• 07.11.2006, 11:43:49
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Ärztekammer kritisiert schlechte Situation der Turnusärzteausbildung

Brettenthaler: "Alle Verantwortlichen müssen an einem Strang ziehen" - Tätigkeitsprofil für TurnusärztInnen gefordert

Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) hat heute auf
die "unverändert miserable Lage" der Turnusärzte-Ausbildung in
Österreich aufmerksam gemacht. "Dieser Misere ist durch Visitationen
der Ärztekammern in den Spitälern allein nicht beizukommen, sondern
nur durch eine Veränderung der ausbildungsfeindlichen Strukturen",
erklärte ÖÄK-Präsident Dr. Reiner Brettenthaler in einer Aussendung
am Dienstag. Gefordert seien gemeinsame Anstrengungen aller, auch der
Spitalsverantwortlichen und der Politik zur Verbesserung der
Situation: etwa durch die Einführung von Dokumentationsassistenten
oder die Festschreibung eines Tätigkeitsprofils für TurnusärztInnen
in den Dienstordnungen der Spitäler. Ein Tätigkeitsprofil könne
zumindest sicherstellen, dass hochqualifizierte ärztliche Ressourcen
nicht als akademische Schreibkräfte eingesetzt würden.

"Österreich braucht gut ausgebildete Ärztinnen und Ärzte. Ohne
diese Voraussetzung ist jeder Ruf nach mehr Qualitätssicherung und
Effizienz Schall und Rauch", warnte der für die Ausbildung zuständige
ÖÄK-Vizepräsident Dr. Dietmar Bayer. Laut ÖÄK sind angehende
Allgemeinmediziner derzeit fast zur Hälfte ihrer Arbeitszeit (42
Prozent) mit nicht-ärztlichen Tätigkeiten beschäftigt. Jede(r) dritte
Turnusarzt/-ärztin kann daher nicht mit zur täglichen Visite gehen.
Jede(r) zweite fühlte sich als "Sekretärin" fehl verwendet.
Turnusärztinnen und -ärzte sind eine der Ärztegruppen mit der
höchsten Arbeitszeit im Spital. In jedem fünften Fall werden
Überstunden allerdings weder bezahlt, noch in Freizeit ausgeglichen.

Die schlechte Lage der ärztlichen Ausbildung wird Gegenstand eines
bundesweiten "TurnusärztInnen-Gipfels" sein, der am 25.November von
der ÖÄK in Wien veranstaltet wird. Turnusärztinnen und -ärzte, aber
auch Spitalsverantwortliche und andere an der Ausbildung Beteiligte
aus ganz Österreich werden zu der eintägigen Veranstaltung erwartet,
an deren Schluss Lösungsvorschläge präsentiert werden sollen.

Rückfragehinweis:
Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33

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