- 10.01.2007, 09:45:45
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Prets: Kulturelle Vielfalt in Europa bedeutet große Kraftanstrengung
Einem: Müssen uns für Besonderheiten der anderen interessieren
Wien (SK) - "Über die kulturelle Vielfalt in Europa zu reden ist
einfach, stolz darauf zu sein, ist sehr beliebt - aber sie zu leben
bedeutet eine große Kraftanstrengung", machte SPÖ-Europaabgeordnete
Christa Prets bei einer Veranstaltung der Österreichische
Gesellschaft für Kulturpolitik am Dienstag mit dem Titel "Das Europa
der Kulturen - Kulturpolitik in Europa" deutlich. Unter den
Mitdiskutanten am Podium war auch SPÖ-Europasprecher Caspar Einem,
der die Bedeutung der Auseinandersetzung mit den Kulturen anderer
Mitgliedsstaaten hervorhob. Prets legte in ihrem Statement wert
darauf, die Möglichkeiten der EU bei Kultur-Agenden richtig
einzuschätzen: "Die EU kann die Kultur fördern, indem sie diverse
Projekte beeinflusst und finanziert, aber sie hat keine eigentlichen
Kompetenzen für Kulturpolitik; diese liegt bei den Mitgliedsstaaten".
Prets machte darauf aufmerksam, dass "die Ansprüche an Europa
steigen, aber keiner höhere Beiträge zahlen will". Sie macht sich
hingegen für die Vernetzung einzelner Kulturprojekte stark, weil nur
so ein europäischer Mehrwert geschaffen werden könne.****
Einem führte aus, dass der Begriff der Kultur häufig mit Kunst
oder der Kreativwirtschaft vermischt werde, tatsächlich aber darüber
hinaus gehe, also mit mehr Bedeutung erfüllt sei. "In Europa geht es
im Wesentlichen darum, sich auch für das andere Mitgliedsland
einzusetzen und ihm Entfaltungsmöglichkeiten zu geben", berichtete
der SPÖ-Europasprecher. "Wir müssen uns für die Besonderheiten der
anderen interessieren", steht für ihn fest, "alles andere führt zu
kultureller Verarmung." Das Bauprinzip der EU bestehe eben gerade
darin, sich mit der kulturellen, politischen und historischen
Beschaffenheit der Anderen auseinanderzusetzen, präzisierte Einem.
Als Beispiel abseits der Kultur nannte er den LKW-Transit: "Das
Problem, das wir in Österreich mit den ausländischen LKW auf unseren
Straßen haben, versteht sonst in Europa niemand, trotzdem wird diese
österreichische Eigenschaft jetzt ernst genommen". Als wichtigen
Schritt des interkulturellen Kennenlernens nannte Einem die
Austauschprogramme der EU Für Schüler und Studenten.
Sehr erfreulich nannte Prets die Ratifizierung der
UNESCO-Konvention zum Schutz und der Förderung der Vielfalt
kultureller Inhalte und künstlerischer Ausdrucksformen. Besonders
bemerkenswert daran sei, dass die EU hier erstmals mit einer eigenen,
einzigen Stimme aufgetreten sei. Dies ermögliche eine selbstständige
nationale Kulturpolitik für die EU-Staaten, die dann auch als
Kulturgut verkauft werden könne.
Für Prets sind die Mittel der EU für Kulturpolitik zu gering. So
würden einem Programm, das zur Vernetzung einzelner Künstler in allen
27 EU-Mitgliedsländern beiträgt, über den gesamten Zeitraum von 2007
bis 2013 nur 400 Millionen Euro zur Verfügung stehen - und das
angesichts der Tatsache, dass jährlich tausende Projekte eingereicht
würden. Prets unterstützte in ihrem Redebeitrag das Modell der
Kofinanzierung der EU bei diversen Kulturprojekten. Dies halte die
einzelnen EU-Staaten dazu an, auch selbst Verantwortung zu
übernehmen. Die SPÖ-Europaabgeordnete setzt sich außerdem für eine
Erhöhung der Stipendien im Erasmus-Studentenaustauschprogramm ein.
(Schluss) re
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Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
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