Prets: Kulturelle Vielfalt in Europa bedeutet große Kraftanstrengung

Einem: Müssen uns für Besonderheiten der anderen interessieren

Wien (SK) - "Über die kulturelle Vielfalt in Europa zu reden ist einfach, stolz darauf zu sein, ist sehr beliebt - aber sie zu leben bedeutet eine große Kraftanstrengung", machte SPÖ-Europaabgeordnete Christa Prets bei einer Veranstaltung der Österreichische Gesellschaft für Kulturpolitik am Dienstag mit dem Titel "Das Europa der Kulturen - Kulturpolitik in Europa" deutlich. Unter den Mitdiskutanten am Podium war auch SPÖ-Europasprecher Caspar Einem, der die Bedeutung der Auseinandersetzung mit den Kulturen anderer Mitgliedsstaaten hervorhob. Prets legte in ihrem Statement wert darauf, die Möglichkeiten der EU bei Kultur-Agenden richtig einzuschätzen: "Die EU kann die Kultur fördern, indem sie diverse Projekte beeinflusst und finanziert, aber sie hat keine eigentlichen Kompetenzen für Kulturpolitik; diese liegt bei den Mitgliedsstaaten". Prets machte darauf aufmerksam, dass "die Ansprüche an Europa steigen, aber keiner höhere Beiträge zahlen will". Sie macht sich hingegen für die Vernetzung einzelner Kulturprojekte stark, weil nur so ein europäischer Mehrwert geschaffen werden könne.****

Einem führte aus, dass der Begriff der Kultur häufig mit Kunst oder der Kreativwirtschaft vermischt werde, tatsächlich aber darüber hinaus gehe, also mit mehr Bedeutung erfüllt sei. "In Europa geht es im Wesentlichen darum, sich auch für das andere Mitgliedsland einzusetzen und ihm Entfaltungsmöglichkeiten zu geben", berichtete der SPÖ-Europasprecher. "Wir müssen uns für die Besonderheiten der anderen interessieren", steht für ihn fest, "alles andere führt zu kultureller Verarmung." Das Bauprinzip der EU bestehe eben gerade darin, sich mit der kulturellen, politischen und historischen Beschaffenheit der Anderen auseinanderzusetzen, präzisierte Einem. Als Beispiel abseits der Kultur nannte er den LKW-Transit: "Das Problem, das wir in Österreich mit den ausländischen LKW auf unseren Straßen haben, versteht sonst in Europa niemand, trotzdem wird diese österreichische Eigenschaft jetzt ernst genommen". Als wichtigen Schritt des interkulturellen Kennenlernens nannte Einem die Austauschprogramme der EU Für Schüler und Studenten.

Sehr erfreulich nannte Prets die Ratifizierung der UNESCO-Konvention zum Schutz und der Förderung der Vielfalt kultureller Inhalte und künstlerischer Ausdrucksformen. Besonders bemerkenswert daran sei, dass die EU hier erstmals mit einer eigenen, einzigen Stimme aufgetreten sei. Dies ermögliche eine selbstständige nationale Kulturpolitik für die EU-Staaten, die dann auch als Kulturgut verkauft werden könne.

Für Prets sind die Mittel der EU für Kulturpolitik zu gering. So würden einem Programm, das zur Vernetzung einzelner Künstler in allen 27 EU-Mitgliedsländern beiträgt, über den gesamten Zeitraum von 2007 bis 2013 nur 400 Millionen Euro zur Verfügung stehen - und das angesichts der Tatsache, dass jährlich tausende Projekte eingereicht würden. Prets unterstützte in ihrem Redebeitrag das Modell der Kofinanzierung der EU bei diversen Kulturprojekten. Dies halte die einzelnen EU-Staaten dazu an, auch selbst Verantwortung zu übernehmen. Die SPÖ-Europaabgeordnete setzt sich außerdem für eine Erhöhung der Stipendien im Erasmus-Studentenaustauschprogramm ein. (Schluss) re

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