Raus mit der Sprache: Sagen Sie, was Ihnen nicht passt

Baierbrunn (OTS) - Viele Menschen schrecken davor zurück, andere
zu kritisieren. "Nur niemanden vor den Kopf stoßen" scheint das Motto in Deutschland zu sein. Anstatt konstruktive Kritik zu üben, wenn man sich über etwas ärgert, schmollt man hierzulande lieber. Die Apotheken Umschau befasst sich damit, warum uns das Kritisieren so schwer fällt.
Chefredakteur Dr. Hans Haltmeier:

O-Ton 27 sec.
"Wir in Deutschland haben eigentlich keine Kritik-Kultur. Wenn Kritik geäußert wird, wird es oft negativ empfunden. Deshalb schlucken viele ihren Ärger einfach herunter, so lange, bis sie es nicht mehr aushalten. Das kann auf Dauer schlimme Folgen haben. Zum Beispiel in einer Partnerschaft: Wenn da die Kritik ungestüm herausbricht, dann kann es sein, dass die Beziehung sogar zerbricht. Oder in einer Arbeitsposition kann es zu einem ernsthaften Zerwürfnis mit dem Chef kommen."

Dabei kann Kritik sehr viel Gutes bewirken, wenn sie richtig vorgebracht wird. Einige wichtige Dinge sollte man dabei beachten:

O-Ton 23 sec.
"Wenn man Kritik übt, sollte es immer zeitnah, unmittelbar nach dem Vorfall stattfinden, es sollte konkret sein und sachlich. Das heißt zum Beispiel, wenn man irgendwo nicht abgeholt wurde, dann kann man sagen: Ich ärgere mich über dich, weil du mich eine halbe Stunde hast warten lassen. Dann hat man auch die Chance, dass sich das Verhalten des anderen nach der Kritik ändert."

Auch wenn man selbst kritisiert wird, ist das nichts Negatives. Im Gegenteil, man profitiert sogar davon, wenn man sich der Kritik stellt:

O-Ton 21 sec.
"Das Wichtigste ist, man sollte genau hinhören. Man sollte sich auf den sachlichen Inhalt konzentrieren, es nicht persönlich nehmen. Ebenso ist es ratsam, höflich und gelassen zu reagieren, auch mal einen eigenen Fehler zuzugeben und, ganz wichtig, anschließend gemeinsam nach einer Lösung zu suchen."

Kritik sollte den Betreffenden erst einmal neugierig machen, schreibt die Apotheken Umschau. Denn ehrliche Kritik hilft oft, eigene Schwächen zu erkennen, die man selber nicht sieht. Deswegen sollte man sich eigentlich darüber freuen, statt sich zu ärgern.

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