- 07.11.2006, 13:52:13
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Gewerkschaft DJP macht sich große Sorgen um die Zukunft der Leykam-Druckerei
200 Arbeitsplätze sind in Graz gefährdet
Wien (DJP/ÖGB) - Mit großer Sorge blickt DJP-Vorsitzender Franz
Bittner auf die Vorgänge in der Leykam Let`s Print Holding AG.
Entgegen eines Aufsichtsratsbeschlusses - der vorsah, dass am
Standort Graz eine Standort sichernde, moderne
16-Seiten-Rollendruckmaschine installiert werden soll - wird diese
nunmehr in Slowenien aufgestellt. Gleichzeitig kündigt das
traditionsreiche steirische Druckhaus die Produktionsstilllegung für
das Jahr 2009 an. Die Folgen sind, dass die Arbeitsplätze von 200
KollegInnen gefährdet sind. Was dieses Schreckenszenario für die
Betroffenen bedeuten könnte, lässt sich leicht ausmalen. Die Region
Graz hätte mit zusätzlicher Arbeitslosigkeit - die noch dazu
hausgemacht ist - zu kämpfen.++++
Als Begründung für diesen Schritt nennt die Geschäftsführung
"wirtschaftliche" Argumente: die Löhne und Gehälter seien in Graz
gegenüber Slowenien viel zu teuer, die Arbeitszeit gemessen an jener
des Nachbarlandes sei kürzer, die personelle Maschinenbesetzung ist
jenseits der Grenze wesentlich günstiger und die Lohnnebenkosten sind
für das Unternehmen um "Eckhäuser" niedriger.
Dass erfolgreiches Wirtschaften auch anders aussehen kann - so der
DJP-Vorsitzende Bittner - beweisen seit Jahren auch andere
erfolgreiche Druckereien Österreichs, die sich in den Nachbarländern
weitere Standbeine schufen. Diese österreichischen Druckereibetriebe
mit Niederlassungen in Tschechien und Ungarn - haben neue Märkte
erschlossen und produzieren höchst erfolgreich ausschließlich für
diese neuen Absatzgebiete.
"Soweit, dass es in Graz und damit in der Steiermark keinen
Akzidenz-Rollendruck mehr geben soll, darf es nicht kommen", meint
Franz Bittner. "Noch ist etwas Zeit, standort- und Arbeitsplatz
sichernde Maßnahmen zu setzen. Es müssen sich umgehend die
Eigentümervertreter, die Geschäftsführung und der Betriebsrat
zusammensetzen und Lösungsvorschläge erarbeiten, die eine
Weiterführung des Betriebes gewährleisten. Jedenfalls wird die
Gewerkschaft nicht tatenlos zusehen, wie österreichische
Arbeitsplätze in Billiglohnländer transferiert werden mit dem
einzigen Ziel, die Druckpreise in Österreich noch weiter nach unten
zu treiben und damit einheimische Unternehmen und deren
ArbeitnehmerInnen wirtschaftlich und existenziell zu gefährden.
ÖGB, 7. November 2006
Nr. 733
Rückfragehinweis:
DJP - Öffentlichkeitsarbeit
Josef Keller
Tel.: 532 82 31 16
[email protected]
http://www.djp.at
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