Offener Brief der Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs an den Verkehrsminister betreffend Diskriminierung bei Schülertransporten

Jedem Kind ein eigener Sitzplatz

Wien (OTS) - In einem Offenen Brief an den Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie, Werner Faymann, zeigen die Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs die derzeitige Problematik betreffend der maßlosen Überfüllung der Schulbusse auf und regen eine Änderung der gesetzlichen Regelung an.

Nach dem Kraftfahrgesetz sind derzeit bei der Berechnung der Anzahl der Personen, die mit einem Omnibus im Kraftfahrlinienverkehr oder im täglichen Gelegenheitsverkehr von und zu einer Schule oder einem Kindergarten befördert werden, 3 Kinder unter 14 Jahren als 2 Personen und Kinder unter 6 Jahren nicht zu zählen. Diese gesetzliche Diskriminierung verletzt die Kinderrechte massiv.

Dadurch kommt es aus wirtschaftlichen Überlegungen zu einer Überfüllung der Schulbusse. Abgesehen von der täglich erlebten psychischen Stresssituation ist dadurch die Sicherheit der Kinder erheblich gefährdet. Auf Grund der räumlich beengten Situation steht nicht jedem Kind ein eigener Sitzplatz zur Verfügung; folglich ist den Schülerinnen und Schülern ein Angurten, welches ein wesentliches Sicherheitserfordernis darstellt, nicht möglich. Nachweisbare Studien belegen ein siebenfach höheres Verletzungsrisiko für Kinder, wenn sie nicht entsprechend abgesichert sind.

Die Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs fordern daher eine gesetzliche Neuregelung, wonach jedem Kind ein eigener Sitzplatz zur Verfügung stehen muss.

Rückfragen & Kontakt:

Mag.a Christine Winkler-Kirchberger
Kinder- und Jugendanwältin OÖ.
Tel. 0732/7720

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