- 20.03.2007, 09:36:57
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CO2-Pickerl für Obst und Gemüse - Wichtl: "Weder praktikabel noch kontrollierbar"
Lebensmittelhandels-Obmann: "Kein Alleingang Österreichs mit unpraktikabler Regelung" - Durch bestehende Kennzeichnung schon jetzt erkennbar, woher Lebensmittel kommen
Wien (PWK193) - "Man soll Konsumenten nicht für dumm verkaufen",
äußert sich Alois Wichtl, Obmann des Bundesgremiums des
Lebensmittelhandels in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ),
skeptisch zu den Vorschlägen für so genannte "CO2-Pickerl" zur
Kennzeichnung weit gereister Lebensmittel in heimischen Regalen.
Wichtl macht darauf aufmerksam, "dass bei Lebensmitteln, insbesondere
bei Obst und Gemüse wie bei zum Beispiel Trauben, Äpfel, Karotten
oder Paradeiser durch umfassende
Lebensmittel-Kennzeichnungsbestimmungen für die Konsumenten schon
jetzt ersichtlich ist, woher die Ware stammt."
Eine Kennzeichnung für verarbeitete Lebensmittel nach dem
angedachten Modell durch Aufkleber sei weiters weder nach logischen
noch nach logistischen Gesichtspunkten betrachtet praktikabel bzw.
kontrollierbar: "Wer bestimmt die Kilometer, die ein aus mehreren
Ingredienzien bestehendes Nahrungsmittel zurückgelegt hat und wer
kontrolliert das? Wie wird beispielsweise bei einem Apfelstrudel
vorgegangen, der steirische Äpfel, aber Rosinen aus der Türkei
enthält?", veranschaulicht Wichtl die Problematik an Hand konkreter
Beispiele.
Er warnt vor Anlassgesetzgebung und unüberlegten Alleingängen
Österreichs, denn: "Der internationale Handel ist keine
Einbahnstraße!" Exportinteressen bzw. Exporterfolge der
rot-weiß-roten Nahrungsmittelproduktion könnten durch negative
internationale Berichterstattung stark beeinträchtigt werden. Zudem
können umweltpolitische Maßnahmen und gesetzliche Rahmenbedingungen
für Produktion und Vermarktung von Lebensmitteln nur im europäischen
Gleichklang erfolgen. "Abgesehen von der politischen Ausgrenzung
Österreichs hätte eine nationale Regelung massive
Wettbewerbsnachteile österreichischer Unternehmen zur Folge", gibt
Lebensmittelhandels-Obmann Wichtl zu bedenken.
Ganz klar bekennt sich der heimische Lebensmittelhandel zu seiner
umweltpolitischen Verantwortung. Schon seit Jahren existieren stetig
ausgebaute Kooperationen zwischen Landwirtschaft und Handel, als
Beispiel sei das steirische Projekt "Nimm Dir das Beste" erwähnt. Der
Handel unterstützt auch Aktivitäten zur Vermarktung biologisch
angebauter bzw. regionaler Produkte (Stichwort "Nachhaltige Wochen"
), die zu einem regelrechten Boom beispielsweise bei biologischen
Lebensmitteln geführt haben.
Der Lebensmittelhandel äußert jedenfalls Bedenken gegen
populistische Anlassregelungen, "die", so Wichtl, "auf eine
Bevormundung hinauslaufen. Vielmehr sind in diesem Zusammenhang die
mündigen Konsumenten und deren Kaufentscheidungen gefragt."
(JR)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich BGr des Lebensmittelhandels Mag. Richard Franta Tel.: (++43) 0590 900-3000 mailto:[email protected] http://www.lebensmittelhandel.or.at
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