Projekt "Ökokauf Wien"
berichtete über die Bemühungen der Stadt Wien dar, die
Auftragsvergabe an ökologische Kriterien zu knüpfen.

Ewald Lehner von der Firma bioMAT in Schwaz/Tirol erläuterte
verschiedene Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen, die allesamt
kompostierbar sind. Abschließend hielt LK-Vizepräsident Windisch
fest, "dass Umweltschutz allen Beteiligten etwas wert sein muss und
nicht nach dem Florianiprinzip immer auf andere abgeschoben werden
kann". Die Wiener Stadtlandwirtschaft werde sich jedenfalls diesen
Herauforderungen stellen.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, mailto:[email protected]
http://www.aiz.info
FAX: (01) 535-04-38

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