- 10.02.2007, 09:34:57
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Hedenig/UG: "Guten Morgen, Kollege Haberzettel!"
Sozialdemokratische GewerkschafterInnen für Erosionsprozesse im ÖGB entscheidend mitverantwortlich
Wien (OTS) - "Scheinbar ist nun auch endlich bei den
sozialdemokratischen GewerkschafterInnen, vor allem beim
FSG-Vorsitzenden Haberzettel Feuer am Dach, allerdings ein bisschen
spät," kommentiert Anton Hedenig, Bundessprecher der Grünen und
Unabhängigen EisenbahnerInnen (GUG) und Vertreter der Unabhängigen
GewerkschafterInnen (UG) im Bundesvorstand der VIDA den heutigen
Appell Haberzettels im Ö 1 Morgenjournal, doch endlich die
Absetzbewegungen im ÖGB zu beenden und gewerkschaftliche Solidarität
zu üben.
"Diese Absetzbewegungen vom ÖGB waren ab dem Augenblick, wo die
Möglichkeit zur Schaffung rechtsfähiger Zweigvereine im Statut
eingeräumt wurde abzusehen. Deswegen brachten ja auch die
Unabhängigen GewerkschafterInnen zum ÖGB-Bundeskongress einen
entsprechenden Gegenantrag ein. Haberzettel und die überwiegende Zahl
seiner FraktionskollegInnen haben diese Änderung allerdings
abgelehnt. Jetzt ist der große Katzenjammer, obwohl sie es besser
hätten wissen können und müssen. Wir haben ihnen über unseren Antrag
die Chance eines Auswegs geboten, weil für uns damals schon klar war,
dass sobald die Möglichkeit besteht, sich vom ÖGB abzusetzen, diese
sofort von der GöD ergriffen wird. Die FSG hat die Chance nicht
ergriffen, sondern gehofft, dass alles schon nicht so schlimm kommen
würde. Falsch gedacht," so Hedenig weiter. "Aber offensichtlich kommt
so manchem sozialdemokratischen Vorsitzenden in den
Einzelgewerkschaften die geplante Loslösung der GöD vom ÖGB durchaus
gelegen, haben sie nun doch auch endlich einen Grund gefunden, ihre
mehr oder weniger kleinen 'Reichsfürstentümer’ unabhängiger zu
machen. Dass sie damit die Gewerkschaftsbewegung als Ganzes schaden,
ist ihnen dabei offensichtlich egal. So einfach wirds allerdings wohl
nicht werden - Mitglieder lassen sich nicht hin- und herschieben.
Ihre Gewerkschaftsmitglieder im Falle einer Loslösung per
Urabstimmung zu befragen - dazu fehlt den Herren ÖGB-'Reichsfürsten’
allerdings meistens der Mut."
Der Unabhängige VIDA-Gewerkschafter sieht nun den - ohnehin nur
zaghaften - Reformprozess gefährdet: "Wenn der ÖGB sich künftig mehr
um die Interessen von Arbeitslosen und atypisch Beschäftigten
annehmen will und auch einen Hauch von mehr Demokratie wagen will,
stellt sich nun die Frage in welchem strukturellen Rahmen das alles
denn noch passieren soll. Ein ÖGB ohne entsprechende Mittel schafft
das jedenfalls nicht, rechtsfähige, weitestgehend autonome
Einzelgewerkschaften werden sich in erster Linie einen Wettstreit um
die zahlungskräftigsten Mitglieder liefern und sich sogar gegenseitig
Mitglieder abwerben. Da ist dann wenig Engagement für
einkommensschwache und prekär beschäftigte Gruppen zu erwarten. Mit
gewerkschaftlicher Solidarität hat das alles jedenfalls nichts zu
tun. Wir lehnen alle Tendenzen die Gewerkschaftsbewegung zu
zerschlagen - auch von innen heraus - entschieden ab und werden
entsprechende Initiativen setzen," schließt Hedenig, in der am 6.
März stattfindenden Bundesvorstandssitzung der VIDA einen
entsprechenden Antrag einbringen wird.
Rückfragehinweis:
Anton Hedenig
Bundessprecher der GUG
UG-Vertreter im Bundesvorstand der GewerkschaftVIDA
Tel: 0650/707 66 00
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