• 03.12.2006, 18:12:08
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Plassnik: "Kraft unserer vertrauensvollen Partnerschaft nützen"

50-jähriges Jubiläum der österreichisch-israelischen diplomatischen Beziehungen

Jerusalem (OTS) - "Heute verbindet uns eine lebendige,
vertrauensvolle Partnerschaft voller vielschichtiger Emotionen und
mit einem in vieler Hinsicht auch schmerzlichen Erbe. Die Offenheit,
die Freundschaft, das gegenseitige Interesse und das tief empfundene
Gefühl der Verbundenheit, die uns heute einen, sind gerade für
jemanden wie mich, der nach der schrecklichen Zeit der Shoa geboren
ist, eine besondere Erfahrung", erklärte Außenministerin Ursula
Plassnik in Jerusalem bei der Konferenz anlässlich des 50-jährigen
Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich und
Israel.

Außenministerin Plassnik, die diese Konferenz gemeinsam mit ihrer
israelischen Amtskollegin Tzipi Livni eröffnete, fand auch klare
Worte zu den schwierigen Seiten in den österreichisch-israelischen
Beziehungen: "Österreich anerkennt die Schwere des Vermächtnisses
unserer Vergangenheit. Wir tun das, was Menschen heute tun können, um
zu verstehen, um den Schmerz zu lindern und das Wissen über das
Geschehene weiterzureichen".

Gerade vor diesem Hintergrund komme der starken menschlichen
Komponente, die beide Länder verbindet, so große Bedeutung zu. "Eine
gelebte Partnerschaft wird immer auch vom beharrlichen Engagement und
der Begeisterung Einzelner geprägt. Es sind diese unermüdlichen
Brückenbauer, die großzügig die Hand ausstrecken - nicht trotz,
sondern gerade wegen dem, was geschehen ist", so Plassnik. Die
Außenministerin verwies in diesem Zusammenhang auch auf die
vielfältigen Maßnahmen, die Österreich in den letzten Jahren für die
Opfer des Nationalsozialismus gesetzt hat, etwa mit der Einrichtung
des Nationalfonds und des Allgemeinen Entschädigungsfonds sowie mit
der Novellierung des Opferfürsorgegesetzes und des
Sozialversicherungsgesetzes.

Anlässlich ihres Besuchs in Israel standen heute zudem eine Reihe
von Arbeitstreffen, unter anderem mit Premierminister Ehud Olmert und
Außenministerin Tzipi Livni am Programm. Plassnik gedachte auch der
Opfer des Holocaust in der Gedenkstätte Yad Vashem, wo sie einen
Kranz niederlegte.

Gegenstand der Arbeitsgespräche waren die jüngsten Entwicklungen
in der Region und die Chancen für eine Wiederbelebung des
festgefahrenen Nahost-Friedensprozesses. "Unsere gemeinsame Suche
nach Frieden - das ist das eigentliche Herzstück unserer gemeinsamen
täglichen Arbeit an den Baustellen der internationalen Politik. Heute
bietet sich eine seltene Gelegenheit. Ein klarer und entschiedener
Aufruf zum Frieden wurde erst vor wenigen Tagen von Premierminister
Olmert formuliert. Darin wird ein Weg umrissen, ein Weg, der die
Chance auf eine andere - bessere - Zukunft für Israelis und
Palästinenser enthält. Jetzt bedarf es des Mutes und der
Unerschrockenheit auf beiden Seiten, um diese Chance zu ergreifen und
in konkrete Maßnahmen umzusetzen", unterstrich die Außenministerin.

Außenministerin Livni hob das besondere Engagement und die Umsicht
von Außenministerin Plassnik im Nahen Osten, insbesondere während des
österreichischen EU-Vorsitzes, hervor. Plassnik betonte die
Bereitschaft der EU, die jüngsten positiven Bewegungen nachhaltig zu
unterstützen. "Vertrauen ist unerlässlicher Bestandteil jeder
Beziehung. Es bedarf Zeit, Geduld und Engagement, um eine
Vertrauensbasis wiederherzustellen. Vertrauensarbeit ist aber, was
die Region des Nahen Ostens am dringendsten braucht", so die
Außenministerin.

Rückfragehinweis:

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   mailto:[email protected] 
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