Vorsorgeprodukte im AK-Vergleich: Es muss nicht immer eine langfristige Lebensversicherung sein

Linz (OTS) - Immer mehr Menschen sparen für die Zeit nach der Erwerbstätigkeit oder planen eine private Altersvorsorge. Die Konsumenteninformation der AK Oberösterreich hat die gängigsten Spar-und Vorsorgeprodukte unter die Lupe genommen. Fazit: Es muss nicht immer eine Lebensversicherung mit langer Laufzeit sein. Andere Spar-und Anlageprodukte sind flexibler, transparenter und zum Teil günstiger.

Nach wie vor ist für den Großteil der österreichischen Bevölkerung die gesetzliche Pensionsversicherung die einzige Absicherung im Alter. Deshalb setzt sich die Arbeiterkammer dafür ein, dass die gesetzliche Altersvorsorge auch in Zukunft den Lebensstandard im Alter sichert.

Grundsätzlich kann für eine zusätzliche private Altersvorsorge jede Anlageform gewählt werden. So kann zum Beispiel der Ertrag aus Fonds, das Sparbuch-Guthaben oder die Abfertigung als Einmalerlag in eine Rentenversicherung eingezahlt werden.

Bei den Lebensversicherungen schlägt nach Ansicht der AK die klassische Rentenversicherung die Zukunftsvorsorge mit staatlicher Prämie, weil erstere schon heute einen fixen Betrag für die monatliche Rente garantiert. Beim aktuellen Rentenversicherungsvergleich (unter www.ak-konsumenten.info) hat die Wiener Städtische am besten
abgeschnitten.

Die Arbeiterkammer hat zwölf Angebote zur Pensionsvorsorge für eine 35-jährige Frau und einen 35-jährigen Mann in Hinsicht auf Pensionsleistung, Flexibilität und Transparenz verglichen. Wir sind davon ausgegangen, dass beide 30 Jahre lang monatlich 100 Euro Prämie einzahlen. Bei den Frauen liegt die garantierte Rente zwischen 152,96 und 168,75 Euro, bei den Männern zwischen 164,11 und 181,56 Euro.

Als Sparform ist eine Rentenversicherung aufgrund der geringen garantierten Versicherungssumme verglichen mit der langen Laufzeit und der geringen Flexibilität nach Ansicht der AK nicht empfehlenswert. Denn zahlt man 30 Jahre lang monatlich 100 Euro auf ein Sparbuch mit einer minimalen Verzinsung von 1,75 Prozent, so erhält man nach Abzug der Kapitalertragsteuer 44.081,43 Euro ausbezahlt. Zum Vergleich: Das höchste garantierte Ablösekapital bei einmaliger Auszahlung einer Rentenversicherung beträgt 44.424 Euro -also trotz der extrem niedrig angesetzten Sparzinsen nur etwa gleich viel. Wenn das Sparkapital in Form einer monatlichen Rente von 181,56 Euro (= höchste garantierte Rente) entnommen wird, hat man es im Alter von 88 Jahren aufgebraucht. Die Rentenversicherung zahlt lebenslang. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung der Männer von derzeit 76,5 Jahren fällt dieser Nachteil allerdings nicht so sehr ins Gewicht.

Soviel steht fest: Der Ertrag einer Anlage steigt mit der Laufzeit und mit dem Risiko. Für längerfristige Veranlagungen eignet sich nur jenes Kapital, das über einen längeren Zeitraum sicher nicht gebraucht wird. Bei Verträgen ohne Kapitalgarantie besteht sogar das Risiko des Totalverlusts.

Eine ausführlichere Bewertung der gängigsten Spar- und Anlageformen finden Sie unter www.arbeiterkammer.com .

Kontakt: Martina Macher, Tel. 050/6906-2190
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