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Neues Volksblatt: "Demokratie?" (von Markus Ebert)
Ausgabe vom 26. Jänner 2006
Linz (OTS) - Der ÖGB-Vorstand ist zwar demokratisch gewählt, von
Demokratie war die Wahl aber trotzdem weit entfernt. Präsident Rudolf
Hundstorfer selbst hat den Beweis geliefert, dass hier ein Placebo
konstruiert worden ist. Denn wenn GÖD-Vorsitzender Fritz Neugebauer
an der 50-Prozent-Hürde gescheitert ist, warum sollte der dann als
Mitglied im ÖGB-Vorstand kooptiert werden? Entweder man respektiert
das Ergebnis, oder - und das ist wohl der Fall - man hat ein
schlechtes Gewissen, das man so zu beruhigen versucht.
Es den Launen einer seit Jahrzehnten saturierten Mehrheitsfraktion
zu überlassen, ob tatsächlich jeder Repräsentant jeder Gewerkschaft
im ÖGB-Spitzengremium vertreten ist, öffnet dem Missbrauch Tür und
Tor. Dass sich die Sozialisten der Vereinbarung, alle Vorsitzenden
sollen auch im Vorstand sitzen, nicht verpflichtet fühlten, bestärkt
jene, die im ÖGB auch weiterhin eine Vorfeldorganisation der SPÖ
sehen. FCG-Eisenbahner Otto Strassl hatte in dieser Zeitung schon im
Mai gewarnt: Zuerst werde man von den SP-Gewerkschaftern zum
Mitwirken eingeladen "und am Ende machen sie dann doch wieder alles
alleine". Da hatte er wohl nicht so Unrecht.
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