- 01.02.2007, 14:06:21
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"Die Gestaltung der Zukunft beginnt jetzt!"
Peter Noever, Direktor MAK, lud zum Jahrespressegespräch "AGENDA KUNST 2010. Zukunftswerkstatt MAK"

Wien (OTS) - "Visionäre Szenarien tun dringend Not in einer Zeit,
in der die Kunst eingekeilt zwischen Politik und Wirtschaft an
Sachzwängen erstickt!" postulierte Peter Noever, Direktor MAK, bei
der MAK-Jahrespressekonferenz am 1. Februar 2007. Beim diesjährigen
Pressegespräch mit dem Titel "AGENDA KUNST 2010" präsentierte der
MAK-Direktor den anwesenden Journalisten und Künstlern nicht nur das
MAK-Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm 2007, sondern zeigte
auch Perspektiven für die Kunst auf. Peter Noever: "Wir befinden uns
an einem Wendepunkt der heimischen Kunst- und Kulturpolitik, an dem
es gilt, die richtigen Akzente zu setzen. Die Politik könnte sich als
die Kunst des Möglichen positionieren und eines tun: Kunst möglich
machen."
Philosophen, Zukunftsforscher, Künstler, Architekten und Designer
- Vito Acconci, Chris Burden, Karl Chu, Mario Coyula Cowley, Peter
Gorsen, Fons Hickmann, Richard Koshalek, Elke Krystufek, Ross
Lovegrove, Dennis Meadows, Eric Owen Moss, Arnulf Rainer, Greg Van
Alstyne, Paul Virilio - haben auf Einladung des MAK in Statements
mögliche Zukunftsszenarien skizziert: Diese "AGENDA KUNST 2010", die
im gleichnamigen MAK-Jahresbericht erstmals publiziert wurde, ist, so
Noever, "kein fertiges Strategiepapier, sondern gibt gedankliche
Anstösse für eine bessere Zukunft der Kunst. Sie liefert einen
Beitrag für die Entwicklung einer grundsätzlich neuen
Herangehensweise an Kunst und Künstler."
Die AGENDA-Statements sprengen die Grenzen des Bestehenden. So
schreibt etwa Peter Gorsen, (Kunstwissenschafter, Wien) zur Politik:
"Der neu in die Regierungsverantwortung gelangte Sozialdemokratismus
in Österreich (...) wird demokratische Zweckorientierungen für
Künstlerkarrieren und staatliche Bildungsprogramme für mehr
Kunstverständnis schaffen müssen. Die Marginalisierung alternativer,
nicht normativer Lebensentwürfe, die uns eine von der Marktwirtschaft
noch verschonte Kunst zu Füßen legt, muss ein Ende haben." Vito
Acconci (Künstler, New York) prognostiziert angesichts der
chronischen Misere der Kunst: "Die Kunst kommt nur ins öffentliche
Bewusstsein, wenn sie auf den öffentlichen Straßen verschwindet, wenn
sie dieselben Medien benutzt wie alle anderen, wenn sie sich unter
die Tageszeitungen mischt, wenn sie zum Chamäleon wird."
Peter Noever: "Es ist an den neuen Verantwortlichen für Kunst und
Kultur, diese gedanklichen Anstöße anzunehmen."
Innovative Strategien verfolgt das MAK, das sich als Laboratorium
internationaler künstlerischer Interventionen, als Ort diskursiver
Öffentlichkeit und gesellschaftlicher Erkenntnis positioniert, auch
für die eigene Zukunft. Mit "MAK 2010" wurde ein Strategiepapier
erarbeitet, das Lösungsmöglichkeiten zum dringend notwendigen
Finanzierungsbedarf sowie Überlegungen, in welche Richtung sich das
MAK als eine den Ansprüchen der Zukunft entsprechende,
konkurrenzfähige Institution entwickeln muss, beinhaltet.
Bereits heute fehlen dem MAK jährlich 2,6 Millionen Euro
(Ausstellungen: 1 Million Euro, Sammlungsankäufe: 1 Million Euro,
Marketingaktivitäten: 0,6 Millionen Euor). In Folge der
inflationsbedingten, jährlich steigenden Entwertung der
Basisabgeltung prognostiziert das MAK für das Jahr 2010 einen
zusätzlichen jährlichen Finanzierungsbedarf von mindestens 3,1
Millionen Euro (Ausstellungen: 1,5 Millionen Euro, Sammlungsankäufe:
1 Million Euro, Marketingaktivitäten: 0,6 Millionen Euro). Das MAK
hofft nach wie vor, dass die Basisabgeltung des Bundes angehoben
wird, befürchtet jedoch, dass die Budgetlücke auch in den nächsten
Jahren klaffen wird.
Präventiv hat das MAK daher an der Idee der "future mak
foundation" gearbeitet. An dieser Plattform könnten sich Unternehmen,
Institutionen und Privatpersonen, die an der Zukunft des MAK
interessiert sind, beteiligen. Mit Zinserträgen aus einem gut
dotierten Stammkapital, sonstigen privatwirtschaftlichen Einnahmen
sowie Sponsorengeldern könnte zumindest ein Teil der zusätzlich
erforderlichen Finanzierung gesichert werden. Steuerliche Anreize für
Investoren seitens des Eigentümers, wie sie seit Jahren vom MAK
gefordert werden, würden die Gründung dieser Plattform wesentlich
erleichtern.
Im Ausstellungsprogramm 2007 verdeutlicht das MAK einmal mehr
seinen Status als Ort der Ermöglichung und Anwendung von Kunst:
Mit "HELD TOGETHER WITH WATER. Kunst aus der Sammlung Verbund"
(09.05.-16.09.2007, MAK-Ausstellungshalle) lässt sich das MAK
erstmals auf das Experiment ein, eine Sammlung aus der Wirtschaft für
das MAK zu interpretieren. Lawrence Weiners textuelle Arbeiten werden
im Innen- und Außenraum neu installiert, so auch jene Arbeit, die der
Präsentation im MAK ihren Titel gibt.
Die Ausstellung "WOLF D. PRIX/COOP HIMMELB(L)AU. Beyond the Blue"
(MAK-Ausstellungshalle, 12.12.2007-27.04.2008) zeigt im Rahmen einer
speziell für die MAK-Ausstellungshalle konzipierten, ungewöhnlichen
Rauminstallation, in deren Zentrum die Weiterentwicklung
städtebaulicher Projekte steht, neuere und neueste Projekte des
Teams.
Neben den zwei genannten Großprojekten ist es dem MAK auch für das
Jahr 2007 gelungen, ein anspruchsvolles Ausstellungsprogramm für die
MAK-Galerie, den MAK-Kunstblättersaal und die MAK-Schau- und
Studiensammlung zu entwickeln. Highlights des Programms sind unter
anderem die Fortführung der Reihe KÜNSTLER IM FOKUS mit "#2 ALFONS
SCHILLING. Sehmaschinen 007" (24.04.2007-30.09.2007) und "#3 PADHI
FRIEBERGER. Ohne Künstler keine Kunst" (23.10.2007-30.03.2008); die
MAK-Galerie-Ausstellung "HERNÁN DIÁZ ALONSO. Pitch-Black"
(10.10.2007-02.03.2008); die MAK-Kunstblättersaal-Ausstellung "GÖTTER
UND HELDEN. Rama, Krishna und die großen Epen Indiens in
volkstümlichen Drucken aus der Sammlung Erich Allinger"
(23.05.-23.09.2007); oder die Schau "GÜNTHER DOMENIG. Das grafische
Werk im MAK" (MAK-Ausstellungshalle, 28.03.-15.04.2007), die über 200
Arbeiten präsentiert, die die Radikalität in der Architektur Domenigs
aufzeigen.
Das MAK Center for Art and Architecture, Los Angeles zeigt im
Anschluss an die Präsentation in Wien "ARNULF RAINER. Overwritings"
(17.05.-26.08.2007) und eröffnet im Herbst "VICTOR BURGIN. The Little
House" (29.10.2007-27.01.2008).
Die Veranstaltungsreihe MAK NITE(C), die einen avancierten und
experimentellen Kunstbegriff verfolgt, wird mit Künstlern wie Alan
Courtis, EMT/John Birke, Alfredo Barsuglia, Low Frequenzy Orchestra
u.v.a.m. fortgeführt. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "changing
architecture" stellen maßgebliche Architekten wie Hernán Diáz Alonso,
Eric Owen Moss und Günther Domenig relevante Themen zur Diskussion.
Einen detaillierten Überblick über sämtliche MAK-Ausstellungen und
Veranstaltungen bietet das MAK-Jahresprogramm 2007.
Im künftigen Programm versucht das MAK mit Projekten wie etwa
"Urban Light" von Chris Burden herkömmliche Museumskonzepte zu
sprengen. Zwischen Wien Mitte und Wien Zentrum soll eine urbane
Skulptur, basierend auf 150 Kandelabern - gusseisernen
Straßenlaternen der zwanziger Jahre aus dem Großraum Los Angeles -,
entwickelt werden.
Das MAK wird alle Anstrengungen unternehmen, um das Projekt CAT -
Contemporary Art Tower in absehbarer Zeit zu realisieren. Peter
Noever: "CAT bietet eine einzigartige Gelegenheit, im Laufe der
nächsten Jahre eine "Sammlung des 21. Jahrhunderts" entstehen zu
lassen, wie sie in der derzeitigen Ankaufsmisere für Österreich
unleistbar ist. CAT ist ein zukunftsweisender Brennpunkt der
Produktivkraft Kunst; diese entsteht hier via
"Artists-in-Residence"-Programm vor Ort, bezieht sich auf diesen und
wird somit unverrückbar."
Das MAK-Jahresprogramm 2007 schickt das MAK-Pressebüro auf Anfrage
gerne zu.
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