• 23.01.2007, 10:19:08
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Greenpeace: Island lässt Walfleisch verrotten

Bedrohte Finnwale wurden sinnlos geschlachtet

Wien (OTS) - Reykjavik - Die Behauptungen der isländischen
Regierung, 'nachhaltigen' Walfang zu betreiben, wurden heute früh von
Greenpeace-Aktivisten eindeutig widerlegt: Sie enthüllten, dass 179
Tonnen an Walfleisch in einer Mülldeponie auf Island verrotten.
Darüber hinaus entdeckten sie bei ihren Recherchen weitere 200 Tonnen
Walfleisch in isländischen Tiefkühlhäusern, die derzeit nicht für den
menschlichen Verzehr freigegeben sind und erst auf
Chemikalien-Rückstände untersucht werden. Das Walfleisch ist für den
Export nach Japan bestimmt.

Das Fleisch stammt von gefährdeten Finnwalen, die im Herbst 2006
von isländischen Walfängern gejagt wurden. "Vom Aussterben bedrohte
Wale zu schlachten und anschließend eine riesige Menge des Fleisches
ungenutzt zu vergraben ist ein Skandal", zeigt sich Antje Helms,
Meeres-Expertin von Greenpeace, empört. "Island lässt bedrohte
Finnwale schlachten, obwohl keiner das Fleisch essen will oder es zu
hoch belastet ist.2

Sieben Finnwale wurden letzten November im Auftrag der
isländischen Regierung getötet. Die ursprünglich von der isländischen
Regierung erlaubte Fangquote für den kommerziellen Walfang lag bei
neun Finnwalen und 30 Zwergwalen. Aufgrund ungünstiger
Witterungsverhältnisse stellte die Fangflotte die Jagd jedoch für
2006 vorzeitig ein. Das in der Mülldeponie in der Nähe von Reykjavik
gefundene Fleisch entspricht in etwa dem Gewicht von drei Finnwalen -
der Hälfte der geschlachteten Wale.

5.000 Tonnen Walfleisch hortet auch die japanische Regierung aus
den letzten Walfängen im Südpolarmeer und im Nordpazifik. Ungeachtet
dessen ist die japanische Walfangflotte derzeit ins Antarktische
Walschutzgebiet unterwegs, um weitere zehn Finnwale und 935 Zwergwale
zu töten. Laut einer kürzlich durchgeführten Meinungsumfrage des
Nippon Research Centre sprechen sich 69 Prozent der japanischen
Bevölkerung gegen den japanischen Walfang aus. "Doch trotz nationaler
wie auch internationaler Proteste halten sowohl Island als auch Japan
an ihrer Walfangpolitik fest, obwohl es dafür keinerlei
wissenschaftliche, wirtschaftliche und schon gar nicht ökologische
Rechtfertigung gibt", kritisiert Helms.

Am Donnerstag wird das Greenpeace-Schiff 'Esperanza' von
Neuseeland aus aufbrechen, um die japanischen Walfänger erneut am
Töten zu hindern - mit an Bord der österreichische Aktivist Erich
'Joe' Böhm.

Rückfragehinweis:
Greenpeace CEE
Mag. Britta Schwarz, Pressesprecherin, 0664 61 26 721
[email protected]
Dipl.- Biol. Antje Helms, Meeres-Expertin, 0664 21 48 952
[email protected]

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