• 26.01.2007, 10:04:41
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EU legt Grünbuch zur Galileo-Satellitennavigation vor

Öffentliche Diskussion über Entwicklung der neuen Generation weltweiter Satellitendienste - Bollmann: "Markt von 400 Milliarden Euro bietet heimischen KMUs große Chancen"

Wien (PWK053) - Ein Grünbuch zu künftigen Anwendungen der
Galileo-Satellitennavigation hat die EU vorgelegt. Gleichzeitig
werden alle Interessenten eingeladen, sich bis 6. April zum Thema der
neuen Generation weltweiter Satellitendienste zu äußern. Die Palette
der Fragestellungen reicht von den sensiblen Fragen des Datenschutzes
bis zu den rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen. Es werden
dabei auch neue Wege zur Nutzung des Galileo-Systems gesucht. Mit dem
Dokument zur Konsultation der Öffentlichkeit soll der Rahmen für
hochpräzise EU-Dienstleistungen aus dem Orbit abgesteckt werden.

Ständig werden dafür weitere Anwendungen entwickelt, die alle
Lebensbereiche und alle Sektoren der Weltwirtschaft betreffen. Der
Markt für Produkte und Dienstleistungen im Bereich der
Satellitendienste wird nach Schätzungen bis 2025 ein Volumen von 400
Milliarden Euro erreichen. "Ein frühzeitiges Engagement ist nötig, da
bereits jetzt die Positionen für einen späteren Markteintritt bezogen
werden. Gerade kleinen und mittleren innovativen Unternehmen in
Österreich bieten sich beachtliche Wertschöpfungspotenziale, sowohl
in der Entwicklung als auch in der Anwendung", erklärt Harald
Bollmann, Verkehrssprecher in der Wirtschaftskammer Österreich: "Die
heimische Industrie kann es sich nicht erlauben, den Markt anderen zu
überlassen".

Die Entwicklung einer neuen Generation universeller
Satelliten-Dienste bewirke einen Innovationsschub auch in der
Verkehrs-Telematik und damit Verbesserungen bei der
Verkehrssicherheit und Lenkung von Verkehrsströmen. "Wir haben es
hier mit einem technologischen Durchbruch und einer
gesellschaftlichen Revolution zu tun, die ähnliche Entwicklungen wie
das Mobiltelefon auslösen wird", ist Bollmann überzeugt. Im Verkehr
über Land wird die Ermittlung und Beeinflussung der Fahrzeiten
möglich und - dank automatischer Fahrzeugleitsysteme - auch die
Reduzierung von Staus und Straßenverkehrsunfällen und eine bessere
Bekämpfung von Ladungsdiebstahl. Entsprechende Erfahrungen auch aus
dem Luft- und Seeverkehr werden bereits in den USA gesammelt.

Nach Ansicht der EU-Behörden ist die gemeinsam mit der
Europäischen Weltraumorganisation (ESA) entwickelte Galileo-Technik
"fortschrittlicher, effizienter und verlässlicher als das bestehende
US-System GPS (Global Positioning System)" so der Experte.

Zugleich sucht die Kommission nach neuen Wegen zur Nutzung des
Galileo-Systems. Es soll laut Grünbuch für Ortungs- und
Navigationsdienste ab 2011 betriebsbereit sein, was ursprünglich
schon für 2008 vorgesehen war. Derzeit befindet sich ein einziger
Versuchssatellit in einer Umlaufbahn. Diesem soll heuer ein zweiter
folgen.

Im September 2007 will die Kommission die Ergebnisse der Debatte
zusammenfassen und darauf aufbauend einen Aktionsplan erstellen.
Praktische Maßnahmen will sie 2008 vorschlagen. (Weitere
Einzelheiten:
http://ec.europa.eu/dgs/energy_transport/galileo/green-paper/index_en
.htm)
(hp)

Rückfragehinweis:

Wirtschaftskammer Österreich
   Bundessparte Transport und Verkehr
   Mag. Martin Deusch
   Tel.: (++43) 0590 900-3255
   mailto: [email protected] 
   http://wko.at/bsv

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