Kärnten: Sechs bis 15jährige sollen in gemeinsame Schule

LH Haider, LR Scheuch und LSI Maier wollen Volks-, Hauptschule und AHS in gemeinsamer Schule zusammenführen -Vorteile für Regionen und Ende der sozialen Trennung HS-AHS

Klagenfurt (LPD) - Kärnten treibt das Projekt der gemeinsamen Schule für sechs- bis 15jährige weiter voran. Das betonten heute, Mittwoch, Landeshauptmann Jörg Haider, Bildungslandesrat Uwe Scheuch und Landesschulinspektor Karl Maier in einer Pressekonferenz. Ziel ist es, Volks- und Hauptschule sowie die AHS zusammenzuführen. Im neunten Pflichtschuljahr soll die individuelle Ausbildungsorientierung der Schüler forciert werden. Damit will man die soziale Trennung in Hauptschule und AHS aufheben und auch Vorteile für die Täler und Regionen schaffen. Kärnten startet nunmehr vorbereitend mit Modellversuchen in mehreren Schulen. Die gesetzliche Grundlage für die gemeinsame Schule muss noch im Parlament geschaffen werden. Daher will man sich von Kärnten aus für eine Aufhebung der 2/3-Mehrheit bei Fragen des Schulwesens einsetzen.

Der Landeshauptmann erklärte, dass durch die gemeinsame Schule Jugendliche aus allen sozialen Schichten in ihren Leistungen und Begabungen optimal gefördert werden sollen. Die oft kurzfristige Entscheidung Hauptschule oder AHS solle wegfallen. Haider verwies auf das bereits laufende Projekt der "Schule Bad Bleiberg", das Sieger beim Kärntner Regionsinnovationspreis GRIPS 2006 wurde. Neben dem ebenfalls laufenden Projekt in Metnitz soll es nun auch gemeinsame Schulen in Lesachtal, Hüttenberg, Straßburg, Hermagor und St. Marein geben. Haider forderte vom Parlament die notwendige Unterstützung für die gemeinsame Schule. Es sollte keinen politischen Widerstand gegen vernünftige Reformen geben, denn "die Verwaltung darf nicht wichtiger als die Kinder sein".

Auch Bildungsreferent Scheuch sagte, dass man noch "Stolpersteine" wie die "Blockade seitens der Bundespolitik" beseitigen müsse. Die gemeinsame Schule hat für ihn auch den Vorteil der Standortsicherung im regionalen Bereich. Zudem wolle man damit das Bildungsniveau hoch halten. Das neunte Schuljahr soll laut Scheuch genutzt werden, um die Jugendlichen auf den Beruf oder die weitere schulische Laufbahn vorzubereiten. Scheuch sprach sich außerdem für eine Reform in der Verwaltung des Schulwesens aus. Die Verwaltung müsse flexibler und Doppelgleisigkeiten beseitigt werden.

Zuständig für das Projekt der gemeinsamen Schule 6 -15 ist Landesschulinspektor Karl Maier. Er verwies auf sehr positive Rückmeldungen europäischer Schulexperten, denen man das Projekt vorgestellt habe. Mit der gemeinsamen Schule wolle man den Schüler in den Mittelpunkt stellen, keinesfalls solle die Leistung nach unten nivelliert werden. Man wolle Leistungen fordern und fördern sowie den 15Jährigen optimale Startsituationen schaffen. Auch in der gemeinsamen Schule werde man nach Leistungsstand und Begabung differenzieren.

Hinter dem Kärntner Projekt der gemeinsamen Schule 6 - 15 stehen entsprechende Beschlüsse des Landtages und der Landesregierung. Bei den Modellversuchen sollen die Volks- und Hauptschulen u.a. gemeinsame Konferenzen und Projektaktivitäten abhalten, ein gemeinsames Leitbild erstellen, Ressourcen gemeinsam verwenden oder einen gemeinsamen Elternverein gründen. Auch die Frühförderung, insbesondere Sprachförderung, im Kindergarten soll im Rahmen des Projektes verstärkt werden. Nach der Schaffung der gesetzlichen Grundlage würde es nur noch eine Direktion für die jeweiligen gemeinsamen Schulen geben. Wie Haider und Scheuch betonten, hänge gute Ausbildung nicht vom Schultyp ab. Wichtig seien der "Geist der Schule" sowie das Engagement von Lehrern und Eltern.
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