• 23.03.2007, 08:30:19
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Seniorenbund-Europabeauftragte und EU-Abgeordnete a.D. Dr. Marilies Flemming zum 5O. Geburtstag der Römischen Gründungsverträge

Wien (OTS) - Der 5O. Geburtstag der "Römischen Verträge" soll und
darf für uns alle Grund sein, die Errungenschaften der Europäischen
Union und ihre gemeinsamen Werte aufzuzählen. Am 25. März 1957
unterzeichneten die sechs Gründungsmitglieder Deutschland,
Frankreich, Italien, Belgien, die Niederlande und Luxemburg die
"Römischen Verträge", die die rechtliche Grundlage der europäischen
Einigung bilden.

Nach mehreren Erweiterungsrunden umfasste die Gemeinschaft mit der
Aufnahme Österreichs, Finnlands und Schweden l995 15
Mitgliedsstaaten.

Am 1. Mai 2OO4 traten 10 neue Länder der Europäischen Union bei.
Polen, die Slowakei, Slowenien, die Tschechische Republik, Ungarn,
die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie die
Mittelmeerinseln Malta und Zypern kamen dazu. Und seit dem 1. Jänner
dieses Jahres sind auch Bulgarien und Rumänien Mitglieder der
Europäischen Union.

Was also l957 die Vision von wenigen war, ist heute Realität. Eine
Realität, die freilich große Herausforderungen an die alten und vor
allem an die neuen Mitgliedsstaaten stellt. Denn die EU stellt ganz
konkrete Bedingungen an jedes Mitgliedsland. Die wichtigsten sind
eine stabile Demokratie, die Wahrung der Menschenrechte, der Schutz
von Minderheiten und eine funktionsfähige Marktwirtschaft.

Besonders stolz dürfen wir wohl darauf sein, dass die EU die erste
Staatengemeinschaft der Welt ist, deren Mitglieder die Todesstrafe
abgeschafft haben. Wer von Humanität und Menschenrechten, ja von
Christentum und Gewaltlosigkeit spricht, der sollte auch danach
leben: die Staaten der Europäischen Union tun es.

In Zeiten der Globalisierung machen Probleme an nationalen Grenzen
nicht Halt. Die einzelnen Staaten können sie nicht alleine lösen.
Globale Herausforderungen, wie Klimaveränderungen, der internationale
Terrorismus, das Elend und der Hunger in der Welt können nur
gemeinsam - im Sinne europäischer Interessen und Werte gemeistert
werden.

Die größte Herausforderung der Zukunft der Europäischen Union
steckt allerdings im Verhältnis der Union zu ihren eigenen Bürgern.
Es ist dringend notwendig, den direkt gewählten Europaabgeordneten
mehr Kompetenzen zu geben, und Bürgern und Organisationen der
Zivilgesellschaft mehr Mitsprache zu ermöglichen. Es muss europaweite
Volksabstimmungen geben und die Möglichkeit, die Kommission zu
zwingen, sich mit bestimmten Themen zu befassen. Die Europäische
Union muss noch viel transparenter und demokratischer werden. Es wird
an uns allen liegen, dass diese Entwicklung nicht die nächsten 5O
Jahre dauert.

Rückfragehinweis:
Österreichischer Seniorenbund
Mag. Martin Amor
Tel.: 01/40126-157

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