- 04.11.2006, 15:16:52
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ÖGJ-Kongress fordert faire Ausbildungsfinanzierung und verbesserte Lehrlingsrechte
Die Qualität in der dualen Ausbildung muss weiter ausgebaut werden
Wien (ÖGJ/ÖGB) - Anstatt in die Bildung, Aus- und Weiterbildung
der Jugend zu investieren, werden von der Politik regelmäßig
Kürzungen im gesamten Bildungsbereich vorgenommen. Die
Österreichische Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) spricht sich für
Zukunftschancen und gegen Sozial- und Bildungskürzungen aus. In den
Anträgen, die von den Delegierten zum 30. Jugendkongress des ÖGB
beschlossen wurden, fordert die ÖGJ ein umfassendes Maßnahmenpaket
für das österreichische Berufsausbildungssystem.++++
Ausbildungsfonds
Ende September drängten sich insgesamt 20.608 Jugendliche um eine
der gerade 5.483 von der Wirtschaft angebotenen Lehrstellen. Die ÖGJ
fordert daher die Verantwortung der Wirtschaft für die Ausbildung
junger Menschen ein. Ein Ausbildungsfonds, über den auch nicht
ausbildende Unternehmen an den Kosten der Lehrausbildung beteiligt
werden, muss die Wirtschaft in die Pflicht nehmen. "Das
Lehrstellenangebot muss um 12 Prozent höher sein als die Nachfrage,
damit die Jugendlichen auch einen ihren Bedürfnissen entsprechenden
Ausbildungsplatz finden", sagte der neu gewählte ÖGJ-Vorsitzende
Jürgen Michlmayr.
Alternativangebote für fehlende betriebliche Lehrstellen
Das Ziel muss bleiben, dass die Wirtschaft die Fachkräfte von
morgen ausbildet. "Für diejenigen Jugendlichen, die keine Lehrstelle
in einem Betrieb finden, müssen aber Alternativen geschaffen werden:
Einrichtungen, in denen die Jugendlichen einen Beruf bishin zur
Lehrabschlussprüfung lernen können", so Michlmayr.
Aufwertung der Berufsschule
Die Berufsschule darf nicht nur ein Ort der theoretischen
Wissensvermittlung sein, sondern muss auch ein Ort der Weiterbildung
und der Defizitkorrektur wie etwa Behebung von Lern- und Leseschwäche
usw. sein. Außerdem fordert die ÖGJ einen Rechtsanspruch auf
gebührenfreie Vorbereitung bzw. das Ablegen der Berufsreifeprüfung an
den Berufsschulen, auch nach der Lehrabschlussprüfung.
Neue Rechte für Lehrlinge
Bei den Rechten für Lehrlinge besteht dringender Anpassungsbedarf!
Die Gewerkschaftsjugend fordert:
+ Eine Woche bezahlte Bildungsfreistellung pro Jahr für Lehrlinge und
jugendliche ArbeitnehmerInnen
+ Pausenraum (ab fünf Lehrlingen pro Betrieb)
+ Bezahlte Freizeit für Führerscheinprüfung und vorgeschriebenes
Fahrsicherheitstraining
+ Anrechenbare Zwischenprüfung in der dualen Berufsausbildung
+ Lehrabschlussprüfung in der Berufsschule
+ Gesundheitsförderung an Pflicht- und Berufsschulen(fk)
ÖGB, 4. November 2006 Nr. 725
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