Wiener Interventionsstelle: Betreuung von Gewaltopfern in weiteren vier Bezirken eingestellt

Regierung könnte Abhilfe schaffen

Wien (OTS) - Die Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt musste
mit Jahresbeginn die Betreuung von Opfern familiärer Gewalt in weiteren vier Wiener Gemeindebezirken (12, 13, 14 und 15) einstellen. Damit sind nun insgesamt acht Bezirke ohne Versorgung. Gewaltopfer aus Währing, Döbling, Floridsdorf und Liesing können bereits seit 2005 nicht mehr unterstützt werden. Diese drastischen Einschränkungen seien notwenig, weil die Personal-Ressourcen der Einrichtung nicht ausreichten, erklärt Rosa Logar, Geschäftsführerin der Wiener Opferschutzeinrichtung. "Im Jahr 2006 haben wir 4.177 Zuweisungen von der Polizei bekommen. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 28 Prozent." Diese Zunahme an Fällen sei ohne eine Erhöhung der Personal-Ressourcen nicht zu bewältigen.

Eine Verbesserung dieser schwierigen Situation erhofft sich Rosa Logar von der neuen Regierung: Diese habe im Regierungsübereinkommen vorgesehen, die finanzielle Ausstattung der Interventionsstellen an die Fallzahlen anzupassen. "Wir freuen uns über das Vorhaben und ersuchen die neue Bundesregierung, diesen Punkt möglichst rasch umzusetzen, damit in Wien wieder alle Opfer familiärer Gewalt betreut werden können."

Interventionsstellen

Die österreichischen Interventionsstellen wurden als Begleitmaßnahme zum Bundesgesetz zum Schutz vor Gewalt in der Familie eingerichtet. Die staatlich anerkannten Opferschutzeinrichtungen haben die Aufgabe, die Opfer nach Polizei-Einsätzen zu kontaktieren und ihnen Beratung und Unterstützung zur Verhinderung weiterer Gewalt anzubieten.

Rückfragen & Kontakt:

Rosa Logar, Geschäftsführerin
Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie
Tel.: 0664/3119458

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