- 14.03.2007, 09:58:33
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Stein- und keramische Industrie verzeichnet 2006 Rekordzuwachs von über acht Prozent
Größter Zuwachs seit 15 Jahren - Trend zu mehr Beschäftigung hält an - Aufschwung für Baustoffindustrie von der Politik nachhaltig abgesichern
Wien (PWK179) - Der Fachverband der Stein- und keramischen
Industrie der WKÖ präsentierte heute die jährlich unter seinen
Mitgliedsunternehmen durchgeführte Konjunkturerhebung. "Wir hatten
2006 die größten Umsatzzuwächse seit 12 Jahren", freute sich Erhard
Schaschl, Obmann des Fachverbandes, über die guten Ergebnisse. Mit
einem Zuwachs von rund EUR 260 Mio. stieg der Umsatz auf fast EUR
3,44 Mrd. Dies bedeutet ein Umsatzplus von 8,17 Prozent gegenüber dem
Vergleichswert aus 2005. "Der Boom in der Bauwirtschaft im
vergangenen Jahr zog die vorgelagerte Baustoffindustrie regelrecht
mit", erklärte Schaschl die Rekordsteigerung. Besonders gut schnitten
die Schotterindustrie (+12,2%) und die exportorientierte Sparte
Feinkeramik (+12,5%) ab. Betonstein-, Zement- und Ziegelindustrie
bewegten sich auf der Höhe des Fachverbandsdurchschnitts.
Besonders erfreulich ist, dass der Trend zu mehr Beschäftigung
weiter anhält. "Mit insgesamt 15.436 Beschäftigten per Jahresende
hatten wir 2006 einen Zuwachs von 2,65 Prozent und setzten damit die
Trendumkehr bei den Beschäftigten weiter fort", hob Schaschl hervor.
Sowohl bei den Angestellten (+2,76 %) als auch bei den Arbeitern
(+2,59 %) konnten Zuwächse verzeichnet werden.
Die alljährliche Konjunkturerhebung des Fachverbandes ist ein
verlässliches Vergleichsbarometer für die Stimmung in der Branche.
2006 beteiligten sich 273 Unternehmen, was einem Repräsentationsgrad
von über 96 Prozent (gemessen an der Beschäftigtenzahl) entspricht.
Carl Hennrich, Geschäftsführer des Fachverbandes, nahm die
Konjunkturerhebung zum Anlass, einige der wichtigsten Anliegen der
Branche zu unterstreichen. "Denn bei aller Freude darf nicht darauf
vergessen werden, dass wir unter dem Gesamtergebnis der Industrie
liegen", stieg Hennrich auf die Euphoriebremse. Um den Aufschwung der
Branche nachhaltig abzusichern, müssen - unter den Rahmenbedingungen
der gesamteuropäischen Klimaschutzstrategie - entsprechende
politische Maßnahmen gesetzt werden.
Mit Spannung wartet die Branche auf die Stellungnahme der
Europäischen Kommission zum Österreichischen Nationalen
Allokationsplan II. Die Stein- und keramische Industrie kann eine
weitere Kürzung der Zahl der Zertifikate gegenüber dem NAP I nicht
mehr verkraften. Für die Periode 2008 - 2012 erhielt sie weit weniger
Emissionsrechte als den Wachstumserwartungen entspricht. Die Folge
wäre ein Zukauf von rund 500.000 Zertifikaten, die zusätzliche Kosten
in der Höhe von etwa 5 Mio. EUR zur Folge hätten.
"Selbstverständlich bekennen wir uns voll und ganz zum Klimaschutz
und haben gerade in der Baustoffindustrie in den letzten Jahren
erfolgreich umfangreiche und teure Maßnahmen zur CO2-Reduktion
gesetzt", so Hennrich. Nun müssten auch bei den Hauptemittenten
Verkehr und Hausbrand wirksame Maßnahmen gesetzt werden, stieg
Hennrich in die aktuelle Diskussion ein.
In ihrem Koalitionsabkommen hat die Bundesregierung die Forcierung
von Niedrigenergie- und Passivhausstandards festgeschrieben. Dieses
Bekenntnis zur Forcierung von Energieeffizienz im Wohnbaubereich und
thermischen Sanierungsmaßnahmen wird vom Fachverband unterstützt.
"Wir sehen das Programm grundsätzlich sehr positiv", betonte
Hennrich, "nur dürfen wir nicht Gefahr laufen, die Fördermittel zu
stark auf Sanierungsmaßnahmen zu fokussieren, denn wir liegen beim
Wohnungsneubau weit unter der jährlich erforderlichen Neubaurate".
Diese liegt bei rund 54.000 Wohneinheiten pro Jahr bis 2010, 2005
wurden nur 42.000 Wohneinheiten neu errichtet.
In direktem Zusammenhang mit der Wohnbaurate erinnerte Hennrich
daran, dass der Zweckzuschuss des Bundes zur Wohnbauförderung seit
einem Jahrzehnt auf EUR 1,78 Mrd. eingefroren ist. Allein um die
Inflation auszugleichen, wäre eine Aufstockung um 20 Prozent
erforderlich, verwies Hennrich auf die 2008 stattfindenden
Verhandlungen zum Finanzausgleich.
Schaschl gab einen Ausblick auf das Jahr 2007. "Wir konnten den
Aufschwung in den ersten Monaten des neuen Jahres unvermindert
fortsetzen. Dies ist in erster Linie auf den milden Winter
zurückzuführen, denn auf den großen Baustellen gab es heuer keine
Wintersperren", erklärte Schaschl. Eine wichtige Rolle spielt auch
der anhaltend positive Trend in der deutschen Bauwirtschaft. "Wir
sehen einem guten Jahr entgegen. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt
und die anstehenden Investitionsprojekte in Hoch- und Tiefbau stimmen
die Branche sehr zuversichtlich", betonte Schaschl abschließend. (us)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Fachverband der Stein- und Keramischen Industrie Dr. Carl Hennrich Tel.: (++43) 0590 900-3531 Fax: (++43) 5056240 mailto:[email protected] www.baustoffindustrie.at
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