• 01.02.2007, 11:00:24
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Wiener Ärztekammerkammerpräsident fordert Korosec zum Rücktritt auf

"Anmaßende Beurteilung ärztlicher Notwendigkeiten" - Pflege hoch betagter Patienten bedarf maximalen Einsatzes

Wien (OTS) - Als "menschenverachtende Geringschätzung der Sorgen
und Probleme unserer älteren Mitmenschen" verurteilte Wiens
Ärztekammerpräsident Walter Dorner die von der Wiener
VP-Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec jüngst getätigten Aussagen,
wonach es in Wien angeblich zu viele Ärztinnen und Ärzte in Heimen
gäbe. Damit wende sich die Wiener ÖVP komplett weg von einem
christlich-sozialen Weltbild. Für Dorner ist Korosec "absolut
rücktrittsreif". ****

In einem Zeitungsinterview hat Korosec behauptet, dass die
Pflegeheime des Wiener Krankenanstaltenverbunds sehr großzügig mit
ärztlichem Personal ausgestattet seien, "obwohl nur ein Drittel der
Bewohner tatsächlich so schwer krank ist, dass die permanente
Anwesenheit eines Arztes notwendig ist". Hier würden menschliche
Bedürfnisse gegen Kostenersparnisphantasien einer Kommunalpolitikerin
aufgerechnet, kritisiert Dorner.

Besonders empört den Ärztekammerpräsidenten dabei die "anmaßende
und völlig inkompetente Beurteilung ärztlicher Notwendigkeiten durch
einen absoluten Laien". Wer mit der Betreuung und Pflege betagter
Menschen wirklich konfrontiert sei, wisse, welch hohen pflegerischen
und medizinischen Einsatz diese Menschen benötigten. Dorner: "Die
VP-Gesundheitssprecherin soll sich einmal vor die Patienten und deren
Angehörigen stellen und dort lautstark verkünden, dass sie
überbetreut sind."

Tatsächlich zeigten sämtliche demografischen Daten, dass in
nächster Zeit noch weit mehr Anstrengungen unternommen werden
müssten, um hoch betagte Patienten entsprechend betreuen zu können.
Dorner: "Ich bin froh, dass die neue Wiener Gesundheitsstadträtin
Sonja Wehsely gleich am Beginn ihrer neuen Funktion Kompetenz
bewiesen und bereits ein Bekenntnis zu Spitzenmedizin und
Spitzenbetreuung in Wien abgegeben hat, indem Sie über die
Verbreiterung der Beitragsgrundlage diskutieren will." Laut Dorner
würden damit jene politischen Weichen gestellt, die notwendig sind,
um Wien auch weiterhin als "Medizin Weltstadt" zu etablieren.

Affront gegen Patienten, Angehörige und Mitarbeiter

Die Aussagen Korosecs sind für Dorner jedenfalls "ein Affront
gegen die Patienten und deren Angehörigen, aber auch gegen die
Mitarbeiter der Häuser und gegen jene Wiener Kommunalpolitiker, die
sich tatsächlich um die Anliegen und Bedürfnisse der Patienten
kümmern". Für ihn stellten sie einen "ausreichenden Grund für einen
sofortigen Rücktritt als Gesundheitssprecherin" dar. Korosec würde
damit der Wiener Bevölkerung einen Gefallen tun, "und sicherlich auch
ihrer eigenen Partei", so Dorner abschließend. (hpp)

Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Tel.: (++43-1) 51501/1223
Fax: (++43-1) 51501/1289
mailto:[email protected]
http://www.aekwien.at

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