- 19.12.2006, 12:12:17
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Plassnik: "Kulturelle Vielfalt als Stärke und Bereicherung erfahren"
Österreich ratifiziert UNESCO-Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen
Wien (OTS) - "Das Herzstück des Übereinkommens ist die
völkerrechtliche Absicherung, dass jeder Staat ein Recht auf
eigenständige Kulturpolitik hat", erklärte Außenministerin Ursula
Plassnik anlässlich der gestrigen feierlichen Übergabe der
österreichischen Ratifikationsurkunde zum UNESCO-Übereinkommen zum
Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen an
UNESCO-Generaldirektor Koichiro Matsuura. "Nationale Kulturpolitik
und öffentliche Kulturförderung erhalten damit eine neue
Legitimität."
Nach diesem Übereinkommen besitzt jeder Staat das Recht,
rechtliche und finanzielle Maßnahmen zu ergreifen, um die Vielfalt
der kulturellen Ausdrucksformen auf seinem Staatsgebiet zu schützen.
Dadurch wird es möglich, nationale kulturpolitische Ziele mit
internationalen Handelsabkommen, wie dem Allgemeinen Abkommen zum
Handel mit Dienstleistungen, in Einklang zu bringen.
"Die Förderung und der Schutz der kulturellen Vielfalt ist gerade
für Österreich als anerkannte Kulturnation ein großes Anliegen. In
der modernen Welt, in der die physischen Grenzen immer unsichtbarer
werden, ist es wichtig, die kulturelle Eigenständigkeit zu bewahren
und die Vielfalt der Kulturen als Stärke und Bereicherung zu
erfahren." Kulturelle Vielfalt gehe dabei Hand in Hand mit der
Achtung und dem Respekt für andere Kulturen. Dies sei - so Plassnik
weiter - auch eine unabdingbare Voraussetzung für einen erfolgreichen
Dialog zwischen den Kulturen und Religionen, ein Schwerpunktthema der
österreichischen Außenpolitik.
Das Übereinkommen war am 20. Oktober 2005 mit großer Mehrheit von
der UNESCO-Generalkonferenz verabschiedet worden. Österreich gehört
zu seinen stärksten Befürwortern und wird aktiv an seiner Umsetzung
mitwirken. Bei der feierlichen Hinterlegungszeremonie in Paris am 18.
Dezember wurde die Zahl von dreißig nationalen Ratifikationen
erreicht, womit das Inkrafttreten des Übereinkommens mit Ende März
2007 gesichert ist.
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