Trotz Erhöhung: Pendlerpauschale bleibt ungerecht

Linz (OTS) - Als "Tropfen auf den heißen Stein" bezeichnet AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer die gestern von der Regierung angekündigte Erhöhung des Pendlerpauschales. Wenn man die Entwicklung der Treibstoffpreise der letzten Jahre betrachtet und die gestern gleichzeitig beschlossene Erhöhung der Mineralölsteuer mit berücksichtigt, werden Arbeitnehmern/-innen ihre Kosten auch trotz Erhöhung nicht ausreichend ersetzt.

Nur in den seltensten Fällen werden die tatsächlichen Fahrtkosten von Arbeitnehmern/-innen für ihre Fahrt zum Arbeitsplatz durch das Pendlerpauschale abgedeckt. Eine Rückerstattung dieser Fahrtkosten ist aber keineswegs ein "Geschenk". Das sind notwendige Ausgaben zur Ausübung des Berufes. Die derzeit geltenden Pauschalierungen bilden die Realität aber bei weitem nicht ab.

Hauptkritikpunkt der Arbeiterkammer ist die Wirkungsweise des derzeitigen Pendlerpauschales: als Freibetrag, der das zu versteuernde Einkommen reduziert, benachteiligt es Personen mit niedrigen Einkommen. Daher haben alle Pendlerinnen und Pendler, die wenig verdienen, von der Erhöhung des Pendlerpauschalen überhaupt keinen Nutzen. Und das, obwohl die Kosten für die Fahrt zwischen Wohnort und Arbeitsplatz bei vielen von ihnen 20 Prozent und mehr des Nettoeinkommens verschlingen.

Die Arbeiterkammer fordert rasch eine realistische steuerliche Berücksichtigung der Fahrtkosten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Das Pendlerpauschale NEU muss für alle Arbeitnehmer/-innen unabhängig von der Höhe ihres Einkommens gelten. Daher ist sie von einem Freibetrag in einen Steuerabsetzbetrag umzuwandeln und bei Bezieher/-innen von Niedrigsteinkommen als Gutschrift ("Negativsteuer") auszuzahlen.

Diese Direktzahlung soll dann auch den Benützern/-innen öffentlicher Verkehrsmittel zustehen. "Auch die Preise für Bus und Bahn sind in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen", stellt Kalliauer fest, "und die wenigsten erhalten diese Kosten von ihrem Arbeitgeber ersetzt." In ein solches neues System soll auch der allgemeine Verkehrsabsetzbetrag integriert werden, der übrigens seit fast 20 Jahren nicht erhöht wurde!

Kontakt: Dr.in Sabine Naderer, Tel. 050/6906-2178
E-Mail: sabine.naderer@akooe.at

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2182
presse@ak-ooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0002