• 15.03.2007, 09:41:34
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Erbschaftssteuer: Auf immer mehr Vermögen immer weniger Steuern

Bei niedriger Vermögenssteuer und sichtbar werdender sozialer Ungleichheiten ökonomisch und verteilungspolitisch falsche Entscheidung

Wien (OTS) - "Angesichts der niedrigen Vermögenssteuern in
Österreich und sichtbar werdender sozialer Ungleichheiten ist die
Abschaffung der Erbschaftssteuer eine ökonomisch und
verteilungspolitisch falsche Entscheidung.", kommentiert die
Armutskonferenz den gestrigen Ministerrat. "Der Anteil
vermögensbezogener Steuern liegt im EU-Durchschnitt bei 2,2%, in
Österreich bei 0,6%."

"Die Erbschaftssteuer könnte so reformiert werden, dass sie zu
Verteilungsgerechtigkeit beiträgt, beispielsweise durch Einführung
einer Erbersatzsteuer bei Privatstiftungen. Das allein brächte 180
Millionen Euro Einnahmen.", so das österreichische
Anti-Armutsnetzwerk.

"In der Armutsbekämpfung, in der Pflege und in Bildungsmaßnahmen
für sozial Benachteiligte muss man um jeden Euro kämpfen,", weiß die
Armutskonferenz aus leidvoller Erfahrung, "wenn es um die
einflussreichen Interessen geht, ist Geld plötzlich kein Problem
mehr. Österreich wird zum einzigen westliche Industrieland, das weder
eine Vermögenssteuer, noch eine Börsenumsatzsteuer, noch eine
Erbschafts- und Schenkungssteuer hat."

Armutskonferenz. "Auf immer mehr Vermögen gibt es immer weniger
Steuern. Dafür: Auf Löhne immer mehr Abgaben. Und immer höhere
indirekte Steuern. Die geringen Einkommen werden voll von den
indirekten Steuern getroffen. Das unterste Einkommensdrittel wird
durch Massensteuern doppelt so stark belastet wie das oberste. Um 466
Euro (Statistik Austria) zahlen Österreichs Haushalte seit dem Jahr
2000 im Schnitt mehr Abgaben als davor."

Die Gewinnquote wie auch die Gesamtvermögen steigen. In den
vergangenen Jahrzehnten ist der Lohnanteil am Volkseinkommen deutlich
zurückgegangen, die Besitzeinkommen und die Einkünfte aus
Finanzvermögen dagegen stark angewachsen. Die bereinigte Lohnquote
fiel von 71% im Jahr 1981 auf 59% im Jahr 2003. Die Reallöhne und die
realen Gehälter pro Kopf stiegen von 1980 bis 2003 langsamer als die
gesamtwirtschaftliche Produktivität. Bei den Niedrigsteinkommmen gibt
es Reallohnverluste.

Die obersten 1% der Bevölkerung besitzen 34% des Gesamtvermögens,
die obersten 10% zwei Drittel des Gesamtvermögens. Zum Gesamtvermögen
gehören Geldvermögen, Immobilienvermögen und Unternehmensbesitz, so
die Armutskonferenz abschließend.

http://www.armut.at/Reichtum%20in%20%D6sterreich,%20tabellen.doc

Rückfragehinweis:
DIE ARMUTSKONFERENZ. - Österreichisches Netzwerk gegen Armut und
soziale Ausgrenzung.
www.armutskonferenz.at
Tel.: 0664/ 544 55 54
Koordinationsbüro: 01/ 402 69 44

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