Hausverstand, bitte melden!

Warum Alarmismus und Klimawandel nicht zusammenpassen. Peter Danich

Wien (OTS) - Der jüngste UNO-Bericht zum Klimawandel bietet in der Tat Grund zur Besorgnis. Falls beim Verkehr und beim Energieverbrauch kein Umdenken einsetzt, geht die Menschheit in eine unsichere Zukunft. Klimakatastrophen, Hungersnöte, Kämpfe um Lebensgrundlagen wie reines Wasser drohen. Während in ganz Europa ungewöhnlich hohe Temperaturen den Wintersportorten zusetzen, wird gleichzeitig der Norden der USA nach einem anfangs milden Winterbeginn von einer Kältewelle mit Temperaturen um die minus 40 Grad Celsius heimgesucht. So dramatisch geht es bei uns zum Glück (noch?) nicht zu. Es besteht jedoch Handlungsbedarf wie selten zuvor.

Wer dramatische Bilder liebt, fand solche im Fernsehen im Rahmen des ORF - Themenschwerpunktes zum Klimawandel. "UNO warnt vor dem Versiegen des Golfstromes", "2050 gibt es keine Gletscher mehr!", "Leben mit Katastrophen oder Täler aussiedeln?", "Entwicklungsländer am stärksten bedroht": So und so ähnlich betitelten sich die Beiträge der Klimawandel-Schwerpunktes. "Wir streben damit das Idealbild des informierten Bürgers an", so ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz.

Dass umgedacht werden muss, das bestreitet heute niemand. Es bedarf dazu aber mehr als einiger reißerischer und aktionistischer Überschriften. Alarmismus hilft uns nicht weiter, schafft keinen Mehrwert. Gefragt ist ein Umdenken von jedem/jeder einzelnen und die Bereitschaft, selbst mitzuhelfen. Eine Politik der Verbote und der paternalistischen Bevormundung ist dazu völlig ungeeignet. Es bedarf einer Politik mit Hausverstand und Augenmaß, die informiert, die Weichen stellt und dadurch überzeugt. Die Anreize setzt, anstatt zu beschränken, mit Untergangsängsten genussvoll zu spielen und zu verbieten. Das neue Regierungsprogramm trägt dem Rechnung, indem es verstärkt auf erneuerbare Energieträger, inländische Energieerzeugung, auf Energiesparen sowie auf intensive Energieforschung und neue Energietechnologien setzt.

Für die politische Zukunft der auch programmatisch in die Jahre gekommenen Grünen sind das schlechte Nachrichten. Sie stehen unter großem Druck, weil sie die Themenführerschaft auch in dieser wichtigen Frage längst aus der Hand gegeben haben und sich lieber mit Nebensächlichkeiten wie virtuellen Korrekturen zum aktuellen Regierungsprogramm beschäftigen. Tatsächlich beschäftigt die Klimafrage längst die "erwachsene" Politik. Für die ÖVP zählt die Nachhaltigkeit seit 1995 zu den zentralen Werten ihres Parteiprogramms, ist seit der Obmannschaft von Josef Riegler die ökologische und soziale Marktwirtschaft Prämisse und Ausgangspunkt ihrer Politik.

Gerade das bis vor kurzem rot-grün regierte Deutschland hat die Atmosphäre mit Kohlendioxid belastet wie kein anderes Land in Europa. Die ursprüngliche Idee des Zertifikatehandels mit Kohlendioxid, dass der Verursacher zahlen muss, wurde von Rot-Grün ad absurdum geführt. Da viel mehr Verschmutzungsrechte ausgegeben wurden als insgesamt Kohlendioxid erzeugt wurde, kostet die emittierte Tonne Kohlendioxid statt wie vor einem Jahr 30 Euro heute gerade noch knapp mehr als zwei Euro.

Deshalb braucht die Klima- und Energiepolitik der Zukunft weniger Aktionismus und mehr Hausverstand. Die Rolle der Grünen in der aktuellen Diskussion zeigt, dass der Hausverstand hier nicht (mehr) daheim ist.

Mag. Peter Danich ist gf. Direktor der Politischen Akademie der ÖVP Lesen Sie mehr unter www.modernpolitics.at

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