- 22.03.2007, 11:35:39
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Leitl: Europa ist mehr als die Addition von 27 Mitgliedern
WKÖ-Präsident betont positive Rolle der Sozialpartner in Europa und fordert Vorrang für Vertiefung statt für Erweiterung - Österreich hat von EU massiv profitiert
Wien (PWK205) - Der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich,
Christoph Leitl, betonte bei einer Pressekonferenz vor der
Festveranstaltung zu "50 Jahre Römische Verträge" in der Nationalbank
die wichtige Funktion der Sozialpartner in Europa: "Viele Menschen
fürchten sich vor der Zukunft, etwa vor den Auswirkungen der
Globalisierung oder des technischen Wandels. Hier haben die
Sozialpartner eine wichtige Funktion. Sie haben den Wandel zu
begleiten, sie haben den Menschen Mut zu geben und Ängste zu nehmen."
Das österreichische Beispiel der Sozialpartnerschaft sei in Europa
sehr respektiert. Aufgabe sei nun, alles zu tun, dass wir in Europa
genügend Wirtschaftswachstum erreichen, um die Arbeitslosigkeit zu
senken und damit soziale Sicherheit zu schaffen.
Leitl betonte an Hand etlicher Bespiele wie Export, Investitionen,
Wohlstand oder Wirtschaftswachstum, wie sehr Österreich von Europa
profitiert hat: "Was wurden in Österreich nicht Bedenken vor der
Integration, vor der Währungsumstellung, vor der EU-Erweiterung
geäußert. Rückblickend gesehen haben sich diese Ängste alle in Luft
aufgelöst. Natürlich soll Kritik sein, aber letztlich hat Österreich
von der EU massiv profitiert. Österreich steht heute besser da als je
zuvor, weil es im Herzen von Europa liegt."
Was die Zukunft Europas betrifft, warnte Leitl vor der Illusion,
"dass der tote Hund EU-Verfassung mit noch ein paar Kompromissen
wiederbelebt werden kann und das Vertrauen der Bürger gewinnt."
Ausgehend von den 13 Euro-Staaten habe jetzt eine Vertiefung der
Union Vorrang vor einer Erweiterung. Neben der Währungsunion brauche
man jetzt eine gemeinsame Wirtschaftspolitik inklusive Bildung,
Forschung, Infrastruktur, brauche man eine gemeinsame Sozialpolitik,
eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik. Um dies zu erreichen,
könne es ohne weiteres ein Europa der mehrfachen Geschwindigkeiten
geben. Leitl: "Niemand soll gezwungen werden, an einer Vertiefung in
Richtung einer politischen Union teilzunehmen, es soll aber auch
niemand daran gehindert werden. Klar ist: Europa ist mehr als die
Addition von 27 Mitgliedsstaaten und ihrer Interessen." (RH)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Stabsabteilung Presse Mag. Rupert Haberson Tel.: (++43) 0590 900-4362 Fax: (++43) 0590 900-263 mailto:[email protected] http://wko.at/Presse
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