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Neues Volksblatt: "Doppelbödig" (von Markus Ebert)
Ausgabe vom 15. Dezember 2006
Linz (OTS) - Rot, Grün und Blau sind sich einig: was da passiere
sei Postenschacher und Freunderlwirtschaft.
Nein, die Herrschaften reden nicht vom ORF, sie reden von der
Bestellung von Staatskommissären für die Bankenaufsicht. Aber es geht
gegen den gemeinsamen Feind, den Finanzminister.
Beim ORF wird bekanntlich ab 1. Jänner 2007 der bisherige
Stiftungsrat Pius Strobl neuer Marketing- und Kommunikationschef.
Auch hier sind sich Rot, Grün und Blau einig - nämlich in ihrer
völligen Kritiklosigkeit gegenüber diesem Vorgang.
Schon dass der bisher mit dem ORF wirtschaftlich verbandelte
Unternehmer Strobl quasi aus dem Aufsichtsrat ins Unternehmen ORF
wechselt, ist zumindest bemerkenswert. Dass mit Strobl aber jener
Mann in den ORF wechselt, der maßgeblich an der Regenbogenkoalition
für den neuen ORF-Chef Alexander Wrabetz gebastelt hat, ist noch
bemerkenswerter. Und dass dieser Wechsel von den Hütern der
politischen Moral, zu denen sich Rote, Grüne und Blaue in den
parlamentarischen Untersuchungs-Ausschüssen aufspielen, kommentarlos
zur Kenntnis genommen wird, entlarvt eine Doppelbödigkeit, die
ihresgleichen sucht.
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