• 21.02.2007, 10:17:54
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Hochanden/Bolivien: Der Tod kommt über Nacht - mit verputzten Wänden gegen die "Chagas-Krankheit"

Österreich/Bolivien (OTS) - Die Kindernothilfe Österreich
unterstützt in der Hochandenregion Tacopaya in Bolivien ein Projekt
zur Bekämpfung der "Chagas-Krankheit". Etwa 18 Millionen Menschen in
den Andenländern leiden an dieser Krankheit. Pro Jahr sterben daran
zwischen zwanzig- bis fünfzigtausend Lateinamerikaner. Vor allem
unterernährte Kleinkinder haben kaum eine Überlebenschance.

Meist Tod durch Herzversagen. Die Krankheit wird durch Wanzen
übertragen, die in den mit Stroh und Schilfohr abgedichteten Dächern
der traditionellen Lehmziegelhütten nisten. Mit dem Biss der
"Vinchucas" gelangen lebensgefährliche Parasiten in die Blutbahn. Die
Symptome wie hohes Fieber und Schwellungen der Augenlider gehen mit
Erschöpfungszuständen einher. Die Parasiten verbreiten sich im ganzen
Körper, schwächen die Herzmuskeln, den Magen-Darm-Trakt und greifen
das Gehirn an. In Häusern mit verputzten, weißgestrichenen Wänden,
einer glatten Decke und einem Zementfußboden sind Kinder und
Erwachsene dagegen vor den Wanzen geschützt.

Gemeinsamer Hausbau. Die Idee, die Chagas-Krankheit zu bekämpfen,
indem die Dorfbewohner Haus um Haus sanieren, stammt von Señora
Catalina, einer 70-jährigen Bäuerin, die selbst nie eine Schule
besucht hat. Gemeinsam mit der bolivianischen
Nichtregierungsorganisation CETM (Centro de Estudio y Trabajo de la
Mujer), die Frauen in Entwicklungsprojekten fördert, entwickelte sie
ein Konzept, das die Kindernothilfe Österreich seit vier Jahren
unterstützt. "Gemeinsam bauen alle zusammen, wie immer bei ‚mingas’,
den traditionellen Gemeinschaftsarbeiten in den Dörfern der Anden.
Ganz wichtig war den Frauen, den Umgang mit Lehmziegeln, Mörtel und
Verputz selbst zu erlernen und auch die Kinder und Jugendlichen mit
einzubeziehen", erklärt Jürgen Schübelin,
Lateinamerika-Referatsleiter bei der Kindernothilfe.

Bessere Wohnbedingungen. Seit Projektstart vor vier Jahren konnten
die Lebensbedingungen von 400 Kindern in 170 Familien verbessert
werden. In keinem der renovierten oder neu errichteten Häuser ist
seitdem eine Neuinfektion mit der Chagas-Krankheit aufgetreten. Mitte
2005 wurde das Projekt auf 14 weitere Hochgebirgsdörfer mit 480
Familien ausgeweitet.

Frauenförderung in den Anden. "Viele Dorfgemeinschaften bestehen
hauptsächlich aus Frauen, da die meisten Männer auf Arbeitsuche in
die Städte abgewandert sind. Zur Selbstversorgung werden Kartoffeln
und Hülsefrüchte angebaut. Da die Bestellung der Landwirtschaft auf
über 3.500 Metern Höhe jedoch sehr beschwerlich ist, werden Buben den
Mädchen oft vorgezogen und besser ernährt. Die Mangel- und
Unterernährung macht Mädchen daher besonders anfällig für die
Chagas-Krankheit. Die Förderung der Frauen und Mädchen ist uns auch
in dieser Region ein großes Anliegen" so Luzia Wibiral,
Geschäftsführerin der Kindernothilfe Österreich.

Baumschulen für Tacopaya. Großer Stellenwert wird in dem
Kindernothilfe-Projekt der Umwelterziehung eingeräumt. Die
Ernährungslage der Familien wird vor allem durch die eigene Ernte
bestimmt. Der Boden, auf dem die Kleinbauern ihre Felder bestellen,
ist jedoch sehr ausgelaugt und die Bodenerosion schreitet durch den
ständigen Wind voran. Deshalb wurden Baumschulen gegründet, in denen
Jugendliche mit der Wiederaufforstung vertraut gemacht werden.

Die Kindernothilfe Österreich bittet um Hilfe für dieses Projekt.
Spenden bitte unter dem Stichwort "Kinder in Not" auf folgendes
Konto:

PSK
Konto-Nr: 92144077 - BLZ: 60000
oder online unter: www.kindernothilfe.at/kat/spenden/

Druckfähige Pressefotos stehen unter

www.kindernothilfe.at/kat/aktuell/ zum Download bereit.

Rückfragehinweis:
Johanna Kriks, Pressesprecherin Kindernothilfe Österreich
Tel.: 01/513 93 30-20 oder Mobil: 0699/107 44 579

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KNH

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