- 17.03.2007, 12:48:37
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Bures zu Kinderbetreuung: Jetzt alle Kräfte bündeln
Nur breite gemeinsame Kraftanstrengung führt zum Erfolg
Wien (OTS) - "Es ist Zeit für eine gemeinsame Kraftanstrengung" -
Frauenministerin Doris Bures schlägt vor, alle Kräfte für einen
Ausbau der Kinderbetreuungsplätze an einen Tisch bringen. Nur eine
gemeinsame Initiative der zuständigen MinisterInnen und
StaatssekretärInnen, der Parlamentsparteien, der Arbeiterkammer, der
Wirtschaftskammer, des Gewerkschaftsbundes, der
Industriellenvereinigung, der Landeshauptleutekonferenz, des
Städtebundes und des Gemeindebundes könne zum Erfolg führen. ****
Über den Mangel an Betreuungsplätzen bestehe nach längerem Wegschauen
und Stillstand nun endlich breite Übereinstimmung, "wir müssen nun
daran gehen, aus den sehr erfreulichen Absichtserklärungen 'echte
Betreuungsplätze’ zu machen", so Bures.
"Die Familien wünschen sich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie",
verweist Bures auf eine SORA-Umfrage. Demnach finden es 66 Prozent
der Frauen "sehr wichtig" und weitere 20 Prozent "wichtig", dass Kind
und Beruf vereinbar sind.
Ein flächendeckendes Betreuungsangebot würde außerdem die
Frauenbeschäftigung erhöhen (je besser das Betreuungsangebot, umso
mehr Frauen sind berufstätig; 155.000 Frauen würden gerne Vollzeit
arbeiten, wenn dies durch ein entsprechendes Kinderbetreuungsangebot
möglich wäre) und damit dem WIFO-Weißbuch für Wachstum und
Beschäftigung entsprechen. Darin heißt es: "Eine verstärkte
Beteiligung von Frauen am Erwerbsleben würde nicht nur zu einem
verbesserten Einsatz der Humankapitalressourcen und damit zu einer
Produktivitätssteigerung und zu einer Forcierung des
Dienstleistungssektors beitragen, sondern auch zu einer nachhaltigen
Finanzierung der Renten- und Gesundheitssysteme sowie zu einer
Stärkung des sozialen Zusammenhalts führen."
"In den Ländern, wo das Betreuungsangebot stimmt, ist auch die
Geburtenrate höher", verweist Bures auf Dänemark (1,8 Kinder),
Schweden (1,77) und Frankreich (1,94). Im Vergleich dazu liege
Österreich mit 1,41 sogar unter dem EU-Schnitt. "Das beweist, dass
sich Familien leichter für ein Kind entscheiden, wenn die
Rahmenbedingungen stimmen", so die Frauenministerin.
Auch in Hinblick auf das EU-weite Barcelona-Ziel einer
33-prozentigen Betreuungsquote für die unter 3-Jährigen bis 2010 habe
Österreich dringenden Handlungsbedarf. In Österreich liegt die
Betreuungsquote in dieser Altergruppe derzeit bei 12 Prozent.
Schließlich gab Bures zu bedenken, dass Kinderbetreuung auch der
Wirtschaft nützt: Wird die Betreuungslücke geschlossen, fließen 130
Millionen Euro in die öffentliche Hand zurück (durch zusätzliche
Abgaben und Einsparungen bei der Arbeitslosenversicherung). Pro Euro,
der in Kinderbetreuung investiert wird, fließen über
volkswirtschaftliche Effekte zwischen 1,3 und 2 Euro zurück (Analyse
der WU Wien).
Rückfragehinweis:
Susanna Enk Pressesprecherin der Bundesministerin für Frauen, Medien und Öffentlichen Dienst Minoritenplatz 3 1014 Wien Tel.: (+43 1) 53115/2132 E-Mail: susanna.enk@bka.gv.at
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