Grünewald: Hospizdienste als Studiengebühren-Ersatz Affront gegen Todkranke

Grüne fordern erneut Abschaffung der Studiengebühren

Wien (OTS) - "Die Debatte um gemeinnützige Arbeit von Studierenden nimmt langsam schon den Charakter der Sendung ‚Wer will mich’ an", kommentiert der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald sarkastisch. Als schwer verständlich bezeichnet er die von SPÖ Wissenschaftssprecher Broukal wieder angezogene Diskussion über Hospizdienste von Studierenden. "Hat man immer noch nicht begriffen, dass dies einem Affront gegenüber unheilbar Kranken und Sterbenden gleichkommt und ebenso einer Geringschätzung von hochprofessionellen Gesundheits- und Sozialberufen. Währende für viele prominente PolitikerInnen im Krankheitsfall gerade noch ein Professor oder Primar gut genug ist, sollen bei Sterbenden Studierende um sechs Euro Hilfe leisten", kritisiert Grünewald.

Grünewald appelliert nachdrücklich sich vor Augen zu halten, dass Studieren meist mehr als eine 40 Stundenwoche erfordert und jetzt schon weit über 70 Prozent der Studierenden sich den Lebensunterhalt während des Studiums durch Erwerbsarbeit verdienen müssen. "Es fragt sich bei diesen Fakten schon, ob sechzig zusätzliche Arbeitsstunden nicht zu weiteren Studienverzögerungen führen, die sich niemand wünschen kann. Gemeinnützige Arbeit verliert ihren positiven Wert, wenn sie nicht freiwillig, sondern notgedrungen geleistet werden muss, was bei Studierenden aus ärmeren Schichten ja fast schon einer Zwangsrekrutierung gleichkommt", gibt Grünewald zu bedenken. Er erneuert die Forderung der Grünen nach Abschaffung der Studiengebühren. "Den jungen Menschen muss endlich das Gefühl gegeben werden, an den Universitäten willkommen zu sein und nicht durch Billigarbeit einem Sozial- und Bildungsstaat beim Sparen zu helfen".

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