- 07.02.2007, 09:41:32
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GBH: Streit um Winterbau nützt den Bauarbeitern nichts!
Gemeinsames Engagement für Winterbauoffensiven nötig
Wien (GBH/ÖGB) - Verärgert reagierte der Bundesvorsitzende der
Gewerkschaft Bau-Holz Johann Holper auf die Aussagen des
oberösterreichischen Bau-Landesinnungsmeisters Ing. Herbert Pichler
zum Jahresbeschäftigungsmodell für die Bauwirtschaft. Holper:
"Pichler beschwert sich, seine Vorschläge seien bislang nicht
aufgenommen worden. Fakt ist: Seit langem versucht die Gewerkschaft
Bau-Holz, die Vertreter von Bauindustrie und Baugewerbe davon zu
überzeugen, dass es eine Weiterentwicklung des
Jahresbeschäftigungsmodells geben muss. Bislang war die Bereitschaft
der Arbeitgeberseite dazu gering. Mittlerweile wurde aber vereinbart,
dass eine Expertengruppe sich mit diesem Thema beschäftigen wird. Das
weiß Pichler, ebenso wie ihm unsere Vorschläge zu einer
Weiterentwicklung dieses Modells bekannt sind. Aber ich betone: Mit
uns wird es keine Regelung geben, die ausschließlich zu Lasten der
Baubeschäftigten geht!"++++
Holper weiter: "In den letzten Jahren stellen wir fest, dass der
Kollektivvertrag über die Jahresbeschäftigung entgegen den
ursprünglichen Zielen, Zeiten für die Verlängerung der
Jahresbeschäftigung anzusparen, gehandhabt wird. Viele
Bauunternehmungen lassen die angesparten Zeiten je nach Auftragslage
und Witterung bereits während der Haupt-Bauzeit konsumieren.
Zahlreiche Betriebe in der Bauwirtschaft machen überhaupt keinen
Gebrauch vom Jahresbeschäftigungsmodell."
Für die GBH müssen in einer Weiterentwicklung des
Jahresbeschäftigungsmodells:
O das Jahreseinkommen und die Jahresbeschäftigung garantiert werden,
O eine Aufzeichnungspflicht der Zeitausgleichsstunden und deren
Verbrauch inkl. einer Deponierung des Entgeltes dafür bei der
Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) vorgenommen werden,
die eine individuelle Kontrolle der geleisteten Arbeitsstunden und
des Zeitausgleiches des einzelnen Arbeitnehmers ermöglicht,
O die täglichen und wöchentlichen Höchstgrenzen der Arbeitszeit und
der Zeitraum, in dem Zeitausgleichsstunden erworben werden können,
festgeschrieben werden,
O eine höhere Bewertung der Zeitausgleichsstunden vertraglich
festgelegt werden,
O es einen Beitrag der Arbeitslosenversicherung an Stelle des
Arbeitslosengeldbezuges zur Sicherung der Jahreseinkommen der
Bauarbeiter geben
O v.a. öffentliche Auftraggeber müssen zu einer kontinuierlicheren
Auftragsvergabe und vernünftigen Setzung von Fertigstellungsterminen
in der Bauwirtschaft beitragen. Dies wäre ein wesentlicher Beitrag
zur Verringerung der Winterarbeitslosigkeit in der Bauwirtschaft.
O Der Winterbau und die Winterbeschäftigung müssen gezielt gefördert
werden.
Holper: "Gerade in den letzten beiden Punkten sind Arbeitnehmer-
und Arbeitgebervertreter weitestgehend einig. Ich gebe Pichler
absolut Recht, wenn er eine Forcierung des Winterbaus und ein
Vorangehen des öffentlichen Auftraggebers mit gutem Beispiel fordert.
Die Bau-Sozialpartnerschaft in der Steiermark hat mit ihrer
erfolgreichen Winterbau-Offensive bewiesen, dass es funktioniert.
Gehen wir auch österreichweit gemeinsam vor, um Winterbauoffensiven
zu ermöglichen. Die Bauarbeiter sind in den Wintermonaten nicht gerne
arbeitslos. Sie wären lieber durchbeschäftigt, denn wiederkehrende
Arbeitslosigkeit bedeutet für sie Einkommenseinbußen bis hin zu einer
deutlich geringeren Pension. Es nützt den Bauarbeitern ebenso wie der
Bauwirtschaft nichts, über die Arbeitslosenzahlen, die auch in diesem
ungewöhnlich warmen Winter noch deutlich zu hoch sind, zu streiten:
Nehmen wir gemeinsam die Bundesregierung in die Pflicht, rasch
Maßnahmen zu setzen, die die Bau-Arbeitslosigkeit senken können."
ÖGB, 7. Februar 2007 Nr. 94
Rückfragehinweis:
Gewerkschaft Bau-Holz Presse und Öffentlichkeitsarbeit Mag. Sonja Schmid Tel. 01/40147-246 Fax: 01/40147-314 E-Mail: [email protected] www.bau-holz.at
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