- 22.03.2007, 12:28:04
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Trotz Erhöhung: Pendlerpauschale bleibt ungerecht
Linz (OTS) - Als "Tropfen auf den heißen Stein" bezeichnet
AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer die gestern von der Regierung
angekündigte Erhöhung des Pendlerpauschales. Wenn man die Entwicklung
der Treibstoffpreise der letzten Jahre betrachtet und die gestern
gleichzeitig beschlossene Erhöhung der Mineralölsteuer mit
berücksichtigt, werden Arbeitnehmern/-innen ihre Kosten auch trotz
Erhöhung nicht ausreichend ersetzt.
Nur in den seltensten Fällen werden die tatsächlichen Fahrtkosten
von Arbeitnehmern/-innen für ihre Fahrt zum Arbeitsplatz durch das
Pendlerpauschale abgedeckt. Eine Rückerstattung dieser Fahrtkosten
ist aber keineswegs ein "Geschenk". Das sind notwendige Ausgaben zur
Ausübung des Berufes. Die derzeit geltenden Pauschalierungen bilden
die Realität aber bei weitem nicht ab.
Hauptkritikpunkt der Arbeiterkammer ist die Wirkungsweise des
derzeitigen Pendlerpauschales: als Freibetrag, der das zu
versteuernde Einkommen reduziert, benachteiligt es Personen mit
niedrigen Einkommen. Daher haben alle Pendlerinnen und Pendler, die
wenig verdienen, von der Erhöhung des Pendlerpauschalen überhaupt
keinen Nutzen. Und das, obwohl die Kosten für die Fahrt zwischen
Wohnort und Arbeitsplatz bei vielen von ihnen 20 Prozent und mehr des
Nettoeinkommens verschlingen.
Die Arbeiterkammer fordert rasch eine realistische steuerliche
Berücksichtigung der Fahrtkosten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz.
Das Pendlerpauschale NEU muss für alle Arbeitnehmer/-innen unabhängig
von der Höhe ihres Einkommens gelten. Daher ist sie von einem
Freibetrag in einen Steuerabsetzbetrag umzuwandeln und bei
Bezieher/-innen von Niedrigsteinkommen als Gutschrift
("Negativsteuer") auszuzahlen.
Diese Direktzahlung soll dann auch den Benützern/-innen öffentlicher
Verkehrsmittel zustehen. "Auch die Preise für Bus und Bahn sind in
den vergangenen Jahren erheblich gestiegen", stellt Kalliauer fest,
"und die wenigsten erhalten diese Kosten von ihrem Arbeitgeber
ersetzt." In ein solches neues System soll auch der allgemeine
Verkehrsabsetzbetrag integriert werden, der übrigens seit fast 20
Jahren nicht erhöht wurde!
Kontakt: Dr.in Sabine Naderer, Tel. 050/6906-2178
E-Mail: [email protected]
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2182
mailto:[email protected]
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