- 15.11.2006, 12:48:56
- /
- OTS0179 OTW0179
Kärnten: Sechs bis 15jährige sollen in gemeinsame Schule
LH Haider, LR Scheuch und LSI Maier wollen Volks-, Hauptschule und AHS in gemeinsamer Schule zusammenführen -Vorteile für Regionen und Ende der sozialen Trennung HS-AHS
Klagenfurt (LPD) - Kärnten treibt das Projekt der gemeinsamen
Schule für sechs- bis 15jährige weiter voran. Das betonten heute,
Mittwoch, Landeshauptmann Jörg Haider, Bildungslandesrat Uwe Scheuch
und Landesschulinspektor Karl Maier in einer Pressekonferenz. Ziel
ist es, Volks- und Hauptschule sowie die AHS zusammenzuführen. Im
neunten Pflichtschuljahr soll die individuelle
Ausbildungsorientierung der Schüler forciert werden. Damit will man
die soziale Trennung in Hauptschule und AHS aufheben und auch
Vorteile für die Täler und Regionen schaffen. Kärnten startet nunmehr
vorbereitend mit Modellversuchen in mehreren Schulen. Die gesetzliche
Grundlage für die gemeinsame Schule muss noch im Parlament geschaffen
werden. Daher will man sich von Kärnten aus für eine Aufhebung der
2/3-Mehrheit bei Fragen des Schulwesens einsetzen.
Der Landeshauptmann erklärte, dass durch die gemeinsame Schule
Jugendliche aus allen sozialen Schichten in ihren Leistungen und
Begabungen optimal gefördert werden sollen. Die oft kurzfristige
Entscheidung Hauptschule oder AHS solle wegfallen. Haider verwies auf
das bereits laufende Projekt der "Schule Bad Bleiberg", das Sieger
beim Kärntner Regionsinnovationspreis GRIPS 2006 wurde. Neben dem
ebenfalls laufenden Projekt in Metnitz soll es nun auch gemeinsame
Schulen in Lesachtal, Hüttenberg, Straßburg, Hermagor und St. Marein
geben. Haider forderte vom Parlament die notwendige Unterstützung für
die gemeinsame Schule. Es sollte keinen politischen Widerstand gegen
vernünftige Reformen geben, denn "die Verwaltung darf nicht wichtiger
als die Kinder sein".
Auch Bildungsreferent Scheuch sagte, dass man noch
"Stolpersteine" wie die "Blockade seitens der Bundespolitik"
beseitigen müsse. Die gemeinsame Schule hat für ihn auch den Vorteil
der Standortsicherung im regionalen Bereich. Zudem wolle man damit
das Bildungsniveau hoch halten. Das neunte Schuljahr soll laut
Scheuch genutzt werden, um die Jugendlichen auf den Beruf oder die
weitere schulische Laufbahn vorzubereiten. Scheuch sprach sich
außerdem für eine Reform in der Verwaltung des Schulwesens aus. Die
Verwaltung müsse flexibler und Doppelgleisigkeiten beseitigt werden.
Zuständig für das Projekt der gemeinsamen Schule 6 -15 ist
Landesschulinspektor Karl Maier. Er verwies auf sehr positive
Rückmeldungen europäischer Schulexperten, denen man das Projekt
vorgestellt habe. Mit der gemeinsamen Schule wolle man den Schüler in
den Mittelpunkt stellen, keinesfalls solle die Leistung nach unten
nivelliert werden. Man wolle Leistungen fordern und fördern sowie den
15Jährigen optimale Startsituationen schaffen. Auch in der
gemeinsamen Schule werde man nach Leistungsstand und Begabung
differenzieren.
Hinter dem Kärntner Projekt der gemeinsamen Schule 6 - 15 stehen
entsprechende Beschlüsse des Landtages und der Landesregierung. Bei
den Modellversuchen sollen die Volks- und Hauptschulen u.a.
gemeinsame Konferenzen und Projektaktivitäten abhalten, ein
gemeinsames Leitbild erstellen, Ressourcen gemeinsam verwenden oder
einen gemeinsamen Elternverein gründen. Auch die Frühförderung,
insbesondere Sprachförderung, im Kindergarten soll im Rahmen des
Projektes verstärkt werden. Nach der Schaffung der gesetzlichen
Grundlage würde es nur noch eine Direktion für die jeweiligen
gemeinsamen Schulen geben. Wie Haider und Scheuch betonten, hänge
gute Ausbildung nicht vom Schultyp ab. Wichtig seien der "Geist der
Schule" sowie das Engagement von Lehrern und Eltern.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung
Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-22 852
http://www.ktn.gv.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NKL






