- 29.11.2006, 12:10:52
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Attac: Goldenes Ehrenzeichen für Nestlé-Chef blanker Zynismus
Brabeck-Letmathe ist ein Symbol für eine "Globalisierung im Dienste der Konzerne"
Wien (OTS) - Attac kritisiert die Verleihung des "Großen Goldenen
Ehrenzeichens mit dem Stern" an den Präsidenten der Nestlé AG, Peter
Brabeck-Letmathe. "Die Feststellung von Bundeskanzler Wolfgang
Schüssel, wonach Brabeck-Letmathe "für die ausgewogene Balance
zwischen den Globalisierungsherausforderungen eines Konzerns und dem
Interessensausgleich von Mitarbeitern, Eigentümern und der
Gesellschaft steht" ist angesichts der Konzernpolitik blanker
Zynismus", so Alexandra Strickner von Attac Österreich.
Zahlreiche Beispiele aus der ganzen Welt zeigen, wie wenig sich
Nestlé um Umweltschutz, Grundrechte von ArbeitnehmerInnen, korrekte
Arbeitsbedingungen und angemessene Löhne oder die Meinungsfreiheit
kümmert. Unter den Ländern mit Nestlé-Niederlassungen oder
Tochterunternehmen gibt es praktisch keines, in dem es nicht zu einer
Konfrontation zwischen Geschäftsführung und ArbeiterInnen oder
Bevölkerung gekommen wäre. Nestlé hat in Kolumbien mehrfach das
Arbeitsgesetz, gültige Gesamtarbeitsverträge sowie auch Normen der
Internationalen Arbeitsorganisation und der UNO verletzt.
Brabeck und das Wasser: Profit um jeden Preis
Der heiß umkämpfte Wassermarkt spielt in der Handelspolitik von
Nestlé eine zentrale Rolle. Peter Brabeck-Letmathe ist der Ansicht,
dass Trinkwasser einen festen Marktpreis haben soll. Wasser ist für
ihn ist - im Gegensatz zu diversen UN-Organisationen - kein
Grundrecht jedes Menschen. Der Nestlé-Umsatz mit Wasser betrug 2005
rund 5,5 Milliarden Euro und wuchs im ersten Halbjahr 2006 um 10,2%
Die Wasserverschmutzung transnationaler Agrarkonzerne bereitet den
Boden für die Vermarktung von Wasser in Flaschen. Rodung und
Verwüstung sowie große Mengen an Dünge- und
Schädlingsbekämpfungsmitteln führen zu Erosion und Versalzung der
Böden. Wasser in Flaschen oder Vorratsbehältern wird von Nestlé als
Lösung präsentiert. Die Grundversorgung der Menschen mit sauberem
Trinkwasser spielt in diesen Überlegungen keine Rolle. Weltweit sind
hunderte Millionen Menschen in ihrer Trinkwasserversorgung von
privaten Gesellschaften abhängig In Pakistan führte Nestlé eine
"Präventionskampagne" gegen die Gefahren von Leitungswasser durch.
Kurz darauf wurde Nestlé-Produkt "Pure Life" am Markt eingeführt.
Wasserflaschen aus Plastik stellen eine schwerwiegende Verschmutzung
der Umwelt dar. Recycling-Projekte werden nicht vorangetrieben.
"Nestlé pflegt das Image eines qualitätsbewussten Unternehmens, das
gute Arbeitsbedingungen bietet und mit seiner Politik den Armen
dieser Welt entgegenkommt. Die Realität hinter der schönen
Marketingfassade sieht jedoch anders aus "Es ist ein bedauerliches
politisches Signal, wenn dass das offizielle Österreich diese Fassade
mit einem Ehrenzeichen belohnt", so Strickner.
Rückfragehinweis:
David Walch, Pressesprecher Attac Österreich
Tel: +43 (0) 1 544 00 10
Mobil: +43 (0) 650 544 00 10
[email protected], www.attac.at
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