- 09.02.2007, 09:30:00
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Hausverstand, bitte melden!
Warum Alarmismus und Klimawandel nicht zusammenpassen. Peter Danich
Wien (OTS) - Der jüngste UNO-Bericht zum Klimawandel bietet in der
Tat Grund zur Besorgnis. Falls beim Verkehr und beim Energieverbrauch
kein Umdenken einsetzt, geht die Menschheit in eine unsichere
Zukunft. Klimakatastrophen, Hungersnöte, Kämpfe um Lebensgrundlagen
wie reines Wasser drohen. Während in ganz Europa ungewöhnlich hohe
Temperaturen den Wintersportorten zusetzen, wird gleichzeitig der
Norden der USA nach einem anfangs milden Winterbeginn von einer
Kältewelle mit Temperaturen um die minus 40 Grad Celsius heimgesucht.
So dramatisch geht es bei uns zum Glück (noch?) nicht zu. Es besteht
jedoch Handlungsbedarf wie selten zuvor.
Wer dramatische Bilder liebt, fand solche im Fernsehen im Rahmen
des ORF - Themenschwerpunktes zum Klimawandel. "UNO warnt vor dem
Versiegen des Golfstromes", "2050 gibt es keine Gletscher mehr!",
"Leben mit Katastrophen oder Täler aussiedeln?", "Entwicklungsländer
am stärksten bedroht": So und so ähnlich betitelten sich die Beiträge
der Klimawandel-Schwerpunktes. "Wir streben damit das Idealbild des
informierten Bürgers an", so ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz.
Dass umgedacht werden muss, das bestreitet heute niemand. Es
bedarf dazu aber mehr als einiger reißerischer und aktionistischer
Überschriften. Alarmismus hilft uns nicht weiter, schafft keinen
Mehrwert. Gefragt ist ein Umdenken von jedem/jeder einzelnen und die
Bereitschaft, selbst mitzuhelfen. Eine Politik der Verbote und der
paternalistischen Bevormundung ist dazu völlig ungeeignet. Es bedarf
einer Politik mit Hausverstand und Augenmaß, die informiert, die
Weichen stellt und dadurch überzeugt. Die Anreize setzt, anstatt zu
beschränken, mit Untergangsängsten genussvoll zu spielen und zu
verbieten. Das neue Regierungsprogramm trägt dem Rechnung, indem es
verstärkt auf erneuerbare Energieträger, inländische
Energieerzeugung, auf Energiesparen sowie auf intensive
Energieforschung und neue Energietechnologien setzt.
Für die politische Zukunft der auch programmatisch in die Jahre
gekommenen Grünen sind das schlechte Nachrichten. Sie stehen unter
großem Druck, weil sie die Themenführerschaft auch in dieser
wichtigen Frage längst aus der Hand gegeben haben und sich lieber mit
Nebensächlichkeiten wie virtuellen Korrekturen zum aktuellen
Regierungsprogramm beschäftigen. Tatsächlich beschäftigt die
Klimafrage längst die "erwachsene" Politik. Für die ÖVP zählt die
Nachhaltigkeit seit 1995 zu den zentralen Werten ihres
Parteiprogramms, ist seit der Obmannschaft von Josef Riegler die
ökologische und soziale Marktwirtschaft Prämisse und Ausgangspunkt
ihrer Politik.
Gerade das bis vor kurzem rot-grün regierte Deutschland hat die
Atmosphäre mit Kohlendioxid belastet wie kein anderes Land in Europa.
Die ursprüngliche Idee des Zertifikatehandels mit Kohlendioxid, dass
der Verursacher zahlen muss, wurde von Rot-Grün ad absurdum geführt.
Da viel mehr Verschmutzungsrechte ausgegeben wurden als insgesamt
Kohlendioxid erzeugt wurde, kostet die emittierte Tonne Kohlendioxid
statt wie vor einem Jahr 30 Euro heute gerade noch knapp mehr als
zwei Euro.
Deshalb braucht die Klima- und Energiepolitik der Zukunft weniger
Aktionismus und mehr Hausverstand. Die Rolle der Grünen in der
aktuellen Diskussion zeigt, dass der Hausverstand hier nicht (mehr)
daheim ist.
Mag. Peter Danich ist gf. Direktor der Politischen Akademie der ÖVP
Lesen Sie mehr unter www.modernpolitics.at
Rückfragehinweis:
Politische Akademie der ÖVP
Dr. Christian Moser
Tel.: 00431-81420-19
mailto:[email protected]
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