Greenpeace: Gentech-Reisskandal treibt US-Reisindustrie in den Ruin

EU steht vor einer neuen Serie illegaler Gentechreis-Verunreinigungen

Wien (OTS) - In Brüssel präsentierte Greenpeace heute einen Bericht zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des weltweiten Skandals um illegale Gentechnik-Verunreinigungen von US- und China-Reis. Im September 2006 wurden auch in Österreich verunreinigte Reisprodukte gefunden. Laut der heimischen AGES (Agentur für Ernährungssicherheit) wurden bei 51 von 278 Reisproben Gentechnik-Spuren festgestellt. Hauptsächlich handelte es sich dabei um Verunreinungen von US-Langkornreis mit der Gentech-Sorte LL 601 von Bayer CropSciene, in einem Fall wurde aber auch bei chinesischen Reisnudeln Verunreinigung mit der Gentech-Sorte Bt63 festgestellt.

Durch den Reisskandal hat der Absatzmarkt für US-Reis starke Einbussen erlitten, weil große Abnehmer wie die EU oder Japan Importverbote bzw -bschränkungen über US-Reislieferungen verhängt haben. Einige Großhandelsfirmen haben sogar gänzlich den Handel mit US-Reis eingestellt. Der Terminpreis für Reis ist innerhalb nur eines Tages um einen Wert von 150 Millionen Dollar gefallen, Für 2007 wird ein Rückgang der US-Reisexporte
um sechzehn Prozent prognostiziert. Bayer, verantwortlich für die Kontamination, sieht sich mehreren Sammel- und auch Einzelklagen von US-Farmern gegenüber, die aufgrund der Verunreinigungen schwere finanzielle Einbussen erlitten haben.

"Der Skandal rund um illegale Gentechreis-Verunreinigungen zeigt ganz klar, dass man den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft nicht kontrollieren kann. Gentechnik-Kontaminationen von US- und China-Reis haben weltweit zu massiven wirtschaftlichen Schäden für einen ganzen Industriezweig geführt", berichtet Steffen Nichtenberger, Gentechnik-Experte von Greenpeace Österreich.

Greenpeace liegen erste Laborergebnisse aus Frankreich und Deutschland vor, die auf einen neuerlichen Skandal mit illegalen Gentech-Reis hinweisen.
Es handelt sich dabei um ein neues Verunreinigungsproblem, das in keinem Zusammenhang mit den beiden vorhergehenden Skandalen steht. Nach Funden der ebenfalls von Bayer hergestellten und in Europa nicht zugelassenen Reissorte LL 62, die in Lieferungen aus den USA nach Frankreich gelangt war, wurde in Frankreich eine Schnellwarnung veranlasst. Derzeit ist LL 62 in der EU zur Begutachtung über eine mögliche Zulassung bei der EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA.

Factsheet in deutscher Sprache mit Zahlen und Fakten zum Download:

http://www.greenpeace.at/4320.html

Der vollständige Bericht in englischer Sprache zum Download:
http://www.greenpeace.org/raw/content/international/press/reports/ric
e-industry-in-crisis.pdf

Rückfragen & Kontakt:

Steffen Nichtenberger, Greenpeace Österreich; Tel.: 0664-6126703

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